DMK soll durch Lidl-Entscheidung mächtig Federn lassen

Von: Rainer Herwartz
Letzte Aktualisierung:
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Auch nach dem Absprung von Lidl als Eiskunde will DMK weiter am Standort Haaren festhalten und hier investieren.

Waldfeucht/Übach-Palenberg. Für die Region wäre es weit mehr als nur ein Fingerzeig. Und die Zeichen verdichten sich, dass die Lidl-Gruppe in der Tat in Übach-Palenberg bald eine eigene Eisfabrik aus dem Boden stampfen könnte. Gemeinsam mit der DMK-Produktionsstätte in Waldfeucht-Haaren würde sich die Region auf diesem Wege zu einem Hotspot der Eisproduktion in Deutschland mausern.

„Bitte haben Sie Verständnis, dass wir uns zu Aktivitäten unserer Handelspartner nicht äußern möchten“, hatte sich der Pressesprecher des Deutschen Milchkontors, Hermann Cordes, in seiner jüngsten Stellungnahme auf die Frage, ob ein solcher Schritt seines Kunden bekannt sei und welche Folgen dies für DMK habe, recht zugeknöpft gezeigt. Beinahe so, als ob sein Unternehmen gar nicht davon berührt wäre.

Jetzt jedoch konfrontierte ihn unsere Zeitung mit den Aussagen eines Branchen-Insiders. Danach war DMK am Montag dieser Woche ganz konkret über die Planung seines Kunden Lidl informiert worden. „Bei DMK brennt die Hütte“, hieß es. Denn von den etwa 300 Millionen Euro Umsatz, die die Eissparte im Jahr erziele, würden durch diesen Schritt des Handelspartners stattliche 110 Millionen wegbrechen. Wahrlich kein Pappenstiel.

Auch über die Gründe, die zu dem Sinneswandel bei Lidl geführt hätten, wird in der Branche offenbar hinter vorgehaltener Hand getuschelt. Danach soll DMK in den letzten beiden Jahren eine „schlechte Lieferquote“ gehabt haben. Will sagen, das vereinbarte Eiskontingent habe nicht zur Zufriedenheit des Discounters geliefert werden können. Von veralteter Computertechnik und einer sich nur dahinschleppenden Restrukturierung ist die Rede.

Hermann Cordes begegnet derlei Äußerungen so: „Das Geschäftsverhältnis zwischen DMK und Lidl ist von Vertrauen, Stabilität und beidseitiger Zufriedenheit geprägt. An Spekulationen, egal welcher Art, beteiligen wir uns grundsätzlich nicht. Ebenso wenig möchten wir Gerüchte über kolportierte Zahlen kommentieren.“

Der Entschluss, dem DMK-Aufsichtsrat eine Restrukturierung der Eissparte von DMK Group vorzuschlagen, habe seit längerem festgestanden. Die Ausarbeitung der Einzelheiten und der Beschluss des Aufsichtsrats seien auf der Grundlage sorgfältiger Analysen des Marktes sowie der Gegebenheiten an den vorhandenen Standorten erfolgt, erläutert Cordes.

Und was bedeutet dies nun für die Produktionsstätte in Haaren, müssen die Mitarbeiter womöglich wieder einmal um ihre Arbeitsplätze fürchten? „Der DMK Ice Cream-Standort in Waldfeucht-Haaren bietet die Voraussetzungen für lohnenswerte Investitionen, die wir nun zügig angehen werden. Das Vorhaben von Lidl, künftig auf eigene Eisprodukte zu setzen, wird in die Ausarbeitung des DMK-Konzeptes bereits einbezogen. DMK Ice Cream hat mit dem Restrukturierungskonzept die Voraussetzung für eine erfolgreiche Zukunft geschaffen. Der Markt für Eiscreme in den von uns belieferten Segmenten bleibt in dem von uns angestrebten Rahmen wirtschaftlich interessant.“

Das klingt nach einem klaren Bekenntnis zum Produktionsstandort in Haaren. Und von dort aus wird es vielleicht sogar einen Brückenschlag in Richtung Übach-Palenberg geben. Denn, glaubt man dem Branchenfunk, wird ein früherer Betriebsleiter aus Haaren, der derzeit bei einer Molkerei in Süddeutschland sein Brot verdient, für Lidl das neue Werk aus dem Boden stampfen.

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