Diese Jugend schickt in der Tat der Himmel

Von: anna
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Die Erkelenzer Messdiener legten nicht nur den Garten des Hospizes neu an. Sie bastelten auch vielerei farbenfrohe Dekorationen für den Garten. Foto: Anna Petra Thomas
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Die Wassenberger Messdiener kümmerten sich im Garten von Kinderdorf-Familie Wittner in Birgelen auch um eine Kräuterspirale. Foto: Anna Petra Thomas
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In Gangelt-Birgden sorgten die Firmlinge auf dem Mehrgenerationen-Spielplatz dafür, dass dort eine Hecke aus Totholz entstand. Foto: Anna Petra Thomas
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In Selfkant-Höngen freuten sich die Bewohner der Lebenshilfe-Wohnstätte über den Besuch von Messdienern mit selbst gebackenem Kuchen. Foto: Anna Petra Thomas

Kreis Heinsberg. Schmerzende Finger vielleicht oder lahme Arme, eventuell auch Muskelkater in den Beinen und doch ein Gefühl, etwas richtig Gutes getan zu haben: Das haben nach diesem Wochenende mehr als 1000 Kinder und Jugendliche in der Region Heinsberg.

In 45 unterschiedlichen Gruppen haben sie sich vom Donnerstagnachmittag an bis zum Sonntag in die Sozialaktion „72 Stunden – Uns schickt der Himmel“ eingebracht. Träger der Aktion, die erstmals in ganz Deutschland durchgeführt wurde, waren im Kreis Heinsberg die kirchliche Jugendarbeit im Bistum Aachen gemeinsam mit dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ).

Nach der Auftaktveranstaltung in der Heinsberger Stadthalle hatten sich die jungen Leute an die Arbeit gemacht. In Gangelt-Birgden zum Beispiel engagierten sich die Firmlinge und ihre Katecheten für den künftigen Mehrgenerationen-Spielplatz im Ort. Sehr zur Freude von Jürgen Hagen, Vorsitzender des Vereins „Spiel(T)räume“, legten sie in einer ersten großen Aktion eine Hecke aus Totholz an. Sie befreiten das knapp zwei Hektar große Gelände zudem von Disteln und pflanzten Sonnenblumen.

Im Grünen engagierten sich auch die Messdiener von St. Marien Wassenberg. Dort war mit Noemi Hübner eine Messdienerin die Initiatorin. Täglich auf der Fahrt zur Schule war ihr an einem Haus in Birgelen ein Schild mit der Aufschrift „Bethanien Kinderdorf“ aufgefallen. Sie und ihre Freundinnen Elisa Peters und Maike Köster informierten sich im Internet und klingelten dann bei Kinderdorf-­Familie Wittner. Diese nahm ihr Hilfsangebot an. Die Aktion konnte also geplant werden. In den 72 Stunden ist es den Messdienern am Wochenende gelungen, den verwilderten Garten in ein idyllisches Spiel- und Gartengelände zu verwandeln, mit kleinen Wegen, neuen Flächen aus Roll­rasen, Hochbeet, Kräuterspirale und einem riesengroßen Sandkasten für die insgesamt sieben Kinder im Alter von zwei bis neun Jahren, die in der Familie leben. Und auch am großen Spielhaus, mit dem Kinderdorf-Vater Chris Wittner schon begonnen hatte, wurde fleißig weitergebaut.

„Die großen Probleme sieht man so oft im Fernsehen, und vor Ort bekommt man gar nichts mit“, erklärte Elisa Peters. „Das ist hier jetzt anders. Wir werden uns hier sicherlich auch künftig noch das ein oder andere Mal sehen lassen“, versprach sie. Ihren Dank für die Unterstützung hatten alle Familienmitglieder sogar auf ein großes Plakat gemalt und auf das Eingangstor geheftet.

Dankbar für die Abwechslung

Dankbar für die Abwechslung, die mit der Sozialaktion in ihr Haus kam, waren auch die Bewohner der Wohnstätte der Lebenshilfe in Höngen. Sie hatten die im Pfarrbrief des Pfarrverbandes Selfkant angebotenen Dienste der ­mobilen Kaffeetafel von Messdienern und offener Jugendarbeit angefordert. So besuchte ein Teil der Gruppe die Bewohner mit selbst gebackenem Kuchen und kam mit ihnen ins Gespräch. Aber auch der mobile Haushaltsservice wurde angenommen. So putzten andere Gruppenmitglieder die Badezimmer in einer Seniorenwohnanlage, wieder andere brachten schließlich den 27 Jahre alten VW-Bus wieder in Schuss, der für die offene Jugendarbeit genutzt wird.

Schon in ihren Gruppenstunden vor dem Start der Aktion hatten die Messdiener von St. Lambertus Erkelenz mit den Vorbereitungen für ihre Aktion begonnen. Sie fertigten aber auch am Wochenende noch fleißig Keramikkugeln und Blumenstecker, Windspiele, Vogel- und Igelhaus, um den Garten des Erkelenzer Hospizes zu verschönern. Dieser wurde dann am Wochenende erst einmal von viel wucherndem Grün befreit und in einen Sinnesgarten verwandelt. Ein neuer Rosenbogen ziert jetzt den Eingang. Eine Aromapyramide mit duftenden Pflanzen entstand dort ebenso wie ein Hochbeet und eine bepflanzte Ecke, in der Erinnerungssteine abgelegt werden können. Zudem wurde der Brunnen wurde reaktiviert, gleich neben einer neuen Sitzecke. „Das fühlt sich einfach gut an“, sagte Jessica Starzetz (18), „in Gemeinschaft etwas zu tun und zu wissen, dass es gut ist.“

Begeistert und gerührt

Begeistert und gerührt zugleich war auch Messdiener-Betreuerin Nicola Musch: „,Das Engagement spürt man bis in die zweite Etage‘, hat mir eben eine Hospiz-Bewohnerin gesagt.“

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