Erkelenzer Bürgermeister: „Gemeinsam können wir viel“

Von: hewi
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Beim Neujahrsempfang der Stadt Erkelenz in Keyenberg: Bürgermeister Peter Jansen. Foto: Wichlatz

Erkelenz-Keyenberg. Zum Neujahrsempfang hatte der Erkelenzer Bürgermeister Peter Jansen in die Keyenberger Mehrzweckhalle eingeladen. Die Wahl des Veranstaltungsortes war auch ein Bekenntnis zur Heimat, denn Ende des Jahres sollen die Keyenberger den Umsiedlerstatus erhalten.

Der Neujahrsempfang sei in Erkelenz immer ein Grund, um nach vorne zu schauen, so Jansen. „Mehr denn je zeigt sich, dass die Aufgabenstellungen immer komplexer werden.“ Große Veränderungsprozesse in der Welt und in der Gesellschaft seien es, die auch in Erkelenz die Aufgaben für die kommenden Jahre vorgäben. Die Aufgaben, denen man sich im zurückliegenden Jahr stellen musste, seien „von der Dimension nicht vorherzusehen gewesen“, betonte er mit Blick auf die Flüchtlingszahlen.

Nicht vorauszusehen gewesen sei aber auch die große Welle der Hilfsbereitschaft seitens der Bürger. „Die Erkelenzer haben bewiesen: Gemeinsam können wir viel“, lautete sein positives Fazit. Kritisch fügte er jedoch hinzu, dass „wir bald an die Grenze der Belastbarkeit stoßen werden“.

Allein im Dezember seien 106 Hilfesuchende vom Land zugewiesen worden. „Unser Ziel ist es, möglichst viele Flüchtlinge, vor allem Familien, dezentral unterzubringen“, erklärte er. Für rund 500 Personen seien in Erkelenz angemessene Wohnmöglichkeiten geschaffen worden. Von Europa, Bund und Land mahnte er ein Gesamtkonzept und einheitliche Standards an, um die Ressourcen in den Kommunen nicht unnötig zu belasten. „Der Staatsapparat muss endlich eine Willkommensstruktur schaffen“, erklärte er.

Neben der Flüchtlingsthematik sei der Braunkohletagebau das zweite „Megathema, das uns langfristig fordert“. Auf dem „großpolitischen Spielfeld“ habe man dem Land und den Betreibern Garantien abgerungen, die gut für die Umsiedler und die Stadt seien. Die Umsiedlung sei in trockenen Tüchern, der Bandsammelpunkt werde nicht näher an Holzweiler heranrücken, der Mindestabstand zum Tagebaurand werde 400 Meter betragen, die Betroffenen vor Ort würden in die Planungen einbezogen, und auf die Forderungen nach Strukturförderung in den betroffenen Randkommunen werde eingegangen.

Doch auch neben den „Megathemen“ gab es einiges zu berichten. So werde nun schon über die Vermarktung des rund 7000 Quadratmeter großen Grundstücks des alten Amtsgerichtes nachgedacht. Da sei auch der Einzelhandel aufgefordert, seine Ideen einzubringen.

Fortlaufende Investitionen in die Schulen und ein Budget von elf Millionen seien „eine klare Aussage und Bekenntnis zu unserem Engagement für die Zukunft“, erklärte Jansen. Auch das Konzept der Sicherung der Grundschulstandorte werde in 2016 weiterverfolgt. Der Schulstandort Schwanenberg werde durch einen Verbund mit Gerderath gesichert. Erfreuliches gab es auch vom Krankenhaus zu berichten. „Es steht wirtschaftlich absolut gesund da und erreicht von Jahr zu Jahr neue Bestmarken in fast allen Bereichen.“.

„Wir haben eine Finanzsituation, um die uns viele beneiden“, verkündete Jansen. „Wir können entspannt gestalten.“ Keine Kassenkredite, Schuldenabbau und stille Einlagen von rund 41 Millionen Euro – das könne sich sehe lassen. Die an sich schon hohen Standards der Infrastruktur für Vereine und Bürger „können wir halten und sogar noch ausbauen“.

Mit 45 751 Einwohnern konnte zum Ende des vergangenen Jahres ein neuer Höchststand vermeldet werden. Die Arbeitslosenquote befindet sich hingegen mit 4,8 Prozent auf einem „historisch niedrigen Stand“, so der Bürgermeister. Auf der Agenda für 2016 stehen neben der Erweiterung des Gewerbe- und Industrieparks Commerden (Gipco) auch eine Fortschreibung vom „Handlungskonzept Wohnen“ und der Klimaschutz. Dafür soll eigens ein Klimaschutzmanager eingestellt werden.

Musikalisch wurde dieser ­Neujahrsempfang vom Keyenberger Musikverein St. Josef gestaltet. Die St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft zeichnete für das Catering verantwortlich.

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