Doppelter Gasalarm am Freibad

Von: Anna Petra Thomas
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Mit Atemschutz und in gelben Spezialanzügen machten sich zwei Feuerwehrmänner auf in den Raum, in dem die Chlorgas-Flaschen für das Freibad gelagert werden, um einen eventuellen Gasaustritt zu messen. Foto: anna

Heinsberg-Kirchhoven. Was die Gasbehälter auf dem Gelände betrifft, steht die Wiederöffnung des Freibads in Kirchhoven unter keinem guten Stern. Bereits am Samstag, 4. Juni, dem ersten Betriebstag, musste die Feuerwehr anrücken, weil bei Arbeiten der Grünschnittgruppe eine Propan-Gasflasche in Brand geraten war. Den ehrenamtlichen Mitarbeiter traf keine Schuld, weil die Flasche defekt war, wie sich im Laufe der Woche herausgestellt hat.

Am vergangenen Samstag nun wurde die Feuerwehr erneut ins Freibad gerufen, weil der Sensor in der Chlorgas-Anlage kurz nach 21 Uhr eine Unregelmäßigkeit gemeldet hatte. Die laute Hupe, die dadurch ausgelöst wurde, hatte zuvor die Vorstandsmitglieder alarmiert, die noch auf dem Gelände waren.

Neben Polizei und Rettungsdienst waren schnell rund 50 Feuerwehrkräfte mit ihren Einheiten vor Ort. Diverse Fahrzeuge schufen auf dem großen Parkplatz vor dem Freibad in der Dunkelheit mit ihren Leuchteinheiten eine spektakuläre Atmosphäre. Diese wurde durch die Ausrüstung der Feuerwehrleute noch verstärkt. Mit Atemschutz und in gelben Spezialanzügen machten sich zwei Feuerwehrmänner auf in den Raum, in dem die Chlorgas-Flaschen für das Freibad gelagert werden.

Entwarnung gegeben

Danach konnte Einsatzleiter Hans-Leo Schreinemacher Entwarnung geben. Mit den Messgeräten der Feuerwehr wurde außerhalb der dafür vorgesehenen Flaschen kein Chlorgas gemessen. „Das heißt aber nicht, dass nichts ausgetreten ist!“, betonte Pressesprecher Oliver Krings. Durch die Warnanlage werde in dem Raum zugleich eine Sprinkleranlage ausgelöst, damit durch das Wasser das Chlorgas „niedergeschlagen“ werden könne, wie es in der Fachsprache heißt. Zudem werde Chlorgas durch das Wasser verdünnt.

Mit diesem Vorfall alleine konnten sich die beteiligte Einheit Information und Kommunikation (IUK), der ABC-Zug des Kreises Heinsberg mit seinen Einheiten Messen aus Hückelhoven und Dekontamination aus Heinsberg, der Umweltzug aus Porselen sowie der Löschzug fünf mit den Löschgruppen aus Karken, Kempen und Kirchhoven jedoch nicht ins restliche Wochenende verabschieden. Um drei Uhr am Sonntagmorgen löste die Anlage im Freibad erneut Alarm aus, und erneut konnte die Feuerwehr keinen Chlorgasaustritt messen.

Für die zuständigen ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter im Freibad ist die ganze Angelegenheit ein großes Rätsel. Vor dem Einbau der Anlage im Freibad sei die Anlage von einem Spezialunternehmen komplett gewartet worden, erklärte Thorsten Brodermanns, der als Abwassermeister die Technik im Freibad ehrenamtlich betreut. Noch am Freitagmorgen sei von demselben Unternehmen vor Ort geprüft worden. Und noch am Samstagmorgen habe der technische Badleiter Ralf Weingarten die Anlage ebenfalls geprüft, im Beisein von Vorstandsmitglied Roland Schößler.

Bei beiden Überprüfungen sei alles in Ordnung gewesen, betonten alle drei am Abend vor Ort. „Eigentlich alles richtig gemacht“, so das einhellige Fazit vor Ort. Die Feuerwehr bescheinigte dem Vorstand des Fördervereins Freibad Kirchhoven, in allen bisher aufgetretenen Situationen völlig korrekt gehandelt zu haben, indem bei einer Unregelmäßigkeit immer sofort die Feuerwehr alarmiert worden sei.

Am Sonntagvormittag hat nun ein Heinsberger Spezialunternehmen für Schwimmbadtechnik mit der Fehlersuche begonnen. Alle fünf an die Anlage angeschlossenen Chlorgasflaschen wurden einzeln geprüft und schließlich auch der Sensor, der bei Unregelmäßigkeiten wie zum Beispiel Gasaustritt den Alarm auslöst. Am Sonntag blieb das Bad geschlossen. Der Verein informiert auf seiner Internetseite www.freibad-kirchhoven.de, wenn das Bad wieder geöffnet werden kann .

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