Ein Besuch bei den Prädikanten von Wassenberg

Von: Daniel Gerhards
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Reformation in Wassenberg: Therese Wasch führt Besucher in die Hofkirche an der Roermonder Straße. Foto: Daniel Gerhards

Wassenberg. Die Reformation ist wohl an keiner Stadt in Deutschland spurlos vorbeigegangen. Aber einige dieser Spuren sind heute kaum noch sichtbar oder wenig bekannt. Am Weltgästeführertag möchte Therese Wasch die Reformationsgeschichte mit der kostenlosen Führung „Wassenberg und die Prädikanten“ beleuchten.

Dieser Teil der Religions- und Stadtgeschichte sei vielen Wassenbergern nicht vertraut, sagt Gästeführerin Wasch. Kirchengeschichtlich seien die Prädikanten aber bedeutsam gewesen. Therese Wasch wird die Teilnehmer am Sonntag, 19. Februar, in die Hofkirche führen. Sie wird dann über das Gebäude, das die erste Heimat für die reformierte Gemeinde in Wassenberg war, und die fünf bedeutenden Prädikanten, die dort wirkten, sprechen.

Nach dem Beginn der Reformation im Jahr 1517 und dem Reichstag in Worms im Jahr 1521 hätten die Prädikanten die Ideen von Luther und Zwingli weiterentwickelt, sagt Therese Wasch. Die Prädikanten seien in ihren Auffassungen radikaler gewesen, was viele das Leben gekostet habe. „Viele sind verbrannt worden“, sagt Wasch.

In Wassenberg genossen die Prädikanten, eine Gruppe von Predigern, allerdings den Schutz von Werner von Palant. Werner von Palant war Drost auf der Wassenberger Burg.

Ein maßgeblicher Vertreter der damals neuen Ideen war Johann Campanus, nach dem 1964 auch das Wassenberger Campanus-Haus benannt wurde. „Der war ein gesegneter Prediger. Heute würde man sagen, er war rhetorisch begabt“, sagt Wasch. Deshalb habe man früher gesagt: „Der kann kalle, wie ne Campan.“

Das Thema Reformation habe der Bundesverband der Gästeführervereine bei seiner Mitgliederversammlung im März festgelegt. Die Vereine vor Ort können es sehr unterschiedlich mit Leben füllen und auf ihre Orte zuschneiden. Das gemeinsame Motto lautet: „Reform – Zeit der Veränderung.“

Laut der Bundesvorsitzenden des Gästeführerverbandes Dr. Ute Jäger haben die Gästeführer eine große Bedeutung für den Tourismus: „Gästeführer vermitteln viel mehr als reine Informationen. Für viele Gäste sind sie diejenigen, von denen sie am meisten erfahren, daher sind neben dem fachlichen Wissen auch Ortskenntnisse und Einfühlungsvermögen gefragt. Sie geben den Gästen ein Gefühl von Heimat, sie sind Botschafter ihrer Region.“

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