Erkelenzer Bühne: Rührende Geschichte zwischen Schauspiel und Chanson

Von: hl
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In der Erkelenzer Stadthalle wurde das musikalische Kammerspiel „Marlene Piaf“ aufgeführt. Foto: Koenigs

Erkelenz. Der Beifall wollte nicht enden in der Stadthalle nach der Aufführung des musikalischen Kammerspiels „Marlene Piaf“ von Edzard Schoppmann.

Wie der Titel schon sagt, ging es um zwei große Stars des Showgeschäftes, nämlich Marlene Dietrich (1901-1992) und Edith Piaf (1915-1963).

Unterschiedliche Leben

Zwischen Schauspiel und Chanson-Abend entwickelte sich eine spannende und oft anrührende Geschichte, in der neben dem Künstlerischen das Menschliche eine große Rolle spielte.

Geschickt hatte es der Autor verstanden, neben der Erinnerung an die gesanglichen Erfolge der Dietrich und der Piaf in vielen Dialogen deren so unterschiedliche Leben anschaulich auf die Bühne zu bringen. Und dies gelang vor allem durch die gesangliche und schauspielerische Kunst der beiden Darstellerinnen Franziska Ball als Marlene und Annette Ziellebach als Edith, die auch in ihrer äußeren Erscheinung dem entsprachen, was die meisten Zuschauer wohl in Erinnerung hatten: Die „fesche Lola“ Dietrich hätte vielleicht ein bisschen verruchter sein können, als sie es auf der Erkelenzer Bühne stand. Die Darstellerin Edith Piafs gelang es, die französische Sängerin in ihrer Zerbrechlichkeit und mit ihrem Lebenshunger darzustellen.

Dass es bei Marlene Dietrich und Edith Piaf auch um Liebe und Männer ging, versteht sich von selbst. Dabei waren die Dialoge hin und wieder vom Makabren nicht weit entfernt, wenn die Männer (Soldaten) unter der Erde als besonderes angenehm empfunden wurden, weil sie nicht mehr aufstehen konnten.

Zum Gelingen des musikalischen Kammerspiels trug der Pianist Johannes Feist bei, der die Chansons nicht einfach nur begleitete, sondern ihnen durch sein einfühlsames Spiel und seine Interpretation auch besondere Akzente verlieh.

Das Publikum war begeistert von den mit viel Beifall unterstützten klassischen Chansons aus dem Repertoire der beiden, die bis heute die Menschen ergreifen und begeistern, zum anderen aber auch durch die vielen menschlichen Töne einer Beziehung, die durchaus so hätte gewesen sein können, wie Schoppmann sie entwickelt hatte.

Auch in dem einen oder anderen Duett entfalteten Franziska Ball und Annette Ziellebach ihre gesanglichen Qualitäten, wobei es einen zusätzlichen Ausdruck deutsch-französischen Miteinanders gab.

Mit dieser Aufführung zeigte das Landestheater Dinkelsbühl, das schon öfter in Erkelenz zu Gast war, ein weiteres Mal die hohe Qualität seiner vielfältigen Produktionen.

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