Drei Künstlerpaare zeigen ihre Werke im Horster Hof

Von: Johannes Bindels
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Die drei Künstlerpaare bei der Eröffnung ihrer Ausstellung „An sich“ beim Kunstverein Region Heinsberg im Horster Hof in Unterbruch: Freddie Michael Soethout und Sybille Pattscheck, Annette Wimmershoff und Hanns Armborst, Thomas Junghans und Siiri Spronken (v. l. n. r.). Foto: Bindels

Heinsberg-Unterbruch. Wenn auch die Eröffnung der Ausstellung „An sich“ beim Kunstverein Region Heinsberg im Horster Hof in Unterbruch im Mittelpunkt des Geschehens stand, so bot sich dem Publikum mit dem Sommerfest ein Rahmen, der bei musikalischer Begleitung vom Wassenjazz-Ensemble beste Voraussetzung zum Austausch über Gesehenes wie Gehörtes bot.

Vorsitzender Michael Dörstelmann verwies auf die Auktion am 2. Dezember. Dann würden sowohl Objekte aus dem Fundus der Kunsteditionswerke wie auch gestiftete Kunstobjekte erwerbbar sein. Seine Stellvertreterin Ingrid Trantenroth-Scholz betonte, dass durch den erhofften Umsatz ein wichtiger Grundstock für die Finanzierung des Kunstvereins gelegt werden solle.

Mit den einleitenden Sätzen in ihrer Laudatio erläuterte Trantenroth-Scholz die Entstehung des Titels der Ausstellung, die bis zum 15. Oktober läuft und samstags von 15 bis 18 Uhr sowie sonntags von 11 bis 17 Uhr zu besichtigen ist. „Mit den beiden Wörtchen ‚an sich' beginnen häufig Sätze. Man könnte dahinter Pünktchen setzen, welche stellvertretend für die Fortsetzung des Satzes stehen“, erläuterte sie einen Aspekt des Ausstellungstitels.

Inwieweit diese Worte auch für die Kunst und diese Ausstellung genutzt würden, liege beim Publikum selbst. Anspruch der Ausstellung sei es, einerseits alle sechs Künstler in das Gesamtkonzept zu integrieren, andererseits jedem einzelnen Künstler auch Raum zu geben, damit jedes Werk zur Geltung kommen könne.

Ein weiteres Augenmerk sei gewesen, auf die ästhetische Wirkung Wert zu legen. Ästhetik als Teil der sinnlichen Wahrnehmung zu verstehen, sei ein Gegenpol in dieser Ausstellung gegenüber der diesjährigen kopflastigen Documenta, so Trantenroth-Scholz. Die Kuratorin ging auf künstlerische Schwerpunkte der sechs Ausstellungsteilnehmer ein, bei denen es sich um drei Künstlerpaare handelt.

Sybille Pattschecks Wachsmalbilder strahlten aufgrund der kreativen Technik wie von hinten beleuchtet. Die ruhige Pinselführung unterstreiche diese Wirkung. Freddie Michael Soethout habe sich dem Licht und darüber allen Farben verschrieben. Schmale Glasscheiben würden mit Silikon so verbunden, dass sie wie ein Prisma wirkten. Darauf aufgebrachte Farbpigmente aus dem gesamten Farbspektrum ließen je nach Standort zum Bild den Wechsel von Weiß bis zur Farbigkeit des Regenbogens erkennen.

Annette Wimmershoff nutze Werkstoffe, die in ihrem ursprünglichen Zustand nur schwer nachvollziehbar erscheinen würden. Die Reliefs und freistehenden Plastiken ergäben in ihrer Konstruktion den Ausgangspunkt eines neuen, abstrakten Gegenstandes mit besonderem Sujet und eigener Formsprache.

Hanns Armborsts Objekte entstünden mittels reduzierter Formensprache. Die bewusste Konzentration auf geometrische Formen und auf die Farben Blau und Weiß unterstützten die gewollte Reduktion seiner Objektkörper. Die ineinander verschränkten Kuben ergäben den gleichzeitigen Blick auf Außen- wie Innenformen. Wobei Blau für innen und Weiß für außen stehe.

Siiri Spronkens Bilder seien kein Abbild von Wirklichkeit, sondern konstruierte Landschaften im wörtlichen Sinn. Sie arbeite oft in Serien, und Exponate ihrer Serie „Löwe“ seien ausgestellt. Wenn der Löwe symbolisch für Macht und Kraft stehe, so habe die Künstlerin diese Symbolik aufgebrochen. Ihre abstrahierten Löwendarstellungen ließen eher eine verletzliche Kreatur sichtbar werden.

Wenn auch das Material Bronze bei Thomas Junghans in der jahrhundertealten Tradition der Bildhauer stehe, so seien bei Junghans keine Wirklichkeitsabbildungen zu finden. Ihm gehe es bei der Darstellung der Kopfplastiken um den Ausdruck der inneren Befindlichkeiten.

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