Ein Konzert, das keine Wünsche offen lässt

Von: Utz Schäzle
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Das 30. Frühjahrskonzert des Instrumentalvereins St. Marien Straeten bot den zahlreichen Gästen in der Mehrzweckhalle ein kontrastreiches Programm. Foto: Utz Schäzle

Heinsberg. Blasmusik hat viele Facetten, Klangfarben und ein immenses Repertoire – vom Marsch über die symphonische Blasmusik bis hin zur zündenden Unterhaltungsmusik. Dies zeigte auch der Instrumentalverein St. Marien Straeten (IVS) unter der Leitung von Jan van Hulten bei seinem 30. Frühjahrskonzert in der Mehrzweckhalle.

Mit ausgezeichneten Arrangements und Originalkompositionen wurde das Publikum auf eine klangvolle Wanderung durch die symphonische Blasmusik mitgenommen.

Auf dem Programm standen Werke namhafter Blasmusikkomponisten wie Alfred Reed, Philip Sparke, Johan de Meij und Otto M. Schwarz. Komponisten, die für ein spezielles Genre der modernen Blasmusik stehen. Humorvoll, locker und informativ moderierten Stephanie Corsten und Andreas Evers durch das Programm.

Das Konzert wurde mit der ruhigen und getragenen Komposition „Canzone di Francesco“ eröffnet. Ein sehr weich klingendes Werk, dargeboten mit ausgefeilter Dynamik, feiner Phrasierung und wunderschöner Klangbildung. Musik ist aus ihrem Leben nicht wegzudenken: Das unterstrichen Jan van Hulten und seine Musiker mit dem Song „Music“ von John Miles musikalisch eindrucksvoll.

Als einer der ersten Höhepunkte im Programm erklang eines der beliebtesten Stücke, das je für Ballett geschrieben wurde: P.I. Tschaikovskys „Nussknacker“. Die fünfsätzige Suite mit Walzern, Tänzen und einem Marsch verlangt viel dynamische Ausgestaltung, diesbezüglich blieben keinerlei Wünsche beim IVS offen. Pascal Jansen überzeugte mit dem Tenorsaxophonsolo „Ballad for Saxophon“. Er musizierte mit Herzblut, das Orchester begleitete dezent und ließ dem ausdrucksstarken Saxophonspiel damit auch genügend Raum.

Eine Herausforderung für jedes Blasorchester ist Alfred Reeds „Third Suite for Band“. Mehrere Sätze wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, gespickt mit kurzen Soli und interessanten Rhythmuswechseln. Das muss erst einmal bewältigt werden. Spannende Unterhaltung mit dem zweiten (Pas des deux) und dritten (Polka excentrique) Satz waren garantiert.

Zum Ende des ersten Teils präsentierte der Instrumentalverein noch einmal die große Bandbreite an Klangfarben, die ein Blasorchester bieten kann. Die „Dublin Pictures“ reflektieren die typischen irischen Festivals, wo getanzt wird und wo das einheimische Bier in Strömen fließt. Lebensfreude pur! Rhythmisch sehr exakt und überzeugend gelang der typisch englische Marsch „The Centurion“ von Philip Sparke. Mit viel Einfühlungsvermögen wurde der 5. Satz der „Symphony Nr. 1“ aus „The Lord oft the Rings“ gespielt.

„Terra Vulcania“ zeichnete in beeindruckender Weise musikalische Bilder der Entstehungsgeschichte und Gegenwart des steirischen Vulkanlandes. Von ungestümen Naturgewalten, über politische Wirren und Not, bis hin zur Gegenwart, in der sich die Region neu als Land voller Lebenskraft findet, handelt die Originalkomposition von Otto M. Schwarz.

Das Stück gelang durch Ensemblefähigkeit, Gefühl für dynamische Abstimmung und Virtuosität zum Konzerterlebnis. Bei den „Xylo-Classics“ aus Carmen, Wilhelm Tell, Mozarts türkischem Marsch und dem Czardas, entlockte der Solist Carlo Brunn dem Xylophon zauberhaft quirlige Töne. Mit begeistertem Applaus belohnte das Publikum die herausragende Leistung. Die klangvolle Wanderung durch die Landschaften der symphonischen Blasmusik endete mit der ansteckenden Filmmusik von „Grease“.

Das 30. Frühjahrskonzert des Instrumentalverein Straeten begeisterte die Zuhörer, die die Zugaben „Berliner Luft“ und den „Xylophon Czardas“ mit stehenden Ovationen rhythmisch klatschend begleiteten.

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