Erkelenz bereitet sich auf Flüchtlingsansturm vor

Von: hewi
Letzte Aktualisierung:

Erkelenz. Die Krisen und Kriege in der Welt machen sich auch in Erkelenz bemerkbar, wie die Stadtverwaltung auf der ersten Sitzung des neuen Ausschusses für Demografieangelegenheiten, Umwelt und Soziales angesichts steigender Flüchtlingszahlen zu berichten wusste.

Derzeit leben 129 Asylsuchende in Erkelenz, rund dreimal mehr als in den Jahren zuvor, Tendenz steigend. Die Einrichtungen am Bauxhof und in Neuhaus stoßen an ihre Grenzen. Darüber hinaus muss der Bauxhof Ende des Jahres leer sein, weil die Gebäude Anfang 2015 der geplanten Klimaschutzsiedlung weichen.

In Neuhaus werden derzeit zehn Räume im Erdgeschoss saniert. Die Maßnahme wird mit rund 80.000 Euro veranschlagt und aus Rückstellungen im Haushalt finanziert. Wegen der weiterhin zu befürchtenden Engpässe bei der Unterbringung weiterer Flüchtlinge schlug die Verwaltung vor, das Gebäude an der Südpromenade zu nutzen, in dem derzeit das Jobcenter untergebracht ist. Das zieht um und befindet sich ab November in dem Gebäude an der Hermann-Josef-Gormanns-Straße, das die Kreissparkasse während des Umbaus an der Kölner Straße genutzt hat. Einstimmig votierte der Ausschuss für diesen Vorschlag. Denn das Haus sei bestens für diese Aufgabe geeignet und könne schnell entsprechend umgebaut werden, wie der erste Beigeordnete Dr. Hans-Heiner Gotzen betonte. Ebenso wie die Ausschussvorsitzende Astrid Wolters bezeichnete Gotzen den menschenwürdigen Umgang mit Flüchtlingen als eine Aufgabe, der man sich stellen müsse. „Wir wollen diesen Menschen bei uns einen sicheren Schutz bieten“, erklärte Gotzen.

Viele der Flüchtlinge aus den Krisenregionen waren in den 90er Jahren schon einmal in Erkelenz untergebracht und werden deshalb bei einer erneuten Einreise in Deutschland automatisch ihrer letzten Heimatgemeinde zugeordnet. „Wir sind davon überzeugt, dass die Krisen auf der Welt nicht weniger werden“, betonte Bürgermeister Peter Jansen. Daher sei man verpflichtet zu handeln. „Wir können überall im Haushalt sparen, aber nicht bei diesem Punkt“, betonte er.

Das Konzept soll gemeinsam mit freien Trägern erarbeitet und umgesetzt werden. Es sieht eine enge Begleitung vor, damit den Menschen eine schnelle Integration ermöglicht wird. Daher sei auch eine dezentrale Unterbringung wichtig. Neben Neuhaus und der Südpromenade werden auch private Wohnungen im Stadtgebiet angemietet, um Familien unterbringen zu können.

Da weiterhin mit steigenden Flüchtlingszahlen zu rechnen sei, müsse ein tragfähiges Konzept nicht nur zur Unterbringung erarbeitet werden. Vielmehr müsse die Stadt auch als Vermittler zwischen den Flüchtlingen und den gesellschaftlichen Institutionen und Vereinen fungieren. Das forderte der SPD-Ratsherr Franz Thiel. Eine Anregung, die Gotzen nur zu gerne aufnahm.

Darüber, wie viele Menschen an der Südpromenade untergebracht werden, konnte er noch keine Angaben machen. Der Ausschuss stimmte dem Vorschlag einstimmig zu.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert