Ehrenamtler im Dienste der Mitmenschen

Von: Helmut Wichlatz
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Engagiert: (v.l.) Ulrike Minkenberg (Ideengeberin), Petra Hudler (Ehrenamtskoordinatorin), Pantea Dennhoven (Kath. Forum Region MG/HS), Roswita Auler (Caritas), Bernadette Schmitt (Patin) und Bürgermeister Bernd Jansen. Foto: Lenz

Hückelhoven. „Da ist so viel für mich drin“ lautet der Slogan, mit dem in Hückelhoven für das Ehrenamt geworben wird. Eine neue ehrenamtliche Initiative kommt direkt aus der Bevölkerung und wird von der Stadtverwaltung gerne angenommen und unterstützt: das Projekt „Flüchtlingspaten“.

„Ohne Not würde wohl niemand seine Heimat verlassen“, lautete Ulrike Minkenbergs Einschätzung, nachdem sie im Fernsehen Berichte über Flüchtlingselend und Vorurteile gegen Flüchtlinge gesehen hatte. „Wir können ihnen hier wenigstens einen guten Start ermöglichen.“ Daher sollten ihnen ehrenamtlich Tätige helfen, um schnell in der neuen Umgebung Fuß zu fassen.

Ulrike Minkenberg wendete sich ans Rathaus, genauer an die Ehrenamtskoordinatorin Petra Hudler, die ihre Idee ebenso begeistert aufnahm wie der Integrationsbeauftragte Heinz-Josef Schmitz. Seitdem stehe man in einem regen Austausch. Rund 20 Interessenten hätten sich schon gemeldet, betonte Hudler nun bei der Vorstellung des Projektes im Rathaus. Diese gelte es nun auf ihre Aufgaben vorzubereiten und zu schulen.

Denn Flüchtlingspate zu sein, das ist eine Aufgabe, die es in sich haben kann. Erwartet werden regelmäßige Besuche der Familien, Hilfe bei den ersten Behördengängen und beim Einkaufen, aber auch mal ein gemeinsamer Besuch auf dem Spielplatz. Darüber hinaus sollen sie helfen, Sprachbarrieren und auch Berührungsängste seitens der Bevölkerung abzubauen. Das Engagement kann schlimmstenfalls auch bis zur Abschiebung in die Heimat reichen.

Das birgt auch für die Ehrenamtler einiges an Stresspotenzial. Deshalb werden die Paten ab September in Schulungen auf ihre Aufgaben vorbereitet. Dies übernimmt das katholische Forum für Erwachsenen- und Familienbildung. Laut Pantea Dennhoven vom Forum gibt es drei Module der Ausbildung, die neben der Sensibilisierung für das Thema auch rechtliche und interkulturelle Fragen abdeckt. Im November sollen die ersten Flüchtlingspaten einsatzbereit sein.

Die Flüchtlingsthematik betrifft Hückelhoven ebenso wie die anderen Gemeinden derzeit besonders. Oftmals würde man nur einen oder zwei Tage vorher mitgeteilt bekommen, wenn wieder Flüchtlinge von der Bezirksregierung Arnsberg zugewiesen werden, erläuterte Schmitz.

Derzeit sind 46 Flüchtlinge in Hückelhoven untergebracht, Tendenz steigend. Erschwerend komme hinzu, dass die Flüchtlinge oftmals auch untereinander Berührungsängste und Schwierigkeiten haben. „Zu welchen Problemen das hier vor Ort führen kann, kümmert die Bezirksregierung nicht“, kritisierte Schmitz. Deshalb sei jetzt genau der richtige Zeitpunkt, um Flüchtlingspaten zu installieren und so neue Impulse bei der schwierigen Thematik zu setzen, ergänzte Bürgermeister Bernd Jansen. „Wir sind dankbar für jede Hilfe und froh, dass die Idee aus der Bevölkerung an uns herangetragen wird“, betonte er.

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