Durch seine Nächstenliebe viele überzeugt

Von: Günter Passage
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Diese Fahrzeuge mussten während des diesjährigen Burundi Aufenthaltes von Klaus Buyel und seinen Helfern von Daressalam in Tansania nach Burundi überführt werden.Im Bild von links: Norbert Schmitz, Arthur (Mitte) und Helene Tellers sowie Klaus Buyel (re.) mit zwei afrikanischen Helfern.
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Das neue Gebäude fürs Personals innerhalb der Krankenstation von Magara. Auch dieses Haus wird in Kürze bezugsfertig sein.
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In Magara, dem Standort der Krankenstation, zum größten Teil finanziert durch den Förderverein Abbé George, vor dem Krankenwagen aus dem Kreis Heinsberg: Klaus Buyel und Fabienne Dubler. Repros (2): Passage

Wegberg. Sechs Jahre lang, von 1980 bis 1986, wirkte Klaus Buyel als junger Missionar im zentralafrikanischen Burundi. Während dieser Zeit seines seelsorgerischen Schaffens hat er nicht nur das Land, sondern auch die Menschen in sein Herz geschlossen.

Fortan hatte sich Buyel zur Lebensaufgabe gemacht, die Menschen in Burundi und unterschiedliche soziale Projekte in diesem bis 2005 vom Bürgerkrieg arg in Mitleidenschaft gezogenen Land dauerhaft zu unterstützen.

Neben seiner Tätigkeit als katholischer Geistlicher in Wegberg warb er bei Gemeindemitgliedern, Vereinen und Institutionen in der Heimat um Unterstützung. Mit seiner unbekümmerten Art gelang es Buyel, die Mitmenschen von seinem Vorhaben zu überzeugen. Sie hatten erkannt, dass Klaus Buyel nicht nur von Nächstenliebe sprach, nein, er lebte sie allen vor.

Doch der Pastor warb nicht nur für seine Projekte im fernen Burundi, er benötigte auch immer wieder die Hilfe von Freunden und Bekannten, die ihn bei seinen jährlichen Aufenthalten in Schwarzafrika unterstützen. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit war der Ankauf von Fahrzeugen. Diese wurden in einer befreundeten Reparaturwerkstatt für afrikanische Verhältnisse umgerüstet und per Schiff von Rotterdam nach Daressalam in Tansania transportiert. Für die Überführung nach Burundi war es erforderlich, freiwillige Helfer zu gewinnen.

Auch in diesem Jahr fand Klaus Buyel in Helene Tellers und ihrem Ehemann Arthur zwei Helfer, die bereits zum zweiten und dritten Mal die Reise nach Burundi mit antraten. Insgesamt zum achten Mal begleitete ihn sogar Norbert Schmitz. Die Aufgabe der Helfer bestand darin, während einer knapp einwöchigen Reise vier Fahrzeuge von der tansanischen Hafenstadt Daressalam nach Bujumbura in Burundi zu überführen.

Unerwartete Problem gab es an der tansanisch-burundischen Grenze: Zwar konnten die vier Fahrzeuge problemlos nach Burundi eingeführt werden. Aber der Inhalt der Pkw, Hilfsgüter für soziale Projekte, wurde zunächst vom Zoll nicht freigegeben: „Es bedurfte schon der Überredungskunst und einiger Mühen von Klaus Buyel, alle Güter letztendlich über die Grenze zu schaffen“, berichtete Norbert Schmitz. „Doch dazu waren finanzielle Ausgaben erforderlich, die nicht eingeplant waren.“

Wie unverzichtbar Schmitz für das Engagement in Burundi ist, macht Klaus Buyel deutlich. „Der Norbert ist handwerklich ein Multitalent. Er hat nicht nur bei technischen Fragen immer eine Antwort, er ist außerdem in der Lage, alle anfallenden Reparaturen selber auszuführen“, spricht er voller Bewunderung von seinem Helfer. Der 43-Jährige, hauptberuflich bei der Berufsfeuerwehr in Düsseldorf tätig, verzichtet immer wieder auf seinen Jahresurlaub, um Pastor Buyel in Afrika zu unterstützen.

Der Höhepunkt der diesjährigen Reise war die Fahrt zur Krankenstation von Abbé George nach Magara, die von dem Förderverein aus Wegberg gefördert wird. Grund dieses Trips von der Hauptstadt Bujumbura war die Überführung von diversen Hilfsgütern und medizinischen Geräten. „Es ist erstaunlich und erfreulich zugleich, wie sich diese Station entwickelt hat“, merkt Helene Tellers an.

Krankenwagen im Dauereinsatz

Neben der Krankenstation, die von der jungen Schweizerin Fabienne Dubler betreut wird, ist auch der Bau des Personalgebäudes weit fortgeschritten. „Es bedarf sicherlich noch einiger Anstrengungen, bis auch dieses Gebäude letztlich vom Pflegepersonal bezogen werden kann“, berichtet Arthur Tellers von seinen Eindrücken.

Bei seinem Besuch in Magare konnte sich Klaus Buyel davon überzeugen, dass auch der vom Kreis Heinsberg gestiftete Krankenwagen gute Dienste tut. „Dieses Fahrzeug ist nahezu täglich im Einsatz und eine große Hilfe beim Transport kranker und gebrechlicher Menschen“, erklärt Fabienne Dubler.

Alles läuft nicht rund. „Ob das jahrelang unterstützte Fischerei-Projekt weitergeführt wird, steht in den Sternen“, stellt Norbert Schmitz fest. „Der Tanganjika See, einst ein fischreiches Gewässer, ist inzwischen überfischt. Die Netze der Fischer bleiben leer. Deren Überleben ist fraglich“, macht der Wildenrather auf die missliche Lage der Fischer aufmerksam.

Aber auch darüber hinaus gibt es weiterhin viel zu tun für Pastor Buyel und seine Helfer in Burundi. Sie, die die große Not der Bevölkerung vor Ort mit ansehen konnten, wissen, dass es noch großer Anstrengungen bedarf, der Bevölkerung zu einem menschlich lebenswerten Dasein zu verhelfen.

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