„Energiewende konkret“: Passiv der Klimaveränderung begegnen

Von: kl
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Im Kaisersaal in Immerrath (neu) begrüßten die Erkelenzer Grünen neben Minister Johannes Remmel (3.v.l.) unter anderem die MdL Gudrun Zentis und Dr. Ruth Seidl sowie Professor Ludwig Rongen (z..v.r.). Foto: Koenigs

Erkelenz-Immerath (neu). Das ist selten: Da kommt ein Minister nach Erkelenz – und der Bundestagswahlkampf rückte nahezu in den Hintergrund. Zu einer Informationsveranstaltung zum Thema „Energiewende konkret“ hatten die Erkelenzer Grünen NRW-Umweltminister Johannes Remmel neben anderen Politikern und Fachleuten in den Kaisersaal nach Immerath (neu) eingeladen.

Schwerpunktmäßig ragte dabei ein Vortrag von Professor Ludwig Rongen aus Wassenberg über „Passivhäuser, individuell, klimafreundlich und energiesparend“ heraus. Rongen war von Hans-Josef Dederichs als „Passivhauspapst“ begrüßt worden. Dederichs selbst, Sprecher der Grünen und Bundestagskandidat, sprach von seinem Wunsch, in Erkelenz möge im Rahmen der Umsiedlung ein neuer Ort CO2-frei gestaltet werden.

„Ein solches Projekt wäre modellhaft und eine Chance, die die Stadt nutzen sollte. Aber sie nimmt sie nicht wahr.“ Auch Remmel ging auf das zukünftige Wohnen als Form des Energiesparens ein. „Eine Energiewende bedeutet nicht nur eine Stromwende.“ Eine Diskussion nur über den Strompreis sei nicht richtig. Eine Energiewende im Sinne des Klimaschutzes beinhalte auch Energieeinsparung, Wärmenutzung , Wohnen und Mobilität. Bei der Energiewende könne jeder mitwirken, er müsse es nur wollen.

„Uns endlich mal unterstützen“

Damit brachte er einen Umsiedler ins Gespräch, der vehement forderte, gerade die Grünen sollten „uns endlich einmal unterstützen“, wenn bei der Umsiedlung energiesparende Neubauten entstehen sollten. Diese Unterstützung sicherte Remmel im pauschaler Form auch zu, wenngleich er auch von den „Rahmenbedingungen des Bundes“ sprach, die eine mögliche Klimawende in Nordrhein-Westfalen beeinträchtigten. Seine Landtagskollegin Gudrun Zentis ergänzte, den von einer Umsiedlung Betroffenen stünden alle Förderprogramme offen.

Interessanter als die Aussagen des Ministers waren für die Zuhörer die Ausführungen von Rongen. Zuvor hatte Dederichs beklagt: „Mit den meisten Erkelenzer Architekten scheint es nicht möglich zu sein, Passivhäuser zu bauen.“

Der Begriff „Passivhaus“ sei inzwischen international zu einem Fachbegriff geworden, meinte Rongen. Dabei gehe es inzwischen nicht nur darum, wenig Energie zu verbrauchen, inzwischen sei es üblich, mehr Energie zu erzeugen als benötigt werde und die sinnvoll zu nutzen.

Als Beispiel nannte er die „eigene Tankstelle für das Elektroauto“ dank des Energieüberschusses aus dem Passivhaus. „Ein Passivhaus ist eine Chance, der Gefahr der Klimaveränderung zu begegnen.“ Auch seien Passivhäuser inzwischen effektiver und wirtschaftlicher als Häuser in konventioneller Bauweise.

Herstellungskosten

Lediglich bei frei stehenden Einfamilienhäusern seien die Herstellungskosten fünf bis sieben Prozent höher als bei Standardhäusern. Bei allen anderen Passivhäusern, ob Schulen, Altenheimen, sanierten Kirchen, gebe es bei den Baukosten keine erheblichen Unterschiede mehr. Und mit Blick auf den Kaisersaal meinte der weltweit tätige Architekt: „Als Passivhaus wäre er wahrscheinlich nicht teurer geworden.“

Wie es weiter geht mit dem CO2-freien Bauen in Erkelenz und dem Voranschreiten der Passivhaus-Technologie, ist letztendlich auch eine politische Entscheidung – wie etwa auch der Bau eines neuen Amtsgerichts als konventionelles Gebäude oder als eines mit Leuchtturmcharakter.

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