Erinnerung an dunkelste Stunden Deutschlands

Von: hl
Letzte Aktualisierung:

Hückelhoven. Die diesjährige Gedenkfeier für die Opfer des Nationalsozialismus fand auf Einladung des Bürgermeisters, der beiden großen Kirchen und von Pax Christi im C-Gebäude des Hückelhovener Gymnasiums statt.

Sie zeichnete sich vor allem durch die Mitwirkung von Schülerinnen und Schülern der Hauptschule In den Schlee und des Gymnasiums aus, die wesentlich an der Gestaltung des Abends beteiligt waren.

In seiner Begrüßung erinnerte Bürgermeister Bernd Jansen „an die dunkelsten Stunden unserer Geschichte, an das Leid und das Unrecht, das den Opfern des Nationalsozialismus angetan wurde“.

Mit Bezug auf die Herausforderungen im Zusammenhang mit der Flüchtlingssituation teilte er mit, dass die Stadt Hückelhoven aktuell 800 Flüchtlinge beherberge. Er schloss seine Ausführungen mit den Worten: „Ich heiße Sie in unserem Land und damit auch in unserer Stadt willkommen.“ Er mahnte, Werte, Traditionen, Rechtsverständnis, Sprache, Gesetze und Regeln zu beachten, „denn sie sind die Grundvoraussetzung für ein gutes, ein von gegenseitigem Respekt geprägtes Zusammenleben in unserem Land“.

Für die Pax-Christi-Gruppe Hückelhoven führte dessen Sprecher Hans Jürgen Knubben in die Veranstaltung ein, wobei er auch Bezug nahm auf den Fremdenhass unserer Tage: „Wir sind heute an einem Punkt angekommen, an dem eine immer größere Zahl von Bundesbürgern ihren Hass öffentlich und laut äußert. Erschreckend, empörend, was man in den sozialen Netzwerken und den neuen Medien zu lesen und zu hören bekommt. Die Umfrageergebnisse über die Zustimmung zu menschenverachtenden Positionen bestimmter Parteien tun ihr Übriges dazu.“

Die schon genannten Schülerinnen und Schüler erinnerten in ihren Beiträgen an die Schicksale der zu Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft nach England verschickten jüdischen Kinder mit ihren positiven und negativen Erfahrungen und an die heutigen Erlebnisse und Erfahrungen der so genannten „unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge“, die besonderer Aufmerksamkeit und Hilfe bedürften.

Christine Wolf vom Gymnasium und Christine Wild von der Hautschule hatten ihre „Zöglinge“ bei deren Recherchen und Vorbereitungen begleitet. Birgit Fluhr-Leithoff stellte den jungen Syrer Ahmed vor, der mit seinem minderjährigen Bruder nach Hückelhoven gekommen war.

In bewegenden Worten und auf Deutsch beschrieb er die Odyssee seiner Flucht, und er schloss mit den Worten: „Deutschland ist unsere Hoffnung für eine bessere Zukunft.“

Internationale Klasse

Fluhr-Leithoff stellte auch die Internationalen Vorbereitungsklassen am Gymnasium, in denen im Augenblick 60 Schülerinnen und Schüler, vor allem aus Syrien, dem Irak und Afghanistan, unterrichtet würden, vor.

Bei den Liedern des Chores 77 unter Leitung von Guido Janssen breitete sich im Raum so etwas wie andachtsvolle Stille aus.

Der Schulleiter des Gymnasiums Arnold Krekelberg dankte am Schluss allen Beteiligten für ihre Beiträge und drückte dabei die Hoffnung aus, dass im nächsten Jahr vielleicht alle weiterführenden Schulen in Hückelhoven mitmachen würden.

Die Teilnehmerzahl war für einen nationalen Gedenktag überschaubar.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert