Ein Entertainer voller Herz und Herzlichkeit

Von: Monika Baltes
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Tommy Engel lieferte mit seiner exzellenten Band in der ausverkauften Hückelhovener Aula ein mitreißendes Konzert ab. Das kölsche Urgestein ließ Geschichten in Hückelhoven, die nachdenklich stimmten. Foto: Koenigs

Hückelhoven. Es war, als hätte ein guter Freund mal eben reingeschaut. Und es wurde ein unvergesslicher Abend voller Musik und Geschichten, voller Begeisterung und Gelächter, voller Erinnerungen und Gemeinsamkeiten. Im ausverkauften „Hückelhovener Wohnzimmer“, der Aula, beschworen Tommy Engel und Band wahre Begeisterungsstürme herauf – und Standing Ovations gab es schon vor der Pause.

Tommy Engel, seines Zeichens Kölner Urgestein, steht seit mehr als 50 Jahren auf der Bühne. Professionell ist er ohne Zweifel – aber in seinen Auftritt schleicht sich keinerlei Routine ein. Und es dauert nur wenige Minuten, bis sein Publikum das spürt.

Zu diesem Zeitpunkt steht er auf der Bühne, singt „Ich bin kein Engel, ich heiße nur so“ und jeder im Saal weiß, das meint er auch so. Von den Zuschauern lässt er sich belehren, dass er irgendwann in grauer Vorzeit schon mal in Hückelhoven gewesen ist, bekennt freimütig, nie ein Unterhemd zu tragen und outet sich als „Hypochonder“.

Völkerverständigung

Er freut sich, auf der Bühne etwas für die Völkerverständigung tun zu können und stimmt „Dummer nit esu“ an „für die Leute, die im „Outback der großen Stadt wohnen – das sind die mit Autokennzeichen BM, GL und SU. HS sieht man eher selten in Köln.“

Niemand kann in einem alten organfarbenen Bademantel mit blauen Quadraten und goldener Stickerei eine gute Figur machen – außer Tommy Engel. Er streift das unsägliche Teil mit den Worten „Ich hab den Bademantel immer gut behandelt“ über und schon ist er der „Saunaboy“, um ein Lied aus einem „bordellartigen Barbetrieb“ zu singen und an seine Zeit bei LSE zu erinnern.

Sollte es im Publikum jemanden geben, der diesem „Kölschen Jung“ noch nicht restlos verfallen ist – jetzt ist die Zeit gekommen, auch diesen einzufangen. Mit einem Lied „aus der Reihe: Kann ich noch“, wie Tommy augenzwinkernd erklärt. Und dann holt er einen Evergreen aus der Zeit bei den Black Fööss auf die Bühne, einen „Engel mit joldblonde Hoore - Katrin“ und das Publikum singt und schluchzt mit. Köstlich und stimmgewaltig die Reihe populärer Melodien, die mit neuen Texten verballhornt werden: „Funiculi, Funicula“ wird „Estrich, Estrich, super Laminat“, und „In the Ghetto“ zu „Alles Netto“, denn Tommy Engel hat sich beim „Finanzamt abgemeldet“.

Begleitet wird Engel von einer hochkarätigen Band: Pit Hupperten (Gitarre), Frauke Harder (Gesang ), Hans Maahn (E-Bass), Heiko Braun (Drums),) Alex Olivari (E-Gitarre), und Jürgen Fritz (Flügel, Keyboard und musikalischer Leiter der Tommy-Engel-Band).

Tommy Engel, voller Spielfreude und Bühnenpräsenz, ein wunderbarer Geschichten-Erzähler, musikalisch bis in die Haarspitzen, spielt Luftgitarre und Mundharmonika, voller Herz und Herzlichkeit. Er liebt sein Publikum und dafür liebt ihn sein Publikum. Es liegt ihm zu Füßen und bekundet das mit Standing Ovations.

Zum Schluss des offiziellen Programms, das natürlich noch um mehrere Zugaben ergänzt werden muss, singt Tommy „Du bes Kölle, du bes supertolerant, nimps jeden op dr Ärm un an de Hand“. Dann seufzt sein Publikum innerlich und weiß: Ja, Tommy, du bes Kölle und wünscht sich, auch „Kölle zu sin“ – wenigstens ein bisschen.

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