Heinsberg-Dremmen - Ein Knall, viel Rauch, aber keine Beute: Sprengung scheitert

Ein Knall, viel Rauch, aber keine Beute: Sprengung scheitert

Von: Mirja Ibsen
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Ermittler bei der Arbeit: Wie sind die Täter in den Vorraum der Bank gelangt? Die Türen sollten bis fünf Uhr verschlossen sein. Foto: CUH
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Heinsberg-Dremmen. Es ist kurz nach drei Uhr am frühen Freitagmorgen, als Rosemarie Esser von einem lauten Knall geweckt wird. „Ich wusste sofort, da stimmt irgendetwas nicht in der Kreissparkasse.“ Seit anderthalb Jahren wohnt sie direkt über dem Geldinstitut an der Erkelenzer Straße in Dremmen. Das Haus gehört ihr und ihrem Mann Theo. Passiert ist bisher noch nie etwas. Diesmal ist es anders.

Es klang nach einer Explosion. Ihr Schlafzimmer liegt nach hinten raus, deshalb geht Rosemarie Esser schnell nach vorne ins Gästezimmer. Da sind die Rollladen nicht runtergelassen. „Ich sah noch, wie ein dunkles Auto zurücksetzte und dann in voller Fahrt in Richtung Autobahn davonfuhr.“ Die Scheinwerfer des Wagens sind aus. Es war kein Kombi, eher eine Limousine, sagt sie.

Kurz darauf klingelt es an ihrer Tür. Sie öffnet nicht.

Dafür erhält gegen 3.10 Uhr die Polizei einen Anruf. Auch die Feuerwehr Heinsberg wird informiert, die Löschgruppe Dremmen macht sich auf den Weg.

Rauch im Vorraum

Einsatzleiter Wolfgang Esser ist vorsichtig, als er den Ort der Tat besichtigt. Er will die Spuren der Täter nicht verwischen. Von außen ist das Gebäude nicht beschädigt. Die Tür zum Vorraum ist geschlossen. Drinnen brennt Licht, es sieht diesig aus, als läge Rauch in der Luft. Eigentlich sind die Schiebetüren der Bank von Mitternacht bis fünf Uhr morgens automatisch versperrt. Eine Sicherheitsmaßnahme der Bank.

Gemeinsam mit der Polizei wartet die Feuerwehr auf das Eintreffen der Sonderermittler. Das Landeskriminalamt (LKA) hat eine Sonderkommission (Soko) namens „Heat“ eingerichtet, die sich mit der Serie von Geldautomatensprengungen befasst. Endes des Jahres hatte sie mit Festnahmen in Hamm, im Rhein-Sieg-Kreis, am Niederrhein, in Niedersachsen und auch in den Niederlanden mehrere Banden zerschlagen können.

Aber schon Anfang des neuen Jahres waren wieder Banden aktiv. In Würselen versuchen es Geldautomatenknacker am 5. Januar bei der VR Bank, in Aachen ist am 12. Januar die Deutsche Bank betroffen, am 20. Januar werden in Herzogenrath Täter mit Hang zum Explosivem bei der Commerzbank aktiv, in Übach-Palenberg löst am 28. Januar die Explosion im Vorraum der Deutschen Bank einen Brand aus. Die Täter verlieren einen Teil ihrer Beute bei der Flucht auf einem Roller.

Rosemarie Esser hat inzwischen die Rollladen am Wohnzimmerfenster hochgezogen. Das junge Pärchen, das vorher geklingelt hatte, steht immer noch da. „Wir haben die Polizei alarmiert“, sagen sie. Die Polizisten stellen derweil fest, dass es den Tätern nicht gelungen ist, den Automaten aufzusprengen. Der Tresor ist nur demoliert, aber nicht offen. Die Täter sind also ohne Beute geflohen. Auf dem Boden sind Brandflecken zu sehen.

Ob es sich um eine gezielte Sprengung oder einen Aufbruch handelt, da will sich der Pressesprecher der Kreispolizeibehörde Heinsberg, Karl-Heinz Frenken, nicht festlegen. Er sagt auch nichts dazu, ob es sich um eine organisierte Bande oder dilettantische Nachahmungstäter handelt. „Die Spezialisten müssen jetzt ermitteln, ob es da Parallelen zu ähnlichen Delikten gibt“, sagt Frenken.

Wer etwas beobachtet hat, das Fluchtauto genauer beschreiben oder Hinweise zu den Tätern geben kann, erreicht die Polizei in Heinsberg unter Telefon 02452/9200.

Rosemarie Esser ist froh, dass die Diebe mit ihrem explosiven Einbruchsversuch keinen Erfolg hatten und das Haus unbeschadet davongekommen ist. Schlafen konnte sie später trotzdem noch.

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