Selfkant-Millen - Ein Blick in die Historie der St.-Quirinus-Schützenbruderschaft

Ein Blick in die Historie der St.-Quirinus-Schützenbruderschaft

Letzte Aktualisierung:
15122565.jpg
Ein Symbol für die Verbundenheit zum Schutzpatron: Die Fahne mit dem Heiligen St. Quirinus. Foto: agsb

Selfkant-Millen. Das sollte wieder ein großer Tag für die Schützen werden: Von Freitag, 25., bis Montag, 28. August, veranstaltet die St.-Quirinus-Schützenbruderschaft Millen das Dekanatsschützenfest Gangelt-Selfkant. Aus diesem Anlass hat sich unser Mitarbeiter Heinz Eschweiler mit Aufzeichnungen des Fördervereins 1000 Jahre Millener Kirchen und Texten aus Geschichtsbücher befasst.

Die Entstehung der Schützenbruderschaften geht bis ins Mittelalter zurück. Dabei spielte stetig der kirchliche Gedanke eine entscheidende Rolle und viele Schützenbruderschaften gingen dazu über, einen heiligen Schutzpatron zu wählen. In Millen wurde der heilige Quirinus gewählt. Millen und St. Quirinus haben ihre eigene Geschichte.

In der mehr als 1000 Jahre alten Pfarrkirche St. Nikolaus wurde laut Historie um das Jahr 1100 das heutige Chorhaus errichtet, dieses wurde dem heiligen Quirinus geweiht (heutige Quirinuskapelle). Die Herren von Millen erbauten diesen Teil der Kirche als Ersatz für ihre Eigenkirche.

Im Jahre 1894 wurde die Quirinuskapelle restauriert. Dabei verschwanden das Dach des Seitenschiffs und das polygonale Dach der Quirinuskapelle, so dass der selbstständige Charakter der Quirinuskapelle verwischt wurde und sie nunmehr wie ein eigentliches Seitenschiff wirkt.

Nur noch im Aachener Dom

Im Inneren der Quirinuskapelle steht in der Apsis ein Altar, der als auch Brunnenaltar bezeichnet wird. Betrachtet man den Altar nun näher, so sieht man, dass er mit sogenannten Andreaskreuzen versehen ist. In dieser Form ist er nur noch im Aachener Dom zu finden. Der Brunnenaltar besteht aus einem Sockel, indem sich ein Reliquienkästchen befindet. Er besitzt eine Öffnung zum Kellerbereich, in die nach alter Sitte das übriggebliebene Taufwasser gegossen wurde. Dieser Sockel hat eine halbrunde Form und ist mit einer Altarplatte aus sogenanntem Marmorsinter abgedeckt. Das Material in einer „gelblichen Grundtönung und mit einer lichtbraunen gerade verlaufenden Bänderung“ entstand in der Römerzeit, als sich auf den Rinnen der römischen Eifelwasserleitung Kalkstein bildete, der im Laufe der Zeit versteinerte.

Als 1971 bei der Verlegung eines Luftschachtes der Kirchenheizung in dem Bereich der Quirinuskapelle gegraben wurde, öffnete man versehentlich eine Gruft. Nach Aussage von heute noch lebenden Zeitzeugen fand man in einem der beiden Särge einen Leichnam auf langem Haferstroh gebettet, der wie ein Abt mit langen Gewändern und mit Mitra und Stab bekleidet war. Am nächsten Morgen war er jedoch zu Staub zerfallen. Leider hat man die Gelegenheit nicht genutzt, um weitere Untersuchungen vorzunehmen und den Grabkeller umgehend wieder geschlossen.

Aufnahme Mariens in den Himmel

Besonders anziehend wirken in der eigentlich der Muttergottes geweihte Kapelle die farbenfrohen Stuckverzierungen, die Propst Otto Heinrich von Bylandt 1636 anbringen ließ. So ist am Chorhaupt und in der Apsis die Aufnahme Mariens in den Himmel dargestellt. Die Muttergottes wird umrahmt von zwei musizierenden Engeln und einer Glocke, die als Symbol für das „himmlische Jerusalem“ steht. Oberhalb des Eingangs der Quirinuskapelle sieht man von innen drei Jahreszahlen; 1008, 1636 und 1894, die auf Daten wichtiger baulicher Maßnahmen in der Kirche hinweisen.

Spricht dieser schon eindrucksvolle und geschichtsträchtigen Raum den Besucher auf ganz besondere Weise an, so zeigen auch die Reliquiare und ansprechenden Holzfiguren aus dem 15. und 16. Jahrhundert sowie Messbücher aus dem 17. und 18. Jahrhundert die besonderen Kostbarkeit an.

Millen ist nicht nur durch die Pfarrkirche die Schatzkammer des Westens. Und alljährlich treffen sich Quirinusfreunde aus Millen, Neuss, Perl an der Mosel, Mauenheim (Köln), Püschersreuth (Bayern) und St. Quirin (Frankreich) zum Gedankenaustausch und Freundschaftspflege. Wobei nicht nur hier der Geist des heiligen St. Quirinus über diesen Treffen liegt, auch beim Dekanatsschützenfest erfolgt die Quiriunusverehrung.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert