Erkelenz bleibt eine „Schul- und Sportstadt“

Von: kl
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Erkelenz. Die Heiterkeit früherer Schöffenessen kam nur schwer auf beim diesjährigen, zu dem Bürgermeister Peter Jansen ins Alte Rathaus eingeladen hatte. Vielmehr machten sich zunächst Bestürzung und Betroffenheit breit, als der Bürgermeister zu Beginn seiner Rede bei dieser Sitzung des Rates ohne Tagesordnung vor geladenen Gästen die tragischen Geschehnisse bei der Freiwilligen Feuerwehr Erkelenz in Erinnerung brachte.

Der plötzliche Tod eines der Hauptverantwortlichen in der Jugendfeuerwehr, Ralf Grezlka, während einer Ehrenamtsaktion in Griechenland kam in Jansens Jahresrückblick ebenso zur Sprache wie der Tod zweier Feuerwehrkameraden der Löschgruppe Holzweiler bei einer Einsatzfahrt am 15. November. „Der Schock ist auch heute noch nicht überwunden“, machte Jansen, selbst in der Feuerwehr tätig, deutlich.

Nach diesen Ereignissen habe sich gezeigt, wie stark das Gemeinschaftsgefühl in der Feuerwehr und wie wichtig die ehrenamtlich ausgeübte Tätigkeit für alle Bürger ist. Er sei sehr dankbar für die Menschen in der Feuerwehr, die jetzt neu Verantwortung übernehmen.

Es sei wichtig, sich durch die Erfahrungen der Vergangenheit bei seinem gegenwärtigen Tun leiten zu lassen, damit heute die richtigen Weichen für die Zukunft gestellt werden, meinte der Bürgermeister, als er auf das Geschehen in Erkelenz in diesem Jahr einging. So schreite der Langzeitplan „Stadtentwicklung südliche Innenstadt“ mit den Neubauten von Kreissparkasse und Volksbank sowie der Erneuerung des Bahnhofsgebäudes voran und werde durch den angekündigten Neubau eines Amtsgerichts ergänzt.

Ebenfalls auf die Zukunft ausgerichtet ist die Erweiterung des Gewerbe- und Industrieparks Commerden, die Arbeitsplätze schaffe und Finanzkraft sicher. „Ab 2013 können wir bis zur B 57 neue Gewerbelandangebote machen“, kündigte Jansen an. Darüber hinaus konnte in diesen Tagen sogar der nächste Schritt für die weitere Entwicklung des Gipco gemacht werden.

Ebenso sei die Nachfrage nach Wohnbaugrundstücken in Erkelenz fast ungebrochen. „Erkelenz bleibt Zuzugsstadt.“ Dadurch kompensiere die Stadt die Stadt derzeit den Einwohnerverlust durch den Tagebau Garzweiler II.

Ein steigendes Arbeitsplatzangebot in Erkelenz, erfolgreiche Unternehmen und die Stärkung des Bevölkerungsmixes gegen den allgemeinen demografischen Trend in den hochwertigen Wohngebieten führten zusammen für Erkelenz dazu, noch weiter die Position der Finanzstärke ausbauen zu können. Alleine aus Gewerbesteuer und Einkommensteueranteilen fließen rund 38,8 Millionen Euro in die Stadtkasse.

Als ein herausragendes Ereignis in diesem Jahr bezeichnete Jansen die Fertigstellung des Erka-Bades. „In kühnsten Träumen konnten wir nicht erwarten, bereits nach neun Monaten Betrieb den 100000. Besucher begrüßen zu können. Durch das neue Bad werde Erkelenz seinem Ruf als Sportstadt gerecht, und auch die Bezeichnung „Schulstadt“ verdiene Erkelenz zu recht. „Unsere Schulen sind hervorragend ausgestattet.“ Die Schulen seien ein Aushängeschild der Stadt. Darin habe die Stadt in diesem Jahr viel investiert und werde sie 2013 weitere 2,8 Millionen Euro für die Sanierung der Erka-Sporthalle investieren.

Aber nicht nur bei den Schülern investiere Erkelenz in die Zukunft der Gesellschaft. Nicht anders sei es im Bereich Kinder, Jugend und Familie. Rund 16,4 Millionen Euro seien dafür von der Stadt aufgebracht worden, das sei Höchstniveau.

Ein Dauerthema bleibt der Tagebau Garzweiler II, das Jansen bei seiner Rede ebenfalls nicht aussparte. Die Umsiedlungsorte Borschemich (neu) und Immerath (neu)hätten sich weiter gut entwickelt. Die Zusage, alle am alten Ort genutzten Einrichtungen, die am neuen Standort für eine sinnvolle Nutzung erforderlich sind, neu zu errichten, sei uneingeschränkt eingehalten worden.

Es sei schön zu sehen, wie sich die Aktivitäten in den neuen Orten entwickelten und wie viele Menschen sich engagierten für die neue Heimat und damit für ihre Zukunft.

Aber die Stadt müsse sich außerdem mit Keyenberg, Oberwestrich, Unterwestrich, Berverath und Kuckum seit diesem Jahre auf den Weg in eine neue Heimat machen. „Miteinander haben wir gemeinsam den neuen Standort gefunden.“ Jansen dankte dabei allen, insbesondere den Bürgerbeiräten, die sich für das Allgemeinwohl eingebracht hätten. Er appellierte daran, das schwierige Thema Umsiedlung aus polemischen und wahlkampftaktischen politischen Aktivitäten herauszuhalten. „Es geht um die betroffenen Menschen und das Allgemeinwohl.“ Nur mit hoher Sachlichkeit könnte das Beste für die Betroffenen erreicht werden.

Mit dem Tagebau einher gehen für Jansen die Themen Tagebaurandlage und Innovationsregion Rheinisches Revier. Hier habe die Stadt die Weichen gestellt, um mitreden zu können, wenn im Land Entscheidungsprozesse gestartet werden.

Unterm Strich bilanzierte Jansen: „Das Jahr 2012 war für Erkelenz ein schwieriges, aber auch bedeutendes und gleichsam erfolgreiches Jahr.“ Und für sich selbst meint er: „Das Jahr 2012 war für mich sowohl beim Blick auf die Themen wie auch auf die Anzahl der vielen Termine bisher das arbeitsintensivste Jahr in meiner Funktion als Bürgermeister.“

Musikalisch umrahmt wurde Jansens Rede von Weihnachtsliedern in Mundart, die der Kinderchor Katzem-Lövenich unter der Leitung von Theo Schläger darbot. Daran schloss sich das traditionelle Mahl des Schöffenessens an. Wie immer gab es Grünkohl mit Mettwurst.

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