Ende des Jahres soll ein Konzept für Freibäder vorliegen

Von: Rainer Herwartz
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Noch liegt die Rutsche im Kinderplanschbecken in Kirchhoven auf dem Trockenen und der Flamingo steht etwas trostlos herum. Doch das soll sich bald ändern, hofft die Initiative, die das Freibad retten möchte. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg. „Es bleibt wahrscheinlich so, dass jeder an seinem Freibad arbeitet und ein Konzept erstellt“, sagt Laury Hubert von der Kirchhovener Initiative, die das dortige Freibad als Schwimm- und Freizeitstätte erhalten möchte. Am Ende dann werde sich zeigen, welches das bessere ist und auf Unterstützung durch die Stadt Heinsberg hoffen darf.

Die Oberbrucher Bürgerbadgruppe, die sich selbst Wurmbad-Initiative nennt, glaubt und hofft, dass sie es sein wird, die als Sieger durchs Ziel geht. Die Rettungsringe sind ausgeworfen. Nun muss sich zeigen, wer am Ende hindurchpasst. Auch wenn beide Seiten immer noch beteuern, dass sie ja eigentlich nicht in Konkurrenz zueinander stünden, weil es nur darum gehe, das möglichst überlebensfähigste Bad herauszuarbeiten, ist der Wettbewerb längst entbrannt.

Bis das tragfähige Konzept der Oberbrucher vorgelegt und eventuell genehmigt werde, bleibe die Bürgerbadgruppe Bestandteil der IG 2020, sagt Josef Füßer, der Vorsitzende der IG. „Das hat die Konsequenz, dass Sprecher beider Gruppen der Vorsitzende der IG 2020 ist.“ Gleichwohl besitze die Wurmbad-Initiative mit der Vorsitzenden Margit Jansen aus Hülhoven, dem Geschäftsführer Guido Strauch aus Hülhoven und Schatzmeister Rudolf Welnitz aus Schafhausen einen eigenen Vorstand. „Die Zusammensetzung bringt klar zum Ausdruck, dass der Erhalt des Freibades ein Stadt- und nicht lediglich ein Oberbrucher Thema ist“, meint Füßer.

Zur ersten strukturellen Sitzung waren übrigens auch die Kirchhovener Organisatoren eingeladen, doch diese hatten aus Zeitgründen abgesagt. „Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir eine Zusammenarbeit anstreben. Wir sind auch bereit, uns zu treffen, aber wir hatten an dem Tag leider keine Zeit“, sagt Hubert hierzu. Alle seien Studenten , die an den unterschiedlichsten Orten studierten. „Wir hätten nur an Wochenenden Zeit.“ Nein Kirchturmspolitik kann er nicht erkennen. „Das wäre nur dann der Fall, wenn man unfair wird.“

Unter Führung des neuen Vorstandes in Oberbruch wurden sieben Arbeitskreise gebildet, die sich nun mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten befassen werden: Angebot und Attraktivität; Öffnungszeiten, Preise, Reinigung; Kiosk, Restauration; Technik; Aufsicht; Gartenanlagen; Finanzen. „Ich bin in keinem der Gremien dabei“, sagt Füßer. „Wenn man sich das bildlich vorstellt, hat diese Truppe einen Zug besetzt mit drei Lokführern, zwei Waggons mit 100 Ehrenamtlichen, aber noch einer mit 50 Helfern wäre zu füllen. Es ist eine Dampflok, die nicht so schnell fährt und es ermöglicht, jederzeit noch aufzuspringen.“

Es sei bereits eine Vielzahl von Ideen in die einzelnen Arbeitskreise eingebracht worden, die jetzt auf Sinnhaftigkeit, Machbarkeit und personellen Aufwand hin überprüft werden müssten und dann wieder in der großen Runde vorgestellt würden. Ein Beispiel sei das Aufstellen von Kassenautomaten. Das könnte dazu führen, dass bis zu 50 Ehrenamtler an dieser Stelle eingespart werden, die dann anderweitig eingesetzt werden könnten. Auch über die Anschaffung von Liegen werde schon nachgedacht, den Ausbau der Gastronomie und die damit verbundene Vergrößerung der Terrassen. Ein weiterer Aspekt sei die Anlage von Gehwegen. „Wenn ich zum Kiosk möchte, muss ich derzeit noch Slalom durch die Liegedecken laufen.“

Fest stehe allerdings schon jetzt: „Auf die bisherige Personenzahl der Badegäste kann man nicht aufbauen. Ziel muss es sein, die Anzahl der Badegäste erheblich zu erhöhen. Ich glaube, die Mehrzahl der Bevölkerung möchte ein Bad mit Öffnungszeiten von früh morgens bis in den Abend hinein, so dass auch Berufstätige während der Woche die Möglichkeit zum Baden haben.“

Doch wie soll dies alles finanziert werden? „Die Finanzierung ist bereits angedacht, zum Beispiel über Sponsoring, Fremdmittelbeschaffung und Spenden unterschiedlichster Art.“ Auch hierfür seien die Planungen bereits angelaufen, sagt Füßer. „Alles kann im Grunde an zwei Dingen scheitern; an der Bereitschaft einer ausreichenden Zahl von Menschen, die helfen wollen und an der nicht machbaren Finanzierbarkeit von bestimmten Vorstellungen. Letzteres wäre aber zunächst nicht entscheidend für die Öffnung oder Nicht-Öffnung des Freibades. Unsere Vorstellung ist, dass spätestens bis Ende des Jahres das tragfähige Konzept beim Eigentümer des Bades, also der Stadt Heinsberg, vorgelegt wird. Dass eine große Ernsthaftigkeit dahintersteht, ist gut zu erkennen. Die hochmotivierten Leute haben ein klares Ziel. Alles ist schon durchgetaktet.“

In Kirchhoven steht und fällt das Erreichen dieses Ziels vielleicht mit dem 29. September. Dann wird die Führungscrew der Bürgerinitiative erstmals mit einem Gutachter das Freibadgelände in Kirchhoven in Augenschein nehmen können. Der Experte soll zunächst eine grobe Einschätzung der Kosten geben, die benötigt würden, um das Bad für Badegäste wieder flott zu machen. Sollte sein Urteil Hoffnung machen, werde ein Förderverein gegründet und ein qualifiziertes Gutachten in Auftrag gegeben, sagt Laury Hubert.

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