DMK sondiert Erweiterungsmöglichkeiten in Haaren

Von: dawin
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Waldfeucht-Haaren. Das Wechselbad der Gefühle, wie unsere Zeitung die Situation rund um die Haarener Eisfabrik im Oktober 2014 beschrieb, könnte, ja, könnte bald um eine weitere, allerdings ausschließlich erfreuliche Facette reicher sein: Die Aussichten auf neue, vielleicht viele Arbeitsplätze bei den Eismachern in Haaren stehen nicht schlecht.

Zur Erinnerung: Erst vor einigen Monaten hatte die Deutsche Milchkontor GmbH (DMK) verkündet, die Produktion am alten Standort, im Werk I mitten im Dorf, einzustellen und sie in Werk II am Rande des Ortes zu verlagern; die Verwaltung soll teilweise von Haaren nach Everswinkel umziehen. DMK steckt in die derzeit laufende Modernisierung und Umstrukturierung am Standort Haaren rund acht Millionen Euro. Bittere Konsequenz: In den nächsten Jahren sollen rund 120 Jobs bei der ehemaligen Rosen Eiskrem Fabrik, die DMK vor rund zwei Jahren schluckte, abgebaut werden.

Doch nun tut sich ein Silberstreif am Horizont auf, der bei der kleinen Gemeinde Waldfeucht die Hoffnung auf neue Arbeitsplätze aufkeimen lässt. DMK prüft derzeit, ob das Unternehmen seinen Produktionsbereich in Werk II, im Industrie- und Gewerbegebiet Entenpfuhl, fast um das doppelte Areal erweitern kann. Bürgermeister Heinz-Josef Schrammen sieht allerdings keinen Grund zu vorzeitigem Jubel: „Denn Haaren steht mit weiteren Standorten im engen Wettbewerb. Endgültig entschieden ist noch gar nichts.“

Immerhin hat die DMK Eis GmbH, mit sechs Werken an fünf Standorten nach eigenen Angaben „das größte Molkereiunternehmen Deutschlands“, eine entsprechende Bauvoranfrage an die Gemeinde gerichtet, mit der sich der Gemeinderat in einer Sondersitzung am Donnerstagabend beschäftigte. „Das bedeutet allerdings noch nicht, dass DMK jetzt auch bauen wird. Wir haben auf Anfrage des Unternehmens lediglich die bauleitplanerischen Voraussetzungen für die Zulässigkeit eines Erweiterungsvorhabens geschaffen. Nicht mehr und nicht weniger“, betont Bürgermeister Schrammen. „Die baulichen Festsetzungen in den beiden aktuell rechtskräftigen Bebauungsplänen müssen neu formuliert werden, und dazu brauchen wir einen neuen Bebauungsplan“, so Schrammen weiter. Dem Aufstellungsbeschluss für diesen Bebauungsplan erteilte der Rat am Donnerstagabend sein klares Votum.

Ein Befreiungsschlag

Eine Expansion der Eisfabrik wäre für die Kommune, die den Regeln des Haushaltssicherungskonzeptes unterliegt, zweifelsohne ein kleiner Befreiungsschlag. Dies ließ Schrammen auch in der Ratssitzung erkennen: „Es ist strukturell von hoher Bedeutung, den Produktionsstandort Rosen Eiskrem GmbH in Haaren zu erhalten und zu sichern. Es ist unser Ziel, DMK wirtschaftliche Entwicklungsmöglichkeiten vor Ort zu bieten.“

DMK sei, so Schrammen, im Februar mit ihren Planungsüberlegungen, Zielen und Standortanforderungen an die Gemeinde herangetreten. Daraufhin habe es erste Gespräche mit der Bauaufsicht des Kreises Heinsberg gegeben, die dem Vorhaben grundsätzlich positiv gegenüberstehe.

Aus der DMK-Zentrale in Everswinkel unterdessen war am Donnerstag nicht viel zu den Plänen zu erfahren. „Im Rahmen unserer Standortbestimmung sondieren wir derzeit verschiedene Möglichkeiten“, ließ Geschäftsführer Frank Forstmann lediglich auf unsere Anfrage wissen. Über Einzelheiten wolle und könne das Unternehmen nicht sprechen, bevor die Sondierungen abgeschlossen seien.

Das Wechselbad der Gefühle, es ist offensichtlich noch nicht zu Ende.

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