Wassenberg - Ehrliche Finder wollen keinen Lohn

Ehrliche Finder wollen keinen Lohn

Von: red/pol
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Die beiden Männer meldeten sich mit ihrem Fund bei der Polizei. Symbolfoto: Colourbox

Wassenberg. Glück hatte eine Frau aus Wassenberg, die auf dem Parkplatz vor einem Supermarkt an der Erkelenzer Straße am Montag ihre Geldbörse verloren hatte. Zwei Männer entdeckten das Portemonnaie und meldeten sich bei der Polizei.

Wie die Kreispolizeibehörde Wassenberg am Mittwoch berichtete, stammten die beiden Finder, ein 39-jähriger Mann und ein 16-jähriger Jugendlicher, aus Syrien und leben in einem Flüchtlingsheim in Wassenberg. Nachdem die über den Notruf 110 informierten Beamten die Eigentümerin ausfindig gemacht hatten, fuhren sie mit den Findern an deren Adresse.

„Im Portemonnaie befand sich neben persönlichen Papieren auch Bargeld“, heißt es im Polizeibericht. Die Frau bedankte sich herzlich bei den ehrlichen Findern und bot ihnen Finderlohn an. „Dies lehnten die beiden Syrer dankend ab.“ Die Männer seien regelrecht beschämt gewesen, dass man ihnen Geld angeboten habe, berichtete die Sprecherin der Kreispolieibehörde Angela Jansen unserer Redaktion.

In den vergangenen Monaten hatten immer wieder Flüchtlinge für Schlagzeilen gesorgt, die sich mit gefundenen Wertgegenständen bei der Polizei gemeldet hatten. Die scheinbare Häufung hat einen Grund: „Die Flüchtlinge wissen nicht, dass es bei uns Fundbüros gib“, erklärte Pressesprecherin Jansen.

Während deutschstämmige Finder meist das örtliche Fundbüro aufsuchen, wo solche Ereignisse routinemäßig abgehandelt werden, wenden sich Flüchtlinge mangels genauerer Kenntnisse oft an die Polizei. Deren Pressestellen greifen solche positiven Geschichten aus dem Alltag gerne auf und geben sie an die Medien weiter.

Die ehrlichen Finder aus Wassenberg verpassten durch die Geschehnisse den letzten Bus in ihre Unterkunft. Nun halten die Polizeibeamten ihnen: Sie regelten, dass jemand die beiden Syrer abholte und nach Hause brachte.

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