Wegberg-Beeck - Engel marschieren zum Plastikinstrument

Engel marschieren zum Plastikinstrument

Von: Helmut Wichlatz
Letzte Aktualisierung:

Wegberg-Beeck. Mit einem Konzert des Bläserensembles „International Brass“ begann in St. Vincentius Beeck der Wegberger Musikfrühling. Den rund 150 Zuhörern boten die fünf Musiker eine interessante musikalische Zeitreise vom Barock bis in die Neuzeit.

Veranstaltet wurde das Konzert vom Förderkreis Opus 512, der die fünf Spitzenmusiker nach Beeck gebracht hatte. Der Posaunist Thomas Lindt stammt aus dem benachbarten Wassenberg, seine Mitspieler aus Litauen, den Niederlanden und Österreich.

Gleich zum Beginn des Konzerts hatten die Musiker eine kleine Änderung vorgenommen. Vor dem Praeludium in C-Dur von Johann Sebastian Bach, das im Programmheft als Konzertauftakt genannt war, präsentierten sie noch das Stück „Grand Coeur“ aus der Feder von Theodore Dubois. Dieses Stück war eigentlich ebenso wie viele andere Stücke, die die Zuhörer an diesem Nachmittag geboten bekamen, für die Orgel komponiert worden. Dubois als Kirchenorganist verstand sich als Vertreter der romantischen Tradition, wie der Hornist Wilhelm Junker ausführte.

Er begleitete das Konzert mit Kommentaren zur Entstehungsgeschichte der Stücke und verriet einige interessante Details, die zum Musikgenuss auch noch eine Erweiterung des Wissens boten. So erfuhr das Publikum unter anderem auch, dass die Instrumente eines Blechbläserensembles nicht zwangsläufig immer aus Metall sein müssen.

Mal lustig, mal feierlich, mal ernst

Das Konzert lebte vor allem aus dem Zusammenspiel der barocken Elemente und moderner Techniken, durch die eine Klangfülle entstand, die durch die Höhe und Weite des Kirchenschiffes noch unterstützt wurde.

Das Ensemble hatte sich „Musik ohne Grenzen“ auf die Fahnen geschrieben, mal lustig, mal feierlich und ernst, doch immer auf sehr hohem Niveau. Vieles, was die Zuhörer im Laufe des Konzertes zu hören bekamen, war ihnen bekannt, denn Elemente der Blasmusikstücke tauchen auch in anderen Gattungen auf. Neben klassischen Stücken wie dem „Adagio und Allegro für eine Walze“ von Wolfgang Amadeus oder Mozart oder Vivaldis „Konzertfür zwei Trompeten und Orchester“ war auch das Traditional „Amazing Grace“ in einer Dixieland-Version zu hören. Aus Junkers Feder stammte das „Concertino für Alphorn und Bläserquartett“.

Die beiden Trompeter Willy Huppertz (Niederlande) und Waldemar Jankus (Litauen) und der Österreicher Bernhard Petz an der Tuba rundeten das Quintett musikalisch ab. Die Musiker bewiesen durch ineinander übergehende Stücke, wie sehr Musik aus verschiedenen Jahrhunderten und Epochen harmonisieren kann. Bei „Oh when the saints go marching in“ brachte Posaunist Lindt ein Instrument aus rot-schwarzem Plastik zum Einsatz, das erstaunlicherweise auch noch gut klang.

Am 5. Mai geht es in St. Vincentius mit einem Orgelkonzert des Kölner Künstlers Léon Berben weiter.

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