„Ende Gelände“: Die Polizei spricht von einem erfolgreichen Einsatz

Von: Daniel Gerhards
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Die Beamten gingen nur selten robust zu Werke Foto: D. Gerhards

Erkelenz/Aachen. Nach dem riesigen Polizeieinsatz rund um das Klimacamp am Lahey-Park nahe Erkelenz-Kückhoven sprach Dirk Weinspach am Dienstag von einem erfolgreichen Einsatz. Weinspach ist der Aachener Polizeipräsident und als solcher seit vergangenem Jahr für die Einsätze rund um die Tagebaue in der Region zuständig.

Insgesamt habe es bei den Protesten gegen den RWE-Konzern und die Braunkohletagebaue 450 Festnahmen von Aktivisten gegeben, die mutmaßlich Straftaten begangen hätten, sagte Stephan Wey, einer der Einsatzleiter der Polizei. 600 Aktivisten seien zur Gefahrenabwehr in Gewahrsam genommen worden, weil eine Straftat unmittelbar bevorgestanden habe.

Wie schwierig der Einsatz für die Polizei war, verdeutlicht eine Episode, über die Helmut Lennartz, der andere Einsatzleiter der Polizei, sprach. Am Freitag sei eine Gruppe von rund 160 Aktivisten aus dem Klimacamp aufgebrochen, aber nicht in Richtung Tagebau, sondern nach Erkelenz. Vom Bahnhof aus sei die Gruppe nach Hochneukirch gefahren und habe dort die Gleise der Deutschen Bahn blockiert.

Ein Güterzug musste eine Notbremsung einlegen. Das Durcheinander dieser gefährlichen Situation hätten 60 Aktivisten genutzt, um in den nahen Tagebau Garzweiler einzudringen.

Im Großen und Ganzen sei es der Polizei gelungen, deeskalierend zu wirken, sagte Weinspach. Robust zu Werke gehen musste sie nur in wenigen Situationen. Zum Beispiel auf den Gleisen in Hochneukirch.

Weinspach sagte, dass er viele positive Rückmeldungen von Anwohnern bekommen habe, die Verständnis für den Einsatz der Polizei gezeigt hätten. Abgesehen von einzelnen Verkehrseinschränkungen sei „das öffentliche Leben nicht beeinträchtigt“ gewesen. Er lobte zudem die Zusammenarbeit mit den Kommunen vor Ort, zum Beispiel mit dem Erkelenzer Bürgermeister Peter Jansen (CDU), der dabei geholfen habe, einen Ort für das Klimacamp zu finden.

Bedauerlich sei, dass der Polizeieinsatz auf den Flächen einiger Landwirte Schäden verursacht habe, sagte Weinspach. Wer einen solchen Schaden hat, kann sich unter Telefon 0241/957762090 bei der Aachener Polizei melden.

Weitere Proteste sind in diesem Jahr zu erwarten: Zur UN-Klimakonferenz, die im November in Bonn stattfindet, sind weitere Aktionen von „Ende Gelände“ im Rheinischen Revier angekündigt.

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