Ergreifendes Konzert begeistert in Bocket

Von: Utz Schäzle
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Überraschend und hochklassig: der Musikverein St. Josef Bocket beim traditionellen Kirchenkonzert „A Concert Celebration“ in der Pfarrkirche St. Josef. Foto: Utz Schäzle

Waldfeucht-Bocket. Wenn eine Violinsolistin in einen gleißend hellen Spot tritt, alleine ganz zart anfängt zu spielen und dann ein Streicherensemble einsetzt, kann man sich zunächst schwerlich vorstellen, in einem Kirchenkonzert eines Blasorchesters zu sein.

Doch der Musikverein Bocket ist dafür bekannt, sich zu seinem traditionellen Jahreskonzert immer etwas Besonderes einfallen zu lassen. Dabei spürt man förmlich, dass mit Leidenschaft und Hingabe dem Zuhörer die Blasmusik in all ihrer Vielfalt näher gebracht wird.

Unter dem Motto „A Concert Celebration“ hatten Dirigent Jos Vogel und seine Musikerinnen und Musiker ein Programm zusammengestellt, das keine Wünsche offen ließ, da von festlichen Klängen und klassischen Opernarien über bewegende Filmmusiken bis hin zu den schönsten Musicalmelodien für jeden Geschmack etwas dabei war. Mit interessanten Moderationsbeiträgen führte Sophie Görtz durch das Programm.

Mit wunderschönen Harmonien – Tongemälden gleichend – wurde mit „The da Vinci Code“ und „Nimrod“ das Konzert eröffnet. Mit vollem Orchesterklang und guten rhythmischen Übergängen wechselten die Musiker von den schönsten Melodien des Musicals „Les Miserables“ zur James-Bond-Filmmusik aus „Skyfall“.

Besonders beeindruckend aber waren die Auftritte der Sängerin Sarah Kober mit ihren hervorragenden Gesangssoli, ob mit Blasorchesterbegleitung wie bei „De Zee“ oder mit Orgelbegleitung wie in „Pie Jesu“.

„Das Leben ist schön“, Musik zum Zurücklehnen, Träumen und Zuhören, gespielt vom Kammerensemble des Gymnasiums Hückelhoven unter der Leitung von Klaas Otto. In „Schindlers Liste“ und beim ergreifenden „Adagio“ gelang der Violinsolistin Susanna Schael eine überzeugende Interpretation mit filigran gespielten Spannungsbögen. Die hervorragende Orgelbegleitung vom Musikvereinsvorsitzenden Jürgen Spiertz verstärkte noch die Wirkung und das Publikum wurde voll den Bann der Musiker gezogen.

Ein Highlight in einem Kirchenkonzert ist zweifellos Johann Sebastian Bachs Kantate „Wacht auf, ruft uns die Stimme“, bekannt auch unter dem Titel „Sleepers, Wake“. Es ist Musik, die unter die Haut geht, ebenso wie „Godfa-ther“ als reines Violinsolo. Sehr rhythmisch gespielt wurde das „Game of Thrones“, und regelrecht abgerockt wurde beim „Feeling Good“. Bei „Ich gehör nur mir“ wurde die Sängerin gefühlvoll vom Blasorchester begleitet – ein zu Herzen gehender Song.

Streicher, Akkordeon und Blasorchester – geht das denn zusammen? Es war ohne Zweifel eine geniale Kombination. Voraussetzungen sind Musizierlust und Innovationsfreude. Und da gibt es beim Musikverein St Josef Bocket überhaupt keinen Mangel. Zugegeben eine etwas ungewöhnliche aber durchaus fesselnde Klangmischung, die das Publikum bei der „Suite d´Amelie“ überraschte und restlos begeisterte. Bevor man das Programm beendete, wurde das Weihnachtslied „Mary´s Boy Child“ gespielt. Mit dem Titel „Gabriellas Song“ aus dem Film „Wie im Himmel“ wuchs Sarah Kober mit ihrem Sologesang noch einmal über sich hinaus. Ein ergreifender Schluss, der beim Musikverein Bocket und in der Kirche St. Josef noch lange nachhallen wird.

Mit zwei Zugaben und dem festlichen Schlusslied „O du fröhliche“ setzten die Musiker einen glanzvollen Schlusspunkt.

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