Wassenberg - „El Cambio“: Facettenreiches Konzert in der Hofkirche

„El Cambio“: Facettenreiches Konzert in der Hofkirche

Von: Johannes Bindels
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Stark: Micha Claessen am Akkordeon, ohne das ein Tango-Rhythmus nicht zündet. Foto: Johannes Bindels

Wassenberg. Mit Geige, Gitarre, Kontrabass, Akkordeon und Gesang verzauberte das Ensemble „El Cambio“ mit seiner Musik in der evangelischen Hofkirche das Publikum. Auf ihrer Weltreise durch die Musik schafften die Musiker jeweils spielend eine Atmosphäre von der argentinischen Tangobar über die Zigeunermusik in der Pusta bis zum Wiener Café.

Eingeladen zur musikalischen Tour hatten der Kultur-Förderverein und die Evangelische Kirchengemeinde in Zusammenarbeit mit der Stadt Wassenberg.

Der Name „El Cambio“ (Die Veränderung) des Ensembles mit Christine Peeters (Gesang), Micha Claessen (Akkordeon), Alina-Lin Jong (Geige) und Jan Vossen (Kontrabass) sei bewusst gewählt, ließ Hans Peeters (Gitarre) zu Beginn seiner Moderation das Publikum wissen. „Jedes Konzert beginnen wir mit „Todo Cambia“ – alles verändert sich“, erläuterte er den ersten Beitrag und den Bezug zur Namensgebung.

Wenn mit Kurt Weills „Youkali“ ebenso wie in „La sirena“ eine eher melancholische Stimmung und der Tango-Rhythmus vorherrschte, so spiegelten die Gypsy-Rhythmen in „Taven baxtale“ und „Amari szi“ die volle Lebensfreude der Roma-Kultur wider. Und ebenso gehörten die klagenden Töne der jüdischen Lieder von „Elimeilech“ über „Mir leben ejbig“, „Kuma echa“ als moderne israelische Weise bis zum Lied „Die Goldene Pave“ zu den gefühlvollen Beiträgen aus dem großen Repertoire des Ensembles. Beim Geigenspiel zu diesen Liedern wäre es nicht verwunderlich, wenn Bilder von Chagall vor dem geistigen Auge aufgetaucht wären.

Das Ensemble präsentierte ein Repertoire, das die Musikwelt der 30er, 40er und 50er Jahre des letzten Jahrhunderts wieder lebendig werden ließ. „Sag mir, wo die Blumen sind“, ein Antikriegslied aus dem Jahr 1955 und vom amerikanischen Songwriter Pete Seeger geschrieben, war auch ein durchaus aktueller Beitrag zur heutigen Weltlage. Christine Peeters stimmliche Kraft interpretierte die insgesamt 14 Beiträge jeweils überzeugend, indem sie mit der ganzen Bandbreite ihres Könnens klagend, melancholisch, Lebensfreude ausstrahlend und mitunter enthusiastischen Darbietungen die Chansons kraftvoll und raumfüllend vortrug.

Große Qualität

Alle Musiker, durch die Bank Profis, nutzten die Akustik der Hofkirche und schafften mit ihrer musikalischen Qualität spielend eine Kammermusik-Atmosphäre herzustellen, in der die Nähe zum Publikum das gemeinsame Musikerlebnis herbeiführte. So war es zwangsläufig, dass beim letzten Beitrag mit „Amari szi“ die Musiker die Gelegenheit zu improvisieren nutzten und das Publikum begeistert in den Rhythmus sich einbeziehen ließ.

Dass die seit 2012 in der Zusammensetzung spielenden Musiker prächtig harmonierten, belegte nicht zuletzt der große Beifall der Zuhörerschaft im Chorraum und auf der Empore.

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