Erkelenz-Hetzerath - Electrisize-Festival: Einst Privatparty, jetzt Publikumsmagnet

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Electrisize-Festival: Einst Privatparty, jetzt Publikumsmagnet

Von: Helmut Wichlatz und Stefan Klassen
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Noch kann man das Hohenbuscher Herrenhaus im Hintergrund sehen. Am Wochenende wird es hinter der großen Hauptbühne des Electrisize-Festivals verschwunden sein. Dominik Mercks, Michael Frentzen und Raphael Meyersieck von Kultur Garten wissen zumindest schon, wie es aussehen wird und was wo steht. Foto: Helmut Wichlatz

Erkelenz-Hetzerath. Der Countdown läuft, und auf Hohenbusch haben viele Leute noch alle Hände voll zu tun, bevor am Donnerstagabend die ersten Besucher anreisen. Es ist wieder Electrisize.

Zum vierten Mal trifft sich die Electronic-Szene auf dem Gelände des ehemaligen Klosters und Gutshofes. Heute werden die vier streng geheimen Bühnenaufbauten vom TÜV abgenommen. Rotes Kreuz und Feuerwehr haben ihre Einsatzzentralen auf dem Gelände bezogen und der Campingplatz steht bereit für den Ansturm der Musikfans.

Diese stammen längst nicht mehr nur aus der Region, denn das Festival hat sich bundesweit etabliert und gehört zu den angesagten Adressen des Festivalsommers. Rund 10.000 Besucher erwarten die drei Macher von der Kultur garten GmbH ab Donnerstagabend.

Damit bis Sonntag nichts schiefgehen kann, arbeiten Dominik Mercks, Raphael Meyersieck und Michael Frentzen – besser bekannt als Kultur Garten GmbH – schon beim Aufbau des Festivalgeländes mit Profis zusammen, die ihr Handwerk verstehen.

Der Bühnenbau wird von einem niederländischen Unternehmen bewerkstelligt, das mit zahlreichen Helfern angerückt ist und seit einer Woche damit beschäftigt ist, aus dem Turnierplatz und Garten hinter dem altehrwürdigen Herrenhaus eine moderne Erlebnislandschaft für den anspruchsvollen Raver zu machen. Dazu gibt es eine zweigeschossige VIP-Lounge und allerlei Schnickschnack, der das junge Herz höherschlagen lässt.

Die drei Festival-Macher konnten sich in diesem Jahr schon vorwärmen, denn fünf tagelang leiteten sie „den größten Campingplatz der Republik“ beim diesjährigen „Parookaville Festival“ in Weeze, wie Dominik Mercks betont.

Angesichts der allgemeinen Sicherheitsdebatte haben die Organisatoren die Sicherheitsvorkehrungen erhöht. Besuchern raten sie davon ab, Rucksäcke oder Taschen mitzubringen, da dies die Kontrollen am Einlass unnötig verlängern würde.

Erreichbar ist das Festivalgelände nur durch eine Schleuse im hinteren Bereich, wo jeder Besucher untersucht wird. Rund vier Kilometer Bauzaun wurden aufgestellt, um den Besucherfluss zu regulieren und unter Kontrolle zu halten. Die Fluchtwege sind ausgeschildert und das Sicherheitspersonal ist „festivalerfahren“.

Auch die Kreispolizeibehörde Heinsberg hat sich nach Angaben von Sprecherin Angela Jansen auf die Großveranstaltung entsprechend vorbereitet. „Wir sind personell auf das zu erwartende erhöhte Einsatzaufkommen eingestellt“, sagt sie. Genaueres zur Personalstärke will sie aus einsatztaktischen Gründen aber nicht kundtun. Auf jeden Fall werde es aufgrund des Festivals auch verstärkt Verkehrskontrollen geben.

Dass angesichts der jüngsten Terror- und Amokattacken auch die aktuelle Sicherheitslage im Konzept der Kreispolizei eine Rolle spielt, bestätigt Behördensprecherin Jansen. „Wir berücksichtigen die Situation“, sagt sie. Angaben zur Anzahl der deshalb eingesetzten Beamten will sie nicht machen. „Wir stellen uns auf die Lage ein“, versichert sie im Hinblick auf das Festivalwochenende am Haus Hohenbusch.

Einstellen können sich die Besucher auf jeden Fall auf rund 50 Künstler, die im Rahmen des Festivals auflegen werden, darunter auch „DJ friendson“, alias Michael Frentzen. Er selbst bezeichnet sich nicht als „typischen Festivalgänger“, obwohl er von der musikalischen Vorliebe und dem Alter her durchaus in die Kategorie passen würde.

Wie seine Kollegen Mercks und Meyersieck sei er vor allem davon fasziniert, das „Sahnehäubchen“ für das Festival zu finden, betont er. „Wo es an sich reicht, setzen wir noch gerne eins drauf, damit es perfekt ist“, sagt auch Meyersieck. Schon jetzt stehen die Festivalmacher mit Landwirten in Verhandlungen, um im kommenden Jahr einen größeren Campingbereich anbieten zu können. „Wir sind nicht auf magische Zahlenrekorde fixiert“, sagt Mercks. „Aber Electrisize wächst organisch.“

Was 2009 als eher private Party im Laheypark begonnen hat, ist zu einem Festival herangewachsen, das bundesweit und in den angrenzenden Ländern wahrgenommen wird.

Gerade in den Niederlanden ist die Electronic-Szene sehr stark vertreten. Deshalb stammen auch viele der Künstler der diesjährigen Playlist aus dem Nachbarland.

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