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„Erbarmen“: Ein Psychothriller begeistert und schockt das Publikum

Von: mb
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Wegberg. Das Morden im Norden ist nichts für schwache Nerven. Mit „Erbarmen“, einem Psychothriller vom Feinsten, gastierte das Westfälische Landestheater jetzt im Forum Wegberg.

Der Bestseller des Dänen Jussi Adler-Olsen jagte dem Publikum packend und nervenaufreibend den einen oder anderen Schauer des Entsetzens über den Rücken.

In der Bearbeitung für das Theater von Sabrina Ullrich verschwindet Merete Lynggaard, eine attraktive und aufstrebende Politikerin, 2002 an Bord einer Fähre spurlos. Man vermutete einen Tod durch Ertrinken. Doch sie ist nicht tot, sondern wird in einem fensterlosen, dunklen Verlies gefangen gehalten.

Sie kann sich nicht erklären, wo sie sich befindet und wie sie hierhin gekommen ist. Und schon gar nicht, warum sie offenbar hier festgehalten wird. Und von wem.

Verzerrte Stimmen aus einem Lautsprecher begleiten einmal jährlich an ihrem Geburtstag den Alptraum, der sich als weitaus grauenhafter entpuppen wird, als sie sich vorstellen kann. Jeweils an ihrem Geburtstag wird der Atmosphärendruck um ein Bar erhöht.

Erst fünf Jahre später erfährt sie, dass sie für einen durch sie verursachten Verkehrsunfall „bestraft“ wird. Und sterben soll sie, wenn der Druck rapide auf 1 Bar gesenkt wird.

Um Muskeln und Gehirn bei diesem Druckabfall mit Sauerstoff versorgen zu können, pumpt das Herz mit Höchstleistung und überflutet die Blutgefäße. Die Lufteinlagerungen in ihrem Gewebe und in ihren Knochen werden sich massiv ausdehnen und sie in Stücke reißen.

Wettlauf mit der Zeit

Der alte, nie geklärte Fall beschäftigt den Leiter eines neu gegründeten „Sonderdezernates Q“, Vizekriminalkommissar Carl Morck. Mit seinem Assistenten Assad, der sich als findiger Mann für alle Fälle entpuppt, macht er sich auf die Suche. Geschickt wurden der dramatische Wettlauf mit der Zeit und der im wahrsten Sinne des Wortes mörderische Druck auf die Gefangene verbunden.

Mit „Erbarmen“, dem ersten Fall für Carl Morck, gelang Adler-Olsen 2007 der Durchbruch. Seit dem Erscheinen des Bestsellers „Schändung“, dem zweiten Teil der Serie um Morck, gilt Adler-Olsen als bestverkaufter dänischer Krimiautor.

Das gesamte Ensemble (Burghard Braun, Gabriele Brüning, Thomas Tiberius Meikl, Sophie Schmidt, Felix Sommer, Thomas Zimmer) lieferte eine beeindruckende Leistung ab.

Besonders erwähnt werden müssen aber sicherlich die drei Hauptfiguren: Guido Thurk als egomaner, mental angeschlagener Kommissar Morck, der schlitzohrig seine Trümpfe ausspielt; Bülent Özdil als syrischer Assistent Assad, der lebendig und genüsslich alle Orient-Klischees ausweidet und vor allem Julia Gutjahr, die als Merete das Martyrium der Gefangenen erschütternd und anrührend auf die Bühne transportiert.

Gelungene Bühnentechnik

Mit aufwändiger und faszinierender Bühnentechnik wurde die karg eingerichtete Bühne in verschiedene Handlungsorte verwandelt, mit Licht und Ton wurde die Handlung zudem gekonnt unterstrichen.

Nahtlos reihte sich „Erbarmen“ in die vergangenen erfolgreichen Theateraufführungen in Wegberg ein. Das Publikum belohnte Stück und Ensemble mit reichlich Applaus.

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