Eine Eingangsklasse weniger: Ist Schulstandort in Gefahr?

Von: anna
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Heinsberg. Dass sinkende Schülerzahlen die Kommunen als Träger der Schulen vor Herausforderungen stellen, ist schon lange kein Geheimnis mehr, auch im Stadtgebiet Heinsberg nicht. Bisher konnte die Problematik hier durch die Bildung sogenannter Schulverbünde aufgefangen werden.

Für das kommende Schuljahr 2015/16 stellt sich die Situation jedoch dramatisch dar: An Stelle von bisher 15 Eingangsklassen in den insgesamt acht Grundschulen dürfen der Ausführungsverordnung des Schulgesetzes zufolge nur noch 14 Eingangsklassen gebildet werden. Wo jetzt diese Klasse wegfallen soll und ob dadurch vielleicht sogar ein Schulstandort gefährdet wäre, wird derzeit heftig diskutiert, nicht nur bei Treffen der Schulleiter und bei der Schulaufsicht in der Kreisverwaltung, sondern auch in den politischen Gremien, noch hinter verschlossenen Türen. Am 15. Januar soll der Schul- und Kulturausschuss im Heinsberger Rathaus eine entsprechende Entscheidung treffen.

Um die Problematik sinkender Schülerzahlen aufzufangen, bestehen im Gebiet der Stadt Heinsberg bei insgesamt acht Grundschulen derzeit bereits drei sogenannte Schulverbünde: Heinsberg mit Unterbruch (vier Klassen) sowie Grebben mit Schafhausen und Karken mit Kempen (je zwei Klassen). Vorteil dieser Konstruktion sei, dass die Schülerzahl an einem Schulstandort nicht mehr mindestens 92 betragen müsse, sondern für einen Nebenstandort 46 Schüler ausreichen würden, erklärt Heinsbergs Schulamtsleiter Friedbert Görtz. Darüber hinaus haben derzeit Oberbruch und Dremmen sowie die Gemeinschaftsgrundschule Randerath/Porselen je eine Eingangsklasse, Kirchhoven und Straeten jeweils zwei.

Die Verordnung zur Ausführung von § 93, Absatz 2 des Schulgesetzes bestimmt jedoch, dass die insgesamt für das erste Schuljahr gemeldete Schülerzahl durch die sogenannte Klassenrichtzahl 23 dividiert und so die Zahl der Eingangsklassen errechnet werden muss. Bei einer für das laufenden Schuljahr angemeldeten Schülerzahl von 352 ergab sich bei der Division durch 23 der Wert 15. Es konnten also 15 Klassen an den acht Schulen gebildet werden. Für das nächste Schuljahr sind aber nur noch 311 Kinder angemeldet. Daraus ergibt sich selbst bei zulässiger Aufrundung, dass nur noch 14 Klassen gebildet werden dürfen.

Bei einem Treffen der Schulleiter sei bisher nur die Empfehlung ausgesprochen worden, dass die Klasse nicht an einer Schule wegfallen solle, in der bereits gemeinsamer Unterricht mit behinderten Kindern stattfinde, so Görtz. Dies seien die Schulen in Heinsberg, Kirchhoven und Randerath/Porselen. Geplant sei ein gemeinsamer Unterricht ab dem kommenden Schuljahr zudem am Standort in Oberbruch.

Auch die CDU-Fraktion, die im Ausschuss die Mehrheit hat, ist nach einem ersten Treffen mit dem zuständigen Schulrat Christoph Esser noch zu keiner Meinungsbildung gekommen, wie außerhalb des Rathauses zu vernehmen war. „Abwarten, das wird spannend!“, ist sich da nicht nur der Schulamtsleiter sicher. Auch einen Verwaltungsvorschlag für die Entscheidung in der Sitzung gebe es derzeit noch nicht, erklärt der Schulamtsleiter.

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