Duo Bergerac spielt im Gymnasium Hückelhoven

Von: hl
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Hückelhoven. Es war ein gelungener Start ins neue Jahr: Con brio, die Freunde der Kammermusik Hückelhoven, hatte das Gitarren-Duo Bergerac ins C-Gebäude des Gymnasiums eingeladen.

Unter dem Titel „Guitarra famosa“ spielten Karin Scholz und Peter Ernst so hervorragend Guitarre(n), dass man eine solche Virtuosität kaum für möglich gehalten hatte. 1990 gründete sich das Duo, das seinem Namen dem französischen Schriftsteller und Vorläufer der Aufklärung Cyrano de Bergerac verdankt; aber nicht aus musikalischen Gründen, sondern wegen dessen Fantasie und Freigeist.

Musik aus vier Jahrhunderten

Inzwischen ist das Duo mit seiner Kunst um die halbe Welt gereist, hat zahlreiche internationale Wettbewerbe gewonnen und einige CDs herausgebracht.

Auf dem Programm standen Werke aus vier Jahrhunderten, von Domenico Scarlatti über Cesar Franck bis zum Tango-König Astor Piazolla. Es gab viel Unbekanntes zu hören aus einer Zeit, als die Gitarre in den Salons vornehmer Damen noch eine große Rolle spielte, ehe sie vom Klavier abgelöst wurde. Und wenn man dem Duo zuhörte, konnte man verstehen, dass dieses Instrument die Menschen früherer Zeit so begeistert hatte.

Abwechselnd führten Karin Scholz und Peter Ernst auf sehr charmante Weise in die einzelnen Stücke ein. Wenn sie dabei deren Geist und Zielsetzung beschrieben, wurden diese anschließend überzeugend durch die Musik dem Publikum vermittelt. Und ihre Meisterschaft zeigte sich nicht nur im gemeinsamen Spielen, sondern auch, wenn sie solistisch auftraten.

Und beim Musizieren als Duo war besonders bemerkenswert, dass nicht jeder nur mit sich und seinem Instrument beschäftigt war, sondern das Aufeinander-Hören und das Dialogische im Vordergrund standen. Und dies zog sich durch alle Stücke, die einmal rasant, schwungvoll und tänzerisch-beschwingt waren, dann wieder besinnlich und gemütvoll.

Und es gab die verschiedensten musikalischen Formen und Gattungstypen: Sonate, Toccata, Fuge, Cavatine und so weiter. Und alles wurde auf eine Weise gespielt, dass die Bezeichnung „gitarissimo“, auch wenn dieses Wort nicht im Lexikon steht, durchaus seine Berechtigung hatte.

Zwischen den einzelnen Stücken und vor allem am Ende gab es lang andauernden Beifall. Und nach Geschenken für die beiden durften die Zugaben nicht fehlen: Zuerst hörte man ein Stück von Peter Ernst, das er als Geburtstagsgeschenk für Karin Scholz komponiert hatte; danach eine Zirkusmusik, bei der man geradezu den Messerwerfer bei seiner „Arbeit“ sah und den „spanischen Reiter auf einem griechischen Pferd“ galoppieren sah.

Und die Auswahl dieser Stücke zeigte einmal mehr, dass beim Musizieren dieses Duos hintergründiger Humor eine wichtige Rolle spielte.

Motivierte Zuhörer

Und als sich nach dem Konzert einige Gitarrenspieler, die kaum über die Liedbegleitung hinaus musikalisch aktiv gewesen waren, über das unterhielten, was sie gehört und gesehen hatten, waren sie übereinstimmend der Meinung, ihr Instrument wenigstens in die Ecke zu stellen – oder noch einmal mit dem Üben anzufangen.

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