Heinsberg-Dremmen - Eine Krippe von 1891 kommt nach 40 Jahren zurück ins Warme

Eine Krippe von 1891 kommt nach 40 Jahren zurück ins Warme

Von: anna
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Obwohl er nicht nur die weihnachtliche Szene im Marienkloster baut, ist es für Martin Lambertz immer noch ein ganz besonderer Moment, das Christkind in seine Krippe zu legen. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg-Dremmen. Mehr als 40 Jahre lang haben die alten Figuren der Krippe aus der Kirche St. Lambertus in Dremmen ihre Weihnachtszeit im Freien verbracht, genauer gesagt im Garten von Robert Mundt. Jetzt haben sie wieder ein warmes Plätzchen gefunden, dank Martin Lambertz. Er hat die alten Figuren liebevoll restauriert und sie zu Beginn der Adventszeit im Dremmener Marienkloster aufgebaut.

Nachdem für die Dremmener Kirche eine neue Krippe angeschafft worden sei, habe er die alten Figuren quasi vor der Mülltonne gerettet, erzählt Mundt. Im September 1973 habe er der Kirche eine Spende überlassen und die Figuren mit nach Hause genommen. Er überzog sie mit Klarlack und baute sie regelmäßig im Garten auf.

Nur der alte Esel sei immer im Januar noch einmal in der Kirche zum Einsatz gekommen, wenn dort die Flucht nach Ägypten dargestellt worden sei. Inzwischen hätten die Figuren jedoch sehr gelitten, und er sei auch älter geworden, räumt der 77-Jährige ein. „Manches Mal gab es so viel Schnee, dass die Schafe gar nicht mehr zu sehen waren“, erinnert er sich. Und an den Weihnachtstagen habe er immer sein Garagentor geöffnet, damit die Dremmener die alte Kirchenkrippe in seinem Garten anschauen konnten.

„Aber man wird älter“, meint Mundt. So fand er Hilfe bei Martin Lambertz, einem auch im Alter von 74 Jahren noch überaus passionierten Restaurator und Krippenbauer. „Dem Josef fehlte der Kopf, einem Hirten ein Arm“, erzählt Lambertz von den Anfängen seiner Krippenrettung. Mit Hilfe von Streckmetall, Mullbinden und jeder Menge Gips gelang es ihm jedoch, alle Figuren wieder zu vervollständigen.

Es folgte eine neue Bemalung, und dann konnte die Krippe mit der heiligen Familie, Ochs und Esel, den heiligen drei Königen, einem großen Engel, vier Hirten, drei großen und drei kleinen Schafen wieder aufgebaut werden. Drei Monate Arbeit lagen da schon hinter Lambertz.

Was noch fehlte, war die passende Unterkunft. Auch für sie machte er sich einfallsreich ans Werk. Aus ausgedientem Palettenholz bastelte er einen Stall, dem man seine Herkunft nicht mehr ansieht. „Alles auf alt getrimmt“, schmunzelt der Krippenbauer und präsentiert stolz sein Baukastensystem, mit dem der Stall ohne Nägel oder Schrauben einfach aus seinen einzelnen Teilen zusammengesteckt wird. Und auch der Rest ist Marke „Eigenbau“, zeigt Lambertz auf die farbigen Tücher, für die er einfach alte Bettlaken selbst eingefärbt hat.

Durch den Einzug ins Kloster sei die alte Krippe, die unter dem Sockel eines Hirten die Jahreszahl 1891 trägt, nun doch wieder zur Pfarrei St. Lambertus zurückgekehrt, freut sich Mundt. Und nicht nur die Bewohner hätten ihre Freude daran, ergänzt Lambertz. Auch die Kinder aus dem nahe gelegenen Kindergarten und der Schule kämen ins Kloster, um sich die Krippe anzuschauen.

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