Heinsberg - Ein Hauch vom großen Gitarrenfestival

Ein Hauch vom großen Gitarrenfestival

Von: Anna Petra Thomas
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Mircea Gogoncea nahm die Besucher seines Gitarrenkonzerts mit auf eine Reise durch die Welt der Musik. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg. Ein bisschen vom Flair des internationalen Gitarrenfestivals weht auch zwischen den offiziellen Festivaljahren durch die Kreisstadt: Der Gewinner des Publikumspreises sicherte sich nämlich im Finale des Wettbewerbs die Möglichkeit, zwischen den Jahren ein Konzert für die Volkshochschule zu spielen.

Im vergangenen Jahr ging dieser Preis an den Rumänen Mircea Gogoncea. Aus Rumänien musste der Preisträger jedoch nicht anreisen, denn er studiert noch an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf bei dem Kubaner Joaquin Clerch.

„Soll das Publikum doch entscheiden, wen es in Heinsberg noch einmal hören will“, erklärte Theo Krings, Leiter der Jugendmusikschule, in seiner Begrüßung den Hintergrund des Preises. „Leider haben nur sehr viel mehr Leute entschieden als heute hier sind“, zeigte er sich nicht zufrieden mit der Zahl der Konzertbesucher im Heinsberger Rondell.

Diejenigen, die gekommen waren, genossen jedoch, was Gogoncea ihnen präsentierte. Er nahm sie nicht nur mit seinem Spiel, sondern auch mit einer eigenen Moderation in fließendem Deutsch mit auf eine Reise durch die Welt der Musik, die in Italien begann und auch hier wieder zu Ende ging.

Zwischendrin präsentierte er zusätzlich zu seinem Gitarrenspiel auch viele interessante Erklärungen zur Entstehung der Stücke, die er darbot. Nach dem Capriccio Diabolico op. 85 des Italieners Mario Castelnuovo-Tedesco (1895-1968) reiste Gogoncea mit seinem Publikum nach Spanien zu Enrico Granados (1867-1916).

Er präsentierte seine acht poetischen Walzer in einer Bearbeitung seines Professors Joaquín Clerch (1965). Mit dessen Stück „Guitarresca“ ging es dann auf einen Abstecher nach Kuba. Ursprünglich sei dieses Stück als Teil eines Zyklus gedacht gewesen, erklärte Gogoncea. Dann jedoch habe es als erster Satz eines Flötenkonzerts Verwendung gefunden, bevor noch eine zweite Version des Stücks entstanden sei. Der Publikumsliebling des Festivals präsentierte seinem Publikum die Urversion.

Wieder zurück in Spanien, brachte er drei Tänze von Joaquín Rodrigo (1901-1999) zu Gehör. Dann kehrte er zurück zum Ausgangspunkt seiner Reise, nach Italien.

Er erklärte seinem Publikum den Grund für die große persönliche Verbundenheit, die er mit Niccolò Paganini (1782-1840) empfindet. „Er hat am gleichen Tag Geburtstag wie ich.“ Und wer könnte das Capriccio Nr. 5 – eigentlich für die Geige geschrieben – besser spielen als sein Bearbeiter Clerch oder sein Schüler Gogoncea.

Das kleine Publikum war begeistert und wurde mit zwei Zugaben reichlich belohnt. „Es war mir eine große Ehre“, verabschiedete sich Gogoncea aus der Festivalstadt Heinsberg.

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