Engagiertes Team will Heinsberger St. Martinszug retten

Von: Rainer Herwartz
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Heike Northemann, Martina Zerr, René Mertens (sitzend von links), Thomas Heinrichs, Marcel Nießen, Peter Heinrichs, Siegfried Jansen, Markus Bruns und Sebastian Walde (hinten von links) freuen sich, dass sie jetzt doch einen St. Martinszug auf die Beine stellen konnten. Foto: Rainer Herwartz

Heinsberg. „Es war unsere Hoffnung, dass es einen Aufschrei gibt. Und das ist so gekommen“, sagt Marcel Nießen von der Freiwilligen Feuerwehr in Heinsberg Stadtmitte.

In den sozialen Medien, aber auch im persönlichen Gespräch hätten sich viele Menschen bestürzt gezeigt, als sie durch einen Bericht in unserer Zeitung erfahren mussten, dass der Löschzug nach über 60 Jahren nicht länger als Veranstalter des St. Martinszuges im Stadtkern von Heinsberg fungieren könne, weil er schlicht überlastet sei.

„Als bekannt wurde, dass es schwierig wird, den St. Martinszug durchzuführen, sind wir von vielen Seiten angesprochen worden, dass dieses Kulturgut nicht sterben dürfe.“ In einer Art „kleinen Lösung“ wollte die Sonnenschein-Grundschule zwar zumindest für ihre Schüler einen St. Martinszug auf die Beine stellen, wie Schulleiter Thomas Heinrichs noch Anfang September auf Nachfrage erklärt hatte. Doch das ist jetzt nicht mehr nötig, denn der „Aufschrei“ der Bevölkerung blieb nicht ungehört.

Etwa 200 Einsätze

Neben den zahlreichen Übungen und etwa 200 Einsätzen pro Jahr, die von den Löschzug-Mitgliedern ehrenamtlich und vorwiegend in ihrer Freizeit abgewickelt werden, bliebe für die Organisation des St. Martinsumzuges einfach keine Zeit mehr, hatte die Feuerwehr mitgeteilt. Immer größer sei die Belastung für die rund 50 Aktiven geworden, hieß es. Egal ob Radrennen, Trilagon, Konzerte, Schützen- oder Maifeste – der Löschzug werde immer herangezogen zur Unterstützung.

Von der umfangreicher gewordenen Ausbildung ganz zu schweigen. Und die abnehmende Spendenbereitschaft in der Bevölkerung hatte auch nicht gerade einen Motivationsschub bei denjenigen ausgelöst, die sich jedes Jahr für das Martinsfest mit der Sammelbüchse auf die Socken machten. Nicht selten seien die Feuerwehrleute dabei sogar beschimpft oder beleidigt worden, sagt Marcel Nießen.

Doch damit dürfte jetzt Schluss sein. „Sie wissen, die Feuerwehr braucht Unterstützung“, erklärt Ortsvorsteher Siegfried Jansen (CDU) bei einer Pressekonferenz.

Er hatte in den Vertretern der beiden Kirchen, Propst Markus Bruns, Pfarrer René Mertens und Pfarrer Sebastian Walde, dem Gewerbe- und Verkehrsverein mit seinem Vorsitzenden Peter Heinrichs und Geschäftsführerin Heike Northemann, Thomas Heinrichs als Leiter der Sonnenscheinschule mit seiner Stellvertreterin Martina Zerr sowie Marcel Nießen als Vertreter der Löschgruppe gleich Verbündete gefunden.

„Wir schaffen es, dass wirklich ein Martinszug in der Innenstadt geht, an dem nicht nur die Kinder der Grundschule teilnehmen können“, freut sich Siegfried Jansen. Martina Zerr nennt denn auch gleich einige Details zum Verlauf. Am Samstag, 11. November, ab 17 Uhr geht es los. Zunächst mit einem kleinen Rollenspiel zu St. Martin, das Grundschüler auf dem Parkplatz der alten Sonnenscheinschule aufführen werden.

Die evangelische Kirche hat eigens hierzu ihre Mobile Kirche als Bühne zur Verfügung gestellt. Danach, etwa gegen 17.15 Uhr, setzt sich der Martinszug in Bewegung von der Westpromenade über die Lieckerstraße und die Stiftsstraße, die Hochstraße inklusive der oberen Hochstraße durch den Torbogen am Begashaus und dann wieder in Richtung Westpromenade. Begleitet wird der Umzug musikalisch vom Spielmannszug Edelweiß Heinsberg-Lieck und vom Instrumentalverein aus Kirchhoven.

Auf dem alten Schulhof werde dann das Feuer entfacht, erläutert Thomas Heinrichs. St. Martin sei dort natürlich auch zu sehen. Die Ausgaben der rund 1200 Weckmänner erfolge für die Grundschulkinder in ihren Klassen und für alle übrigen Kinder in der Aula der Grundschule. In der Pausenhalle gibt es zu dem noch Kakao und Glühwein für die Erwachsenen.

Kartenverkauf startet

Der Kartenverkauf für die Weckmänner (3 Euro pro Stück) erfolgt ab Montag, 16. Oktober, nicht nur in der Grundschule, sondern auch in der Buchhandlung Gollenstede, Hochstraße 127, dem Café Kremers-Kupietz, Apfelstraße 26, dem Café Bagett, Patersgasse 19, dem Gemeindebüro der Evangelischen Kirche, Erzbischof-Philipp-Straße 12, dem Handelshaus Heinrichs, Hochstraße 125 und dem Pfarrbüro der Katholischen Kirchengemeinde St. Gangolf, Hochstraße 20. Bedürftige Kinder haben die Möglichkeit, kostenlos eine Karte über die Tafel in Heinsberg, Erzbischof-Philipp-Straße 18, zu beziehen.

Ist denn nun der St. Martinszug wieder auf lange Sicht in der Heinsberger Innenstadt gesichert? „Zunächst einmal für dieses Jahr“, bestätigt Siegfried Jansen. „Wir möchten aber, dass sich ein Gremium bildet, dass die Aufgabe für die Zukunft übernimmt.“

Dieses Gremium „könnte aber durchaus identisch bleiben mit dem jetzigen“, mutmaßt G&V-Vorsitzender Peter Heinrichs und lacht. „Am Anfang dachten wir noch, dass unsere Bemühungen erst für das nächste Jahr seien, doch manchmal geht es schneller als gedacht.“ Die Kinder und ihre Eltern wird‘s freuen.

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