Heinsberg-Dremmen - Dremmener Dilettanten-Klub zeigt das Stück „Casanovas Comeback“

Dremmener Dilettanten-Klub zeigt das Stück „Casanovas Comeback“

Von: Anna Petra Thomas
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Vor seiner Verwandlung: Rolf Boring (Hans Josef Voßenkaul, r.) fürchtet um die Zierfische in dem Einmachglas, das die Freunde seiner Frau Beate (Petra Chilitis, l.), Simone Wohlgemuth (Brigitte Voßenkaul) und Adrian von Kleist (Detlef Preuß) als Blumenvase nutzen. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg-Dremmen. Nicht nur von der guten Kostümierung, aber auch davon lebten die beiden neuen Aufführungen des Dremmener Dilettanten-Klubs in der Mehrzweckhalle. „Casanovas Comeback“ hieß das Stück, in dem Klub-Vorsitzender Dr. Hans-Josef Voßenkaul die Hauptrolle des Versicherungsvertreters Ralf Boring spielte und sich bereits am Ende des ersten von drei Akten in Giacomo Casanova verwandelte.

Nicht nur, dass er zu Beginn des zweiten Aktes im passenden Kostüm und schneeweißer Perücke auf die Bühne zurückkehrte. Nein, er sprach auch noch in der Sprache, die vor rund 300 Jahren gepflegt wurde.

Die Verwandlung

Das verstand nun in Familie und Freundeskreis gar niemand, war Ralf Boring doch ansonsten eher ein Langweiler, Anhänger seiner Zierfische und seiner Bierdeckel-Sammlung. „Ralf ist bequem und langweilig. Eigentlich ist das Einzige, was wir noch gemeinsam haben, der Hochzeitstag“, hatte sich seine Frau Beate (Petra Chilitis) vor seiner Verwandlung beschwert. „Vor unserer Ehe war ich ledig, jetzt bin ich erledigt!“

Doch dann waren die Freunde aufgetaucht: Yogalehrerin Simone Wohlgemuth (Brigitte Voßenkaul) und ihr illustrer Lebensgefährte, der esoterische Psychologe Adrian von Kleist (Detlef Preuß). Sie erzählten von früheren Leben, in die von Kleist die Menschen mittels Hypnose und seiner baumelnden Kristallkugel zurückbefördern könne. Sie selbst sei bereits Zofe am japanischen Kaiserhof gewesen und danach Marktfrau in Russland, erzählte Freundin Simone.

Boring ließ sich auf den „Zauber“ ein und verwandelte sich in Casanova. Damit hatte er auf einmal auch Glück beim Verkauf seiner Versicherungspolicen, vor allem beim weiblichen Geschlecht, das regelrecht um ihn buhlte, wie etwa die beiden Nachbarinnen Cecilie Dickmüller-Rübenfett (Anna Kirisaki-Gellissen) und Hedwig Ziegenhagel (Rita Joeris).

Cecilie Dickmüller-Rübenfett lässt sich von Casanova einen Unfallversicherung für ihren Wellensittich andrehen, eine für den Fall ihres Ertrinkens im Pool, den sie gar nicht hat, und gegen Ausrutschen am Bett. Am meisten lachen musste Hedwig Ziegenhagel aber über die Hochzeitskosten-Rücktrittsversicherung. Dabei hatte sie sich selbst gerade bei Casanova gegen Kugelblitze und Meteoriten versichert.

Und dann scheinen alle vom „Rückführungsfieber“ befallen zu sein. Da tauchte plötzlich Ludwig II. auf, Marylin Monroe und Kleopatra gleich in zweifacher Ausführung.

Lachmuskeln strapaziert

Wie es Voßenkaul in seiner Begrüßung versprochen hatte, wurden die Lachmuskeln des Publikums arg strapaziert, dafür sorgten auch die übrigen Darsteller: Beates Borings Bruder Udo Fröhlich (Andreas Joeris), der in Ralfs Borings Kollegin Sabrina Süßrahm (Marina Schulze) verliebt ist, und Ralf Borings Chef Richard Steuerwald (Günter Bonn). Regisseurin war auch in diesem Jahr Brigitte Voßenkaul und als Souffleure agierten Hans, Miriam und Patricia Voßenkaul. Für den Bühnenbau zeichnete Stephan Knück verantwortlich, für den guten Ton Georg Chilitis.

Das Stück steckte voller Witz. Weniger humorvoll nahm der Dilettanten-Klub jedoch den Ausfall an Zuschauern hin. Auf rund 40 Prozent bezifferte ihn der Vorsitzende. Als Grund dafür sah er die Parallelveranstaltung zu einer der beiden Aufführungen in der Dremmener Kirche, zu der der Dremmener Kirchenchor benachbarte Chöre eingeladen hatte.

Seit 1999 bereits sei aber doch in Dremmen bekannt, dass dieses Januar-Wochenende das des Dilettanten-Klubs sei, so Dr. Hans Josef Voßenkaul. Der Klub habe erst bei der Ortsringversammlung am 17. November von der zweiten Veranstaltung erfahren. „Da waren unsere Vorbereitungen jedoch schon abgeschlossen“, betont Voßenkaul.

Selbst auf eine erneute Bitte hin Anfang Dezember, sei keine Einsicht zu erreichen gewesen. „Pikant an der Sache ist, dass die Vorsitzende des Kirchenchors, Elisabeth Diart, auch langjährig die Vorsitzende des Ortsrings Dremmen ist“. Er führe den Rückgang allein auf die Parallelveranstaltung zurück, erklärte Voßenkaul, „da wir in den Jahren zuvor einen kontinuierlichen Zuwachs verzeichnen konnten.“

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