Ein Freibad „wie frisch aus dem Ei gepellt“

Von: Anna Petra Thomas
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Eintauchen ins kühle Nass dürfen Schwimmer erst ab dem 4. Juni, aber sie durften schon mal gucken, wie die Ehrenamtler das Freibad Kirchhoven herausgeputzt haben. Foto: anna
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Großer Akt für kleine Kirchhovener: Sie dürfen das rote Band fürs Kirchhovener Freibad zerschneiden. Jetzt ist es offiziell eröffnet und eingeweiht. Foto: anna

Heinsberg-Kirchhoven. „Sowas hat Kirchhoven noch nicht erlebt!“ Staunend blickte der ältere Herr von außen ins noch geschlossene Gelände des Freibads an der Schwimmbadstraße. Schon der Zaun war bunt dekoriert mit Strohmatten, Bikini, Badeanzug und Badelatschen.

So ging es im Inneren weiter: Überall auf dem Gelände des Freibads galt es beim Tag der offenen Tür am Sonntag, viel Altes frisch renoviert zu bewundern und Neues zu entdecken. Eines war dabei schon vor den offiziellen Reden zur Eröffnung klar: Ganz viele Menschen hatten hier mit ganz viel Liebe zu ihrem ehrenamtlichen Tun Hand angelegt und dem Freibad „fast Neuzustand“ verliehen, wie es Bürgermeister Wolfgang Dieder später in seiner Ansprache formulieren sollte.

Kurz nach elf Uhr setzte sich vom Parkplatz aus zunächst ein Festzug in Bewegung, angeführt von Spielmannszug und Instrumentalverein, dahinter Vereinsmitglieder und Ehrengäste sowie ganz viele Menschen aus Kirchhoven und andernorts. Sie wollten einfach sehen, was aus dem Engagement des Fördervereins Freibad Kirchhoven für die Wiedereröffnung des ehemals städtischen Freibads geworden ist. Und sie waren allesamt begeistert.

„Ich freue mich sehr, heute hier zu stehen und die Möglichkeit zu haben, Ihnen allen die gemeinsame Arbeit unserer Mitglieder präsentieren zu können“, eröffnete Vorsitzender Ralf Müller seine Rede. „Pünktlich zum 78-jährigen Bestehen unseres Freibades heißt es wieder: Rollladen hoch und eintauchen ins feuchte Nass.“

Müller dankte der Stadt und den Stadtwerken, beteiligten Unternehmen, Sponsoren und Spendern, vor allem aber den Mitstreitern im Verein. „Ehrenamtliche Mitglieder haben tausende Stunden ihrer Freizeit investiert, um hier ein regional einzigartiges Projekt umzusetzen“, sagte er.

Landrat Stephan Pusch gratulierte dem Förderverein zu seinem „Gewaltakt“, das Projekt in so kurzer Zeit umgesetzt zu haben. Dann wünschte er eine glückliche Hand für die Zukunft. Die Eröffnung sei erst der Anfang eines Weges, der mit ehrenamtlichen Helfern noch zu gehen sei. „Wenn ich hier in die begeisterten Gesichter sehe, bin ich sicher, dass dies gelingen wird“, fügte er sogleich hinzu.

„Das hier ist ein Modell, das uns künftig noch öfter begegnen wird, wenn wir die Infrastruktur erhalten wollen“, betonte der Landrat. Geplant und gebaut worden sei das Bad in Zeiten geburtenstarker Jahrgänge. Heute jedoch seien die finanziellen Mittel von Bund und Land nicht mehr auskömmlich, diese Infrastruktur zu erhalten. „Das wird nicht funktionieren, wenn nicht wie hier Bürger Verantwortung übernehmen“, erklärte er. „Kirchhoven ist ein Modell für den ganzen Kreis, das die Antwort liefert, wie es gehen kann.“

„Da war ich platt!“, blickte Bürgermeister Wolfgang Dieder auf seinen unangemeldeten Besuch während der Renovierungsarbeiten zurück. „Wie viele Leute hier gearbeitet haben – das war sensationell!“ Heutzutage sei nicht mehr alles möglich, was wünschenswert wäre. „Nur so, in Zusammenarbeit von Bürgern und der Stadt, gelingt es, etwas zu erhalten, was wichtig ist“, sagte er. Dann wandte er sich persönlich dem Vorsitzenden zu: „Danke, dass wir uns ein Freibad in Heinsberg noch leisten können! Ein Freibad wie aus dem Ei gepellt. Fast Neuzustand!“ Stefan Storms erinnerte in Vertretung des Ortsvorstehers schließlich noch einmal an die drei Studenten, die Ideengeber für das Projekt waren, ehe sich die Kirchhovener Kinder mit Scheren daran machten, ein rotes Band zu durchschneiden und damit das Bad offiziell für die Besucher freizugeben.

Bevor die Pfarrer Arnold Houf und Sebastian Walde das Bad einsegnen konnten, übergaben drei Vertreter Kirchhovener Vereine noch Schecks an den Vorsitzenden.

Ralf Müller freute sich über je 500 Euro vom Verein für Gartenkultur und Ortsverschönerung sowie vom Angelclub Horster See. Als aufgestockten Erlös ihrer Kirmesveranstaltung hatte die Schützenbruderschaft einen Scheck über 1800 Euro mitgebracht.

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