Erkelenz - „Erkelenz kann mehr fair“: Fair-Trade-Stand auf dem Lambertusmarkt

„Erkelenz kann mehr fair“: Fair-Trade-Stand auf dem Lambertusmarkt

Von: Helmut Wichlatz
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Sie werden als Vertreter der Erkelenzer Eine-Welt-Intitiative auf dem Lambertusmarkt fair gehandelte Produkte anbieten: (v.l.) Annette und Wolfgang Funke und Maria und Helmut Weißschnur. Foto: Wichlatz

Erkelenz. „Was ist ein Wirtschaftsflüchtling?“, fragt Helmut Weißschnur und gibt die Antwort gleich selbst: „Jemand, der nichts zu beißen hat.“ Und das, obwohl die Früchte seiner Arbeit in den hiesigen Supermärkten beliebt und begehrt sind.

Ausbeutung und schlechte Lebensbedingungen in den Ländern Afrikas erzeugen die vielbeschworene Flüchtlingsproblematik vor Ort in Europa. Weißschnur und seine Frau Maria bekämpfen diesen Kreislauf seit 20 Jahren. Sie verkaufen auf Events und Märkten fair gehandelte Produkte und werben für den Gedanken des Fair Trade.

Nach ihrem Umzug aus Mönchengladbach nach Erkelenz suchten sie Mitstreiter für ihr Engagement. Annette Funke und ihr Bruder Wolfgang waren die richtigen Ansprechpartner für die Weißschnurs.

Vielversprechende Initiativen

Wolfgang zählte vor rund 30 Jahren zu den Mitbegründern des Mönchengladbacher Eine-Welt-Ladens und ist wie seine Mitstreiter der Ansicht „Erkelenz kann mehr fair“. Zwar seien die Initiativen an den Schulen vielversprechend. Das Cusanus-Gymnasium trägt den Titel „Fairtrade School“ und kann auf jahrzehntelange Arbeit ihrer Eine-Welt-AG verweisen. Trotzdem sei das Thema noch nicht beim Bürger angekommen, sind sich die vier einig.

Und das wollen sie ändern, und zwar mit einem Verkaufsstand auf dem bevorstehenden Lambertusmarkt (15. bis 19. Juni). Dort werden sie typische Fairtrade-Produkte wie Kaffee, Tee, Säfte, Wein oder Reis anbieten und das Gespräch mit den Marktbesuchern suchen. Inzwischen, so betonen sie, seien deutschlandweit 4000 verschiedene Produkte erhältlich, die ein Fairtrade-Siegel tragen. In rund 42 000 Supermärkten und Läden kann man einen Beitrag für fairen Handel und bessere Lebensbedingungen in der Erzeugerländern leisten.

Ein Erfolgsmodell

Das Konzept des fairen Handels ist ein Erfolgsmodell, wie Helmut Weißschnur weiß. Von einem von rund 850 Millionen Euro im Jahr 2004 ist das weltweite Handelsvolumen fair gehandelter Produkte auf beachtliche acht Milliarden Euro in 2016 angewachsen. Im weltweiten Handel sei dies immer noch ein Tropfen auf den heißen Stein, erklärt Annette Funke. „Es zeigt aber, dass man von hier aus etwas bewegen kann“, betont sie.

Durch fairen Handel erhalten die Kleinbauern und Plantagenarbeiter in den Erzeugerländern einen garantierten Mindestlohn für ihre Arbeit und werden an höheren Gewinnen beteiligt. Kinderarbeit und der Einsatz von Pestiziden sind ebenso verboten wie Arbeitsschutz vorausgesetzt wird.

Man müsse den Menschen eine realistische Bleibeperspektive geben und an der jeder mitarbeiten könne, indem er bewusst konsumiere. Für ihre Initiative werben sie auch mit einem Bild der Äppels Bell, die vor dem Alten Rathaus fair gehandelte Produkte anbietet. Die Bronze-Plastik von Ursula Klügel stellt die aus Kückhoven stammende Marktfrau Sibilla Cüppers dar, die im 19. Jahrhundert gelebt hat.

Unterstützung fand die Initiative auch bei der städtischen Kultur GmbH und der Eine-Welt-AG des Cusanus-Gymnasiums. An ihrem Stand in der Nähe des Alten Rathauses wollen die vier bei fair gehandeltem Kaffee oder Erfrischungen für ihre Idee werben und auch zum Mitmachen aufrufen. Wer darüber hinaus mit der Initiative Kontakt aufnehmen will, kann dies per Email an optimaser@yahoo.de tun.

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