Erkelenz-Borschemich (neu) - Ein Fest für das umgesiedelte Borschemich

Ein Fest für das umgesiedelte Borschemich

Von: Helmut Wichlatz
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Geschenk aus Bronze: Hans Jürgen Goebels (Dorfgemeinschaft), Erik Schöddert und Elisabeth Mayer-Beecks (RWE Power) und der Künstler Michael Franke mit dem Relief. Foto: Wichlatz

Erkelenz-Borschemich (neu). „Beaucoup de plaisir à Borschemich-Nouveau“. Mit diesen Worten begrüßte der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft, Hans Jürgen Goebels, die Gäste aus der französischen Partnerstadt St. James, die mit Bürgermeister Peter Jansen zum Sommerfest der Borschemicher gekommen waren.

Das Fest, das die Umsiedler gemeinsam mit dem Tagebaubetreiber RWE Power ausgerichtet hatten, setze einen Schlusspunkt unter die rund zehnjährige Geschichte der Umsiedlung ihres Ortes, erklärte Goebels.

Er ließ auch die traurigen Momente der Umsiedlung Revue passieren. Das letzte Schützenfest am alten Ort im Jahr 2010, ein Jahr später der Marsch zum neuen Standort mit einem Bollerwagen voll alter Erde. 2014 die Endwidmung der Kirche, Ende 2015 der Abriss von Haus Paland und der Februar 2016, als die Borschemicher ihre Linde selbst fällten. „Das alte Borschemich ist Vergangenheit“, erklärte er, erinnerte aber auch daran, dass 2011 das erste Schützenfest am neuen Standort gefeiert wurde, ein Jahr später die erste Karnevalssitzung der Rasselbande. Die Gemeinschaft der Borschemicher sei durch die Umsiedlung nur stärker geworden, betonte er.

Auch Hans Willi Schulte fasste es in Worte, die die Anwesenden nachvollziehen konnten. „Die Last der Umsiedlung“, die sie jahrelang mit sich geschleppt hätten, sei „endlich abgefallen“.

Für den Bergbaubetreiber ergriff Erik Schöddert das Wort. Von den einstmals 590 Borschemichern seien 440 mit an den neuen Standort umgesiedelt. Viele hätten sich „mit der Umsiedlung schwergetan“, betonte er. Umso erfreulicher sei es, dass am neuen Ort nun das gemeinsame Leben wieder aufgenommen werde. Den Umsiedlern gebühre Respekt für ihre Leistung und das, „was sie auf sich genommen haben“.

Auch Bürgermeister Peter Jansen hob die Leistung der Umsiedler hervor. Wie sie die Umsiedlung erlebt hätten, könne man als Außenstehender nicht erahnen, erklärte er. Er dankte ihnen auch dafür, dass sie „am Borschemich der Zukunft“ arbeiten.

Für den Neuanfang in Borschemich (neu) sei das gemeinsame Sommerfest das passende Symbol.

Ein Geschenk hatte RWE auch noch für die Borschemicher dabei: Auf einem Bronzerelief, das der aus dem Umsiedlungsort Berverath stammende Künstler Michael Franke gestaltet hat, sind die Kirche St. Martin, das Haus Paland und die Borschemicher Linde verewigt. Das Relief soll in den kommenden Wochen seinen Platz zwischen Gemeinschaftshaus und der neuen Borschemicher Linde finden.

Der Umsiedlungsstandort präsentiert sich heute als Wohngebiet in „Top-Wohnlage“, wie RWE-Mann Schöddert betonte. Grundstücke in Borschemich (neu) seien gefragt. Nun liege es an den Borschemichern, daraus etwas zu machen. Schon jetzt verstärkt die Dorfgemeinschaft ihre Bemühungen um die Vereine und die Jugendarbeit am neuen Standort. Eines ist Borschemich jedoch nicht mehr – ein Dorf.

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