Heinsberg - Erfolgsgeschichte geht weiter: Heinsberger Reiterin startet im Grand Prix

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Erfolgsgeschichte geht weiter: Heinsberger Reiterin startet im Grand Prix

Von: Guenter Kleinen
Letzte Aktualisierung:
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Erfolgreich im Dressurviereck: Jessica Krieg aus Heinsberg startet nach erfolgreicher Teilnahme am „Piaff-Förderpreis“ am Donnerstag beim Grand Prix in Nizza. Foto: Schnell

Heinsberg. Fortsetzungsgeschichten beginnen oft mit den Worten: „Was bisher geschah...“ Und das ist in diesem Falle schon eine Erfolgsstory. Es ist die Geschichte von Jessica Krieg, 20 Jahre alt, aus Heinsberg. Sie reitet, seitdem sie fünf Jahre alt ist. Und das sehr erfolgreich. Am Donnerstag startet Jessica Krieg zum ersten Mal im Grand Prix U25, bei dem die Reiter schwierige Lektionen durchlaufen müssen.

Ihr Pony Smarty war ihr „erster bester Freund“. Die beiden begannen damit, über Hindernisse zu springen. Was schon bald auffiel: Immer wieder versuchte sich das Mädchen mit seinem Springpferd an Dressurlektionen. Das machte ihr offensichtlich mehr Spaß, als zu springen. Und so zog es die damals Zehnjährige mehr und mehr in das Dressurviereck.

Dass sie sich richtig entschieden hatte, zeigte sich drei Jahre später: Dann gewann sie ihren ersten Europameisterschaftstitel in Bishop Burton in England. Im gleichen Jahr wurde Jessica Krieg Deutsche Meisterin in der Pony-Dressur in Aachen. Damit war der Grundstein gelegt für eine Karriere im Reitsport, während sie noch das Gymnasium in Erkelenz besuchte.

Früher Umstieg zu Junioren

Nur ein Jahr nach den ersten beiden Titeln fuhr sie den nächsten ein: Im polnischen Jaszkowo wurde Jessica Krieg Mannschaftseuropameister und gewann die Bronzemedaille in der Einzelwertung.

Wegen ihres schnellen Wachstums stieg sie mit 14 Jahren früh ins Junioren-Lager des deutschen Bundeskaders um. Damit bekam Jessica auch ihr erstes eigenes Großpferd: Special Edition genannt „Spezi“, ein fünfjähriger Westfalen-Wallach, mit dem sie 2014 den Europameisterschaftstitel in Arezzo in Italien holte. Vorausgegangen war aber ein Jahr konsequenten Trainings. 2013 bekam die junge Reiterin die rheinische Stute Florence zur Verfügung, mit der sie ebenfalls auf Anhieb erfolgreich war: Sie gewann im französischen Compiègne den Mannschafts-Europameistertitel.

Auf die Freude über Titel und Pferd folgte aber ein Schock: Im gleichen Jahr verunglückte die Stute tödlich. Nach einer Trauerphase wagte sich die junge Reiterin in den Sattel der Stute Rever Side. Nach anfänglichen Schwierigkeiten gelang Jessica Krieg auch mit diesem Pferd der Einstieg in den Bundeskader. Und sie gewann im gleichen Jahr die Bronzemedaille bei der Deutschen Meisterschaft. So auch im Jahr 2015: Erfolgreich im deutschen Bundeskader, mit vielen internationalen Erfolgen, holte sie unter anderem den Titel „Future Champion 2015“.

Nach einem Trainerumstieg zu Jean Bemelmans und Borja Carrascosa und dem Umzug in einen neuen Stall hatte die erfolgsverwöhnte Reiterin neue Ziele vor Augen, unter anderem den Einstieg in den Grand Prix. Und das ist ihr nun gelungen: In einem Sichtungswettbewerb in Warendorf – beim „Piaff-Förderpreis“ – konnte sich Jessica Krieg unter 36 Teilnehmern aus ganz Deutschland qualifizieren. Das bedeutet die Teilnahme an der gleichnamigen Dressur-Serie, in der Nachwuchsreiter in den Grand Prix eingegliedert werden. Der Auftakt ist am Donnerstag, 16. Februar, in Nizza. Dort wird Jessica Krieg ihren ersten internationalen Grand Prix U25 reiten. Damit ist ihr der Aufsteig in die „Königsklasse“ gelungen.

Parallel startet sie mit einem weiteren jungen Pferd in der sogenannten „jungen Reitertour“ der 18- bis 21-Jährigen.

Eigene Turniermode

Ein Leben zwischen Stall, Halle und Turnierplätzen, so scheint es. Bleibt da noch Zeit für Dinge, die anderen junge Frauen machen? „Ich habe immer noch genügend Zeit für meinen Freund, für Skifahren im Winter und die asiatische Küche, der ich mich gerne widme. Außerdem gestalte ich meine Turniermode selbst, die ich als eigene Marke produzieren lasse“, sagt Jessica Krieg. Sie entwirft T-Shirts, Polo-Shirts und Jacken. „Das macht mir Spaß“, sagt sie. Aber die tägliche Arbeit mit den Pferden steht über allem, „und damit ist nicht nur das Reiten gemeint, sondern auch die knochenschonende Arbeit und die Pflege, mit Augenmerk auf die Gesunderhaltung“.

Während Jessica Krieg so über ihr Leben redet, steht sie auch schon in der Tür, um mit ihrer Mutter zu ihren Pferden zu fahren. Die scharren schon mit den Hufen.

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