Einkehrtag der Schützen: Diakon spricht über Depression

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Der Bezirksbundesmeister Hermann-Josef Kremer und der Brudermeister der St. Sebastianus Schützenbruderschaft Kückhoven, Sascha Quasten, bedankten bei Diakon Willibert Pauels für seinen Vortrag in der Mehrzweckhalle.

Erkelenz-Kückhoven. „Von der heilenden Kraft der anderen Perspektive, unter Berücksichtigung der österlichen Perspektive“ unter diesem Motto trafen sich die Erkelenzer Schützen zum Einkehrtag in Kückhoven.

In der vollbesetzten Kirche St. Servatius Kückhoven begrüßte Bezirkspräses Pater Paul Mathew alle anwesenden Schützen, Ehrengäste und Gemeindemitglieder. Ein besonderer Willkommensgruß galt dem Referenten des diesjährigen Einkehrtages, Diakon Willibert Pauels, besser bekannt als „Ne bergische Jong“.

In seiner Predigt, die als Einstieg zu seinem Vortrag beim Einkehrtag diente, betonte Diakon Pauels, dass er sich außerordentlich darüber freue, vor einer so großen Anzahl von Gläubigen zu sprechen. Ihm sei es wichtig, den Menschen zu verdeutlichen, dass die Gemeinsamkeiten von Humor, Glauben und Religion sehr hilfreich sein können.

Nach der Messe ging es zur Mehrzweckhalle, wo bereits ein Frühstück auf die Teilnehmer wartete. In den einführenden Worten lobte der Bezirksbundesmeister Hermann-Josef Kremer das Engagement der Kückhovener Schützen, im Jubiläumsjahr den Einkehrtag durchzuführen. Weiterhin wies er darauf hin, „dass besonders wir Schützen in der heutigen, sehr schnelllebigen Zeit, für das Gemeinwohl der Gesellschaft einstehen sollten“.

Ein gutes Miteinander und Für-einander sollte uns auf allen Wegen stets Begleiter sein. Anstelle eines „Ich“ sollte viel öfter ein „Wir“ eingesetzt werden. Denn nicht ein Einzelner, sondern eine Gemeinschaft könne viel bewegen. „Wenn wir uns dies vor Augen halten, so leisten wir einen guten Beitrag für ein sittliches Leben.“

In Bezug auf die Heimat verwies der Bezirksbundesmeister auf die Entwicklungen der jüngsten Vergangenheit. In der Region Erkelenz sei der nahende Tagebau mehr denn je präsent. Kremer rief dazu auf, allen Betroffenen beizustehen. Welche weiteren Perspektiven im Leben nicht nur für Schützen wichtig sind, erläuterte Willibert Pauels in seinem Vortrag.

Damit auch der letzte Zweifler davon überzeugt war, dass es sich wirklich um den „bergischen Jong“ handelte, betrat Willibert Pauels mit seinem Markenzeichen, der roten Pappnase, das Podium. Er stellte von Beginn an klar, dass sein Leben bis heute von drei Dingen geprägt sei: von Humor, Glauben und seiner Krankheit. Über einige Anekdoten aus seinem karnevalistischen Leben gelangte er schließlich zu seiner Krankheit, der Depression. „Depression springt dich an, wie ein schwarzer Hund in der Dunkelheit“, so seine Aussage.

„Wie geht man damit um? Geht man an die Öffentlichkeit? Behält man das für sich? All diese Fragen habe ich mir im letzten Jahr gestellt. Heute kann ich sagen, dass mein Weg, mit der Krankheit an die Öffentlichkeit zu gehen, für mich richtig war“. Eine Vielzahl von Briefen – positive und negative – hätten ihn danach erreicht. Eine Frau habe ihm einen lieben Brief geschrieben, der mit den Worten endete: „Lieber Willibert, denke immer daran: Besser eh wärm Beer, als et ärm Deer.“

„Mein Leben im gefestigten Glauben als religiöser Mensch sowie die Tätigkeit als Diakon gaben mir – neben meiner Familie – die Kraft, den Halt und die Geborgenheit, die ich benötigte, um mit dem Erlebten umzugehen. Gespräche wegen der und über die Krankheit sind fruchtbarer Boden zur Bewältigung der Krankheit“.

Jetzt sollte man vor allem aber die Osterbotschaft vor Augen haben, die dazu aufruft, dass Interesse an etwas Verhülltem zu wecken und daran festzuhalten. Mit seinem altbewährten Karnevalisten Schlusssatz – dem Einkehrtag der Schützen entsprechend angepasst, beendetet er seinen aufschlussreichen Vortrag. Die Schützen dankten Willibert Pauels mit anhaltendem Applaus.

Der Bezirksbundesmeister Hermann-Josef Kremer und der Brudermeister der St. Sebastianus Schützenbruderschaft Kückhoven, Sascha Quasten, bedankten sich mit einem kleinen Präsent für diesen Beitrag mit humorvollem, aber auch sehr erstem Hintergrund.

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