Ehrenfriedhof: Gedenkfeier am Volkstrauertag

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Wassenberg. Am Sonntag, 15. November, ist der Volkstrauertag, der in der ganzen Bundesrepublik als Gedenktag für die fünf Millionen Opfer des Krieges begangen wird.

In Wassenberg kommt ihm noch eine besondere Bedeutung zu, denn dort gibt es auf dem weiträumigen Waldfriedhof einen Soldatenfriedhof, auch Ehrenfriedhof genannt.

Im schwersten Bombenhagel

Dort ruhen mehr als 440 im „Westwallgürtel“ genannten letzten großen Kriegsschauplatz 1944/45 im Westwall gestorbene Soldaten begraben. Einige dieser Soldaten waren im Selfkant gefallen. Sie wurden später nach Wassenberg überführt und auf der zentral gestalteten Anlage beigesetzt.

Einzelne wurden auch in ihre Heimat überführt, als nach Kriegsende Angehörige aus ganz Deutschland nach Wassenberg kamen und die Überführung ihres Toten in die Heimat veranlassten. Tatkräftige Hilfe erfuhren sie dabei von Jesuitenpater Edelbert Hähner, der die Pfarre St. Georg selbst noch im schwersten Bombenhagel betreute.

Total zerstört

Die Wassenberger selber waren fast alle nach Sachsen zwangsevakuiert und kehrten nach Kriegsende unter teils dramatischen Umständen über den Rhein nach Wassenberg zurück.

Die total zerstörte Heimat im Westwallkampfgebiet, das verheerend zerstörte Heinsberg und die vielen Gräber teils sehr junger Soldaten hinterließen viele heute kaum noch nachvollziehbare Eindrücke.

Wenn heute von Flüchtlingen die Rede ist, dann werden insbesondere den Zeitzeugen diese Erinnerungen noch einmal deutlich wach. Und dies vermitteln auch die Gräber auf dem Waldfriedhof, den der Aachener Architekt Schreiber konzipierte und der auch das Ehrenmal entwarf, das an die Stelle des sehr kleinen Gedenkkreuzes trat, das die Wassenberger mit dem Heimatvereinsvorstand aufstellen ließen, als auch sie heimkehrten.

An der alljährlichen Trauerfeier auf dem Soldatenfriedhof nahmen neben vielen Vereinen und Flüchtlingsgruppen auch viele Bürger teil. In diesem Jahr werden bei der Gedenkveranstaltung auf dem Waldfriedhof der Musikverein Orsbeck-Luchtenberg, der MGV Wassenberg, eine Schülergruppe der Betty-Reis-Gesamtschule Wassenberg und das Trommler- und Pfeifercorps Wassenberg mitwirken. Die Ansprache hält wieder Bürgermeister Manfred Winkens. Am Ehrenmal legen die Gruppen dann ihre Kränze nieder.

Solidarität zeigen

Der Trauerzug trifft und formiert sich um 11.30 Uhr an der Schule an der Erkelenzer Straße. Der Bürgermeister und der Volksbund Deutsche Kriegsgräber tragen gemeinsam die Bitte an die Bevölkerung vor, zum Waldfriedhof zu kommen und damit Solidarität zu zeigen.

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