EInladung zum traditionellen Konzert: Vom Evergreen bis zum Schlager

Von: Johannes Gottwald
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Klassischer Chorgesang war gestern: Dieses Mal performte der MGV moderne Stücke und altbekannte Klassiker, die die Zuschauer zum Mitsummen und Mitwippen ermunterten. Foto: Gottwald

Waldfeucht. Klassischen Chorgesang nach Art von Schubert oder Brahms suchte man beim Konzert des MGV Cäcilia Braunsrath diesmal vergebens: „Vom Evergreen zum modernen Schlager“ lautete vielmehr das Motto in diesem Jahr.

Unter dem Dirigat von Jos Vanhommerig begannen die Sänger gleich mit einem der bekanntesten Hits aus der Zeit um 1930. Das a capella intonierte „Veronika, der Lenz ist da“ war der optimale Auftakt. Mit „Ein Freund, ein guter Freund“ aus dem Film „Die drei von der Tankstelle“ brachte man danach gleich noch eine weitere Zugnummer zu Gehör. Das an und für sich flotte Tempo dieses Marschliedes kam allerdings in diesem Falle ein wenig zu behäbig daher. In die 1960er Jahre führte dagegen „La Paloma“, bei dem Arnold Schmitz mit einem prächtigen Bariton-Solo glänzen konnte.

Bei dem Gesang von „Könntest du doch wieder bei mir sein?“ aus dem Musical „Phantom der Oper“ von Andrew Lloyd Webber trat dann erstmals die Sopranistin Anja Backus auf. Die 1988 in Waldfeucht-Haaren geborene Sängerin hat nach ihrer Ausbildung an der Berliner Akademie der Künste inzwischen Karriere gemacht: Zur Zeit bereist sie mit dem Ensemble „Dirty Dancing“ zahlreiche Städte in Österreich, Deutschland und der Schweiz und stattete natürlich gerne ihrer Heimat wieder einen Besuch ab.

Auch bei zwei weiteren Solo-Auftritten begeisterte sie mit ausdrucksstarkem Timbre. Vor allem das boshaft-satirische Lied „Das Leben ist ein Kabarett“ geriet an diesem Abend zu großer Kunst. Nicht ganz so perfekt, aber ebenfalls mit Einfühlungsvermögen gestaltete sie den Kölner Schlager „Fieber“. Bei dem Musical-Stück „The Lion sleeps tonight“ konnte sie sich gleichfalls überzeugend in Szene setzen, während der Männerchor einen dezenten klanglichen Hintergrund bildete. Fast alle Chorstücke wurden von dem belgischen Pianisten Gérard Westphal begleitet.

Aber auch rein instrumentale Nummern standen auf dem Programm: Das Saxophon-Quartett Just Sax gefiel mit der Filmmusik zu James Bond und „Crazy Fifth“. Erst vor drei Jahren hatten sich Hubert Nießen, Simone Hermanns, Katharina Stein und Christian Finken unter der Leitung von Wolfgang Mevissen zu einem Saxophon-Quartett zusammengefunden – von ihnen wird man in Zukunft sicher noch einiges hören.

Der eigens für dieses Konzert ins Leben gerufene Projektchor stellte mit den Schlagern „Alles im Leben hat einen Sinn“ und „Hallelujah“ sein Können unter Beweis. Bei „Atemlos“ bekam er Unterstützung von Anja Backus und erntete großen Beifall. Auch in den Arien „Ich gehör‘ nur mir“ aus dem Musical „Elisabeth“ und „Lass jetzt los“ aus Eiskönigin hatte Backus Gelegenheit, ihr großartiges Talent zu zeigen und ließ es sich nicht nehmen, in „Ich fühl‘ wie du“ aus Tabaluga gemeinsam mit Arnold Schmitz ein Duett zu singen. Der MGV konnte dagegen mit „You raise me up“, „Dancing Queen“ und vor allem mit dem „Beatles-Medley“ musikalische Akzente setzen. Den prachtvollen Abschluss „Hallelujah – Milk and Honey“ bestritten dann Anja Backus und der MGV gemeinsam, aber selbstverständlich konnten sie die Bühne nicht ohne eine Zugabe für die begeisterten Zuhörer verlassen.

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