Enge Zusammenarbeit in der Flüchtlingsarbeit vereinbart

Von: Anna Petra Thomas
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Viel Arbeit: Öffentliche Verwaltungen, soziale Träger und Kirchen wollen einen Runden Tisch für Flüchtlingsarbeit in Heinsberg und Waldfeucht gründen. Foto: dpa
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Ihr Ziel: ein Runder Tisch für Flüchtlingsarbeit. Bärbel Windelen und Martina Zantis (von links) haben darüber mit Kirchen und Verwaltungsvertretern gesprochen. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg/Waldfeucht. Die Stadt Heinsberg und die Gemeinde Waldfeucht wollen in ihrer Flüchtlingsarbeit künftig enger zusammenarbeiten. Das ist das Ergebnis eines ersten Organisationsgesprächs mit dem Ziel der Gründung eines Runden Tischs, der alle Aktivitäten koordinieren soll.

Eine vollständige Liste der Institutionen, die demnächst an dem Runden Tisch vertreten sein sollen, gibt es noch nicht. Das erste Treffen zeigte aber, dass zunächst vor allem die Caritas, städtische Einrichtungen und Kirchen im Boot sind.

Neben Gemeindesozialarbeiterin Bärbel Windelen von der Caritas und ihrer Kollegin Martina Zantis saßen Waldfeuchts Bürgermeister Heinz-Josef Schrammen, Silvia Kremers und Dana Mehr, die im Heinsberger Sozialamt für die Flüchtlinge zuständigen sind, der evangelische Pfarrer Sebastian Walde und Presbyterin Ellen Rams-Fischer, mehrere Vertreter der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) Heinsberg-Waldfeucht und Achim Kück, der künftige Flüchtlingsseelsorger in der Region Heinsberg, am Tisch. Der Impuls für den Runden Tisch sei vom GdG-Rat Heinsberg-Waldfeucht gekommen, sagte Bärbel Windelen.

Eine Bestandsaufnahme in Sachen Flüchtlinge in Waldfeucht und Heinsberg: In Waldfeucht seien derzeit rund 40 Flüchtlinge untergebracht, sagte Schrammen. Überwiegend seien dies Männer in einer Sammelunterkunft zwischen Haaren und Karken. Sie würden vom Ordnungsamt und vom Personal des Bauhofs regelmäßig betreut.

245 Asylbewerber in Heinsberg

In Heinsberg lebten derzeit etwa 245 Flüchtlinge, und es würden kontinuierlich mehr, sagte Kremers. Neben größeren Unterkünften in Heinsberg, Aphoven und Bleckden habe die Stadt zurzeit Wohnungen in Himmerich, Unterbruch und Straeten gemietet. Dringend suche das Sozialamt derzeit Wohnungen, die es mieten und den Flüchtlingen zuweisen könne.

Organisierte Flüchtlingsarbeit wird in Heinsberg sichtbar durch das von Sozialamtsleiter Wolfgang Paulus initiierte Netzwerk und die Initiative „Welcome to HS-Sports“, in der Sportvereine Flüchtlingen nicht nur eine kostenlose Mitgliedschaft, sondern auch weitere Unterstützung, etwa in puncto Ausrüstung, anbieten. Darüber hinaus bietet der Oberbrucher Hilfsverein Amos in Kooperation mit dem Katholischen Forum einen ersten Kurs für die Fortbildung im Ehrenamt mit Flüchtlingen an. In Waldfeucht engagiert sich derzeit bereits die Initiative „Hand in Hand“ für Flüchtlinge.

Die Teilnehmer stießen auch einige neue Ideen an, etwa die eines stets aktuellen Online-Auftritts, in dem alle Möglichkeiten der Hilfe für Flüchtlinge verzeichnet sind. „Wenn abends um 21.45 Uhr ein Flüchtling vor mir sitzt und mich fragt, wo er denn Sport treiben kann, dann kann ich ihm so eine konkrete Information geben“, sagte Walde. Er gab zudem zu bedenken, dass sich sicherlich nicht die gesamte, ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit in eine feste Struktur einbinden lasse. „Vieles passiert einfach so“, sagte er. Das seien oft zufällige Begegnungen von Flüchtlingen mit anderen, hier lebenden Menschen.

Durch die Gemeinde sei in Waldfeucht der Grundbedarf gedeckt. „Das heißt aber nicht, dass noch etwas gemacht werden kann“, sagte Schrammen. So gebe es zum Beispiel noch keine Sprachkurse oder Sportangebote.

Zukünftig soll die Flüchtlingsarbeit – nach dem Willen der Beteiligten aus Heinsberg und Waldfeucht – an einem Runden Tisch über die kommunalen Grenzen hinweg koordiniert werden.

Ein eher formales Problem sind dabei die Unterschiede in den kommunalen und kirchlichen Strukturen des Raumes. Die GdG Heinsberg-Waldfeucht umfasst zwar alle Pfarreien im Gebiet der Gemeinde Waldfeucht, aber nur einen Teil der Heinsberger Pfarreien. In Heinsberg gebe es weitere Pfarreien, die der GdG Heinsberg-Oberbruch angehören.

Auch die Organisation der evangelischen Kirche weicht von den kommunalen Grenzen ab. So gehöre die Gemeinde Waldfeucht zur evangelischen Kirche in Gangelt, und neben der evangelischen Kirchengemeinde Heinsberg gebe es auf Heinsberger Stadtgebiet noch eine evangelische Kirche in Randerath, sagte Walde. Diese Besonderheiten sollten dem Engagement für Flüchtlinge aber nicht im Wege stehen.

Der nächste Schritt

Gleich nach den Sommerferien wird es ein zweites Organisationstreffen geben, an dem Vertreter der Kommunen, der Kirchen und der vor Ort in Heinsberg und Waldfeucht bereits tätigen Organisationen teilnehmen sollen.

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