Erkelenz - Erkelenz bis zum Zweiten Weltkrieg: Stadtgeschichte in Bildern

Erkelenz bis zum Zweiten Weltkrieg: Stadtgeschichte in Bildern

Von: kalauz
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Erkelenz. Im Archiv der Stadt Erkelenz zählt Wilfried Peisen inzwischen fast schon zum Inventar: In den mit Regalen, Büchern, Akten, Bildern und anderen mehr oder weniger ruhenden Requisiten vollgestopften Räumen im Seitentrakt des Rathauses ist er einer der Aktivposten.

Es ist nicht selten, dass Peisen mit den meist weiblichen hauptamtlichen Mitarbeitern am Morgen kommt und mit ihnen geht, wenn sie Feierabend haben. Er macht das freiwillig, denn seine Passion ist die Geschichte der Stadt Erkelenz. Die in handlicher Form optisch sichtbar zum machen, hat er sich selbst als Aufgabe gestellt, seit er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten und auch als Musiker bei den Merry Boys nicht mehr mitwirbeln kann.

Vier Fotoalben hat er so im Laufe von zweieinhalb Besuchsjahren im Erkelenzer Stadtarchiv bereits auf die Beine gestellt. Eines über seine Heimatstadt in den 1950er Jahren, eines über Erkelenz in den 1960er Jahren, einen Bildband nur mit – teilweise ausgesprochen putzigen – Ansichtskarten und erst kürzlich eines, das die Zerstörung der Stadt als Folge des von den Nazi-Chargen entfesselten zweiten Weltkrieges zum Thema hat.

Jetzt legt er den fünften Bildband seiner archivarischen Fleißarbeit vor: „Erkelenz ab 966 bis zum 2. Weltkrieg“ hat er sich diesmal zum Thema gemacht. Eine riesige Spanne, die er teils mit historischem Kartenmaterial, mit mal mehr, mal weniger meisterhaften Stichen oder mit teils zeitgenössischen Zeichnungen füllt und die er nach der Erfindung der Fotografie und deren dann folgender Verbreitung Anfang des vergangenen Jahrhunderts mit Bildmaterial in Szene setzt. Eine Klammer also von der ersten urkundlichen Erwähnung der Stadt bis zur großen Zerstörung im vergangenen Jahrhundert.

Da finden sich in dem stabil-kartoniert gebundenen DIN-A-4-Band anonyme Flugblätter über Hexenprozesse und Hexenverbrennungen im schmucken und noch heute wehrhaften Burgturm ebenso wie ein Rundblick über das verschneite Erkelenz im Dezember 1944 vom da noch besteigbaren Kirchturm aus.

Interessant – natürlich nur für Erkelenzer – ist zum Beispiel das Foto, das belegt, dass Netta Becker und ihre Familie schon ein Automobil besaßen, ehe die Nazis die Macht an sich rissen. Und dass die Nationalsozialisten die Kölner Straße in Hindenburgstraße und den Johannismarkt in Adolf-Hitler-Platz umbenannten.

Es findet sich auch ein Foto von der Patersgasse und dem Haus, in dem sich seit 1869 die Synagoge der jüdischen Gemeinde in Erkelenz befand. Sie wurde in der Zeit der Novemberpogrome, in der der braune Mob auch in Erkelenz nicht nur Bücher ins Feuer schmiss, bis auf die rückwärtigen Wände zerstört.

Man muss also hin und wieder schon genauer hinsehen, um erkennen zu können, dass in Erkelenz vor noch nicht allzu langer Zeit nicht alles so bildschön war, wie das heute auf alten Postkarten oder Fotografien vordergründig aussieht.

Wilfried Peisen hat sich viel Arbeit gemacht. Man blättert interessiert in dem teils bunten, teils schwarz-weißen Bilderbuch, das als Ergebnis entstanden ist.

Das nächste hat er auch schon im Kopf: Es soll die 1970er Jahre in und um Erkelenz zum Thema haben.

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