Ein letztes „Alaaf“ vor der Fastenzeit

Von: gp
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Aus Straeten kamen diese bunten Clowns, die sich beim großen Veilchendienstagszug in Waldenrath köstlich amüsierten. Foto: Anna Petra Thomas
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Trotz des Regenwetters summten im Keyenberger Kinderzug die Bienen den Frühling herbei. Foto: Passage
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Als Wikinger nahm diese Jenhahner Karnevalscrew am Veilchendienstagszug teil. Foto: Koenigs

Waldenrath/Gerderhahn/Keyenberg. Sie kamen als Römer, Ritter oder Burgherren, mit Alice im Wunderland, Mario und Luigi, oder Robin Hood, als Afrikaner, Gummibären, Eskimos, Piloten oder Piraten. Traditionell versammelten sich alle Großwagen der Region noch einmal in Waldenrath zum Veilchendienstagszug und einem letzten „Alaaf“ vor dem Beginn der Fastenzeit.

23 waren es in diesem Jahr, dazu 15 Fußgruppen, mit dabei Clowns, Käpt’n Blaubär und Dschungeltiere. Wooder-Wend-Präsident Detlef Schumacher freute sich über alle Besucher, die sich trotz Sturm und Regen nach Waldenrath „getraut“ hatten, wie er es ausdrückte. Tatsächlich hatte die Karnevalsvereinigung am Morgen noch darüber beraten, ob auch sie den Zug absagen sollte. Doch dann hörte es auf zu regnen, „un wir haben jesacht, wir jehn jetz ohne Pferde“, lachte Norbert Bertrams.

Alle gut verpackt

Und so säumten trotz wieder einsetzenden Regens, wie die Zugteilnehmer gut verpackt, viele Zuschauer den Zugweg, als sich der närrische Lindwurm pünktlich um 14.11 Uhr in Bewegung setzte. Angeführt wurde er wie immer vom Waldenrather Trommler- und Pfeifercorps und vom Musikverein. Dahinter als erste die „Chipmunks“ aus Geilenkirchen-Bauchem, die große, schwarze Putzeimer verschenkten – ganz praktisch zum Einsammeln der Kamelle. Die gab‘s dieses Mal reichlich im Waldenrather Zug, wohl auch aufgrund diverser Zugausfälle in dieser Session. Schade nur, dass viele die Kamelle gar nicht erst aufhoben und sich nur ihre Taschen füllen ließen. Das „Wurfmaterial“ blieb einfach liegen.

Wind und Regen hatten an dem einen oder anderen Kunstwerk schon kräftig genagt, so etwa an Harry Potters Internat Hogwarts. Das war nicht mehr ganz so schön anzusehen, dafür schmeckten die Berliner, die Harry und seine Freunde verteilten, vorzüglich. Nach den „Wooder Mädchen“, die in diesem Jahr auf einer großen schwarzen Lokomotive unter dem Motto „Starlight Express“ mitfuhren, bildete die Windmühle des Wooder Wend das „Schlusslicht“ des letzten Zuges. So viel Wind wie in diesem Jahr hätte aber auch sie nicht gebraucht…

Auch Gerderhahn war ganz in „Jeckenhand“, und nach dem traditionellen Veilchendienstagszug ging es in der Mehrzweckhalle weiter. Aus dem Ort kamen die „Clowns mit Röckchen“ und die „Krümelmonster.“ Toll anzusehen war auch der Wagen der „Jenhahner Karnevalscrew“, auf dem die „Wikinger“ ihr Unwesen trieben. Hier hatte die Jugend des Ortes viel Einfallsreichtum und Engagement bewiesen, was auch für den Kegelclub „Roll on“ galt. Da wollte die einheimische Gruppe Ü 25 nicht abseits stehen. Insgesamt waren es 15 Wagen, die durch den Ort chauffiert wurden. Sie kamen aus Schwanenberg, Lövenich, Kückhoven, Tüschenbroich, Fronderath, Gerderath, Erkelenz oder Granterath.

Der Prinzenwagen war den Besuchern aus Ratheim irgendwie bekannt. Hier hatten das Prinzenpaar, die Marketenderinnen und Tanzgruppen des Ortes ein „Zuhause“ gefunden. Es war jedenfalls jede Menge los beim Veilchendienstagszug der Karnevalsgesellschaft aus Gerderhahn.

Wettergott hat kein Einsehen

Auch während des traditionellen Kinderzuges in Keyenberg hatte der Wettergott kein Einsehen mit den Karnevalisten. Trotz des starken Regens, den er den Karnevalisten an dem letzten der drei tollen Tage bescherte, ließen sich die Keyenberger aber nicht vom Feiern abhalten. Sie alle genossen den diesjährigen Karneval in vollen Zügen.

War es zuvor die Grundschule, die für die Durchführung des Keyenberger Umzuges verantwortlich zeichnete, übernahm der im Jahre 2013 gegründete Karnevalsverein „Die Grubenrandpiraten“ die Organisation. Auch im Hinblick auf die ständig näher rückenden Braunkohle-Bagger sind sich die Keyenberger sicher, dass zumindest innerhalb der kommenden drei Jahre weiterhin Karneval gefeiert wird in ihrem Ort. „Und wenn wir dann der Braunkohle weichen müssen, werden wir auch am neuen Standort die Tradition weiter pflegen“, zeigten sich die Verantwortlichen kämpferisch.

Mit „Helau“ und „Maak“ mött zogen sie los, die Keyenberger Narren, angeführt vom örtlichen Musikverein, der an diesem Tage für tolle närrische Töne sorgte. Inmitten der bunten Schar als Ehrengäste mit von der Partie war das Prinzenpaar aus dem benachbarten Venrath. Doch auch das Keyenberger Dreigestirn mit Prinz Alex, Bauer Dennis und Jungfrau Andrea II. ließ sich von denen huldigen, die an diesem nasskalten Vormittag den Einflüssen des Wetters trotzten. Doch sie alle hatten Freud! Die Gruppe der Bienen, die kräftig summten, die Piraten, zahlreiche im Outfit wilder Tiere angetretene Keyenberger Kinder. Winkend und kräftig mit „Kamelle“ werfend, zog der kleine Lindwurm durch die Straßen des Ortes. Zum Ausklang versammelte sich letztlich die bunte Schar im Pfarrheim, wo es noch einmal hoch herging.

Seit Jahren beinhaltet der Keyenberger Karneval auch einen sozialen Aspekt: Aus einer alljährlichen Kindersitzung wurde während des bunten Nachmittags auch diesmal wieder der Reinerlös dem Mönchengladbacher Kinderhospiz „Regenbogenland“ übergeben.(anna)/(koe)/

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