Entscheidung zu Schulbezirken: Ein klares Sowohl-als-auch

Von: Rainer Herwartz
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Heinsberg. Die Entscheidung über die Einführung von Schulbezirken in Heinsberg ist gefallen. Anders jedoch als von SPD, FDP und Grünen ursprünglich vorgesehen, die die umfassende Einführung favorisierten. Anders allerdings auch, als die eher reserviert wirkende CDU selbst wohl zu Beginn der Diskussion gedacht hatte. Angestoßen worden war diese durch ein Schreiben der Grundschulleiter der Stadt, die sich für die Einführung der Schulbezirke stark gemacht hatten.

Dadurch sollte verhindert werden, dass durch eine übermäßige Ausdünnung der Schülerzahlen aufgrund der Wahlfreiheit innerhalb des Stadtgebietes Schulstandorte gefährdet werden.

„Wir haben es mit einer schwierigen Entscheidung zu tun“, erklärte denn auch CDU-Fraktionschef Wilfried Louis. Es gebe durchaus stichhaltige Argumente für und wider die Einführung der Schulbezirke. Letztlich müsse es zwar um den Erhalt der Schulstandorte gehen, aber die Wahlfreiheit der Eltern solle Priorität haben, da auch Schulbezirke nicht zwingend verhinderten, dass Schulstandorte geschlossen werden müssten.

Die CDU schlug daher das spätere Beschlussergebnis des Rates vor, wonach nur in Schafhausen/Grebben, Oberbruch und Straeten Schulbezirke eingerichtet werden. Gegen die Stimmen von SPD und FDP wurde diese Entscheidung gefällt.

Gerade in den Reihen der Sozialdemokraten brodelte es bei dem Vorschlag der CDU. Hatten sich die SPD-Vertreter doch den Wunsch der Schulleiter auf die Fahnen geschrieben, der auch für Heinsberg/Unterbruch, Dremmen, Randerath/Porselen, Kirchhoven-Lieck und Karken/Kempen Schulbezirke vorsah.

„Der politische Schlingerkurs der CDU wird hier fortgesetzt“, meldete sich Hans-Josef Voßenkaul zu Wort. Er sprach von Augenwischerei. „Das ist ein Ausdruck der Unfähigkeit, klare Entscheidungen zu treffen.“ Auch Parteifreund Jochen Lintzen sprang ihm zur Seite. Es könne doch nicht sein, dass es von Ort zu Ort unterschiedliche Regelungen gebe.

Grünen-Chefin Birgit Ummelmann, die vom Vorschlag der Christdemokraten überrascht wurde, erbat im Rat eine kurze Auszeit, um sich mit ihrer Fraktionskollegin und CDU-Chef Louis beraten zu können. Am Ende stimmte sie zu.

Nach der Sitzung begründete sie gegenüber unserer Zeitung den Schritt: „Ich habe das Ziel gesehen, Schulbezirke im gesamten Stadtgebiet einzuführen, aber man muss auch schon mal Kompromisse eingehen, um das Ziel zu erreichen.“

Bürgermeister Wolfgang Dieder hatte übrigens zuvor von einem Gespräch zwischen ihm und dem Schulrat berichtet, in dem dieser die nun erarbeitete Lösung als „nachvollziehbar“ bezeichnet habe.

Bei der Entscheidung um die zukünftigen Schülerzahlen in Grundschulklassen mit hohem Migrantenanteil oder Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf brauchte es keinen Kompromiss. Alle Mandatsträger einigten sich auf die Zahl 23.

Auch als es im Anschluss um die Entwicklung des weiterführenden Schulwesens der Stadt Heinsberg ging, ein Tagesordnungspunkt, der lediglich Mitteilungscharakter besaß, dominierten zufriedene Gesichter. Dreh- und Angelpunkt war ein Fragebogen, der nun die entsprechenden Wünsche der Grundschuleltern zu Tage führen soll.

SPD, Grüne und FDP hatten dazu im Juli einen Antrag gestellt, der jedoch auf Betreiben der CDU wegen seiner „Kurzfristigkeit“ vertagt wurde. Voßenkaul konnte es sich nicht verkneifen, sich süffisant bei der Stadtverwaltung zu bedanken, dass diese den Antrag zwischenzeitlich in allen Punkten umgesetzt habe.

Die Grundschulen erhalten die Fragebogen am Mittwoch, 11. September. Nur einen Tag später werden sie an die Klassen zwei bis vier ausgehändigt. Rückgabetermin ist Mittwoch, 18. September. Danach gehen sie an die Projektgruppe Bildung und Region zur Auswertung.

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