Dieder sauer: Er weist auf Investitionen hin

Von: Rainer Herwartz
Letzte Aktualisierung:
7128224.jpg
Einer der Streitpunkte: Die komplette Sanierung der Boos-Fremery-Straße würde laut Wolfgang Dieder 1,7 Millionen Euro kosten. Dies sei ohne Landesförderung, die 2014 erneut beantragt werde, nicht zu stemmen. Dennoch wurde bereits in eine Kanalsanierung investiert. Foto: Herwartz
7128892.jpg
Heinsbergs Bürgermeister Wolfgang Dieder wehrt sich gegen die Kritik der Tatenlosigkeit und richtet den Blick auf viele Investitionen in Oberbruch.

Heinsberg. „Wie man in den Wald ruft, so schallt es hinaus“, heißt es. Doch das Echo, das der Oberbrucher Ortsvorsteher Wilhelm Schmitz durch seinen CDU-Parteifreund und Bürgermeister Wolfgang Dieder zu hören bekommt, dürfte einem Posaunenchor ähneln.

Schmitz hatte sich gegenüber unserer Zeitung darüber beklagt, dass er in seinen Bemühungen, Missstände in Oberbruch zu beheben, bei der Stadtspitze quasi vor verschlossene Türen gerannt sei. Als Beispiele nannte er die marode Festhalle, die Sanitäranlagen auf der Sportanlage oder den schlechten Zustand der Boos-Fremery-Straße. Derlei „unqualifizierte Vorwürfe“ will Dieder jedoch keinesfalls auf sich sitzen lassen.

„Es ist nicht so, dass Oberbruch in den letzten Jahren und vor allem in meiner Amtszeit vernachlässigt wurde. Wir haben Investitionen in die Infrastruktur Oberbruchs von über fünf Millionen Euro getätigt.“ Alleine in die Erweiterung des Kindergartens seien über 635.000 Euro geflossen. „In das Schulzentrum Oberbruch, also Realschule und Hauptschule, sind in meiner Amtszeit von 2009 bis 2013 über 1,3 Millionen Euro investiert worden. Das sind allerdings nur die Gelder für die Gebäude. Lehrmittel, Personalkosten und Betriebskosten sind darin nicht einmal enthalten.“

Und nun geht Dieder buchstäblich in die Tiefe. „Wir haben in die Sanierung der Schmutz- und Regenwasserkanäle von Jordanstraße, Urbanstraße, Deichstraße, Rurstraße, Josef-Stein-Straße und Kranzes etwa 1,8 Millionen Euro gesteckt. Die Straßen erhielten dabei dann auch gleich einen neuen Belag. In geschlossener Bauweise, also ohne die Straßen aufreißen zu müssen, haben wir darüber hinaus Kanäle in der Deichstraße, Niethausener Straße, Boos-Fremery-Straße, Jahn-Straße und Karl-Arnold-Straße für über 620.000 Euro saniert.“

Bei der Auflistung ist deutlich zu spüren, dass es nun offenbar nicht nur in Oberbruch, sondern auch im Inneren des Bürgermeisters brodelt. „Diese letztgenannten Kanalbaumaßnahmen sind sicherlich nicht dazu angetan, dass ein Ortsvorsteher sich damit öffentlichkeitswirksam brüsten und in Szene setzen kann. Für die Infrastruktur und damit auch für die Bevölkerung waren diese Maßnahmen jedoch unverzichtbar. Marode Kanäle sind zu sanieren. Auch ein Ortsvorsteher sollte wissen, dass das gemacht werden muss, bevor man andere Maßnahmen wie zum Beispiel Sanitäranlagen auf Sportplätzen in Angriff nimmt.“

Es sollte in dem Zusammenhang nicht vergessen werden, meint Dieder, dass neben Oberbruch direkt auch in Ausbaumaßnahmen wie an der Alten Schule in Hülhoven, die Kanalsanierung Auf dem Stieg und im Fritzbruch, die Sanierung der Pumpstation am Weißdornweg und die Sicherung der Bahnübergänge Grebbener Straße und Kampstraße 800 000 Euro verbaut worden seien.

„Hinsichtlich der Kritik in Sachen Boos-Fremery-Straße ist zu erwähnen, dass wir im Jahr 2006 einen Förderantrag an das Land gestellt haben, der leider abschlägig beschieden wurde. In diesem Jahr werden wir einen neuen Antrag stellen für den Ausbau der Straße einschließlich der Nebenanlagen wie Rad- und Gehwege.“ Angesichts eines Kostenvolumens von über 1,7 Millionen Euro sei dies ohne Landesförderung nicht zu stemmen. „In dem Zusammenhang hat mich doch sehr verwundert, dass der Ortsvorsteher sein Unverständnis über den vom Land geförderten Ausbau der Straße zwischen Herb und Uetterath geäußert hat. Er selbst hat im Rat für die Maßnahme mit abgestimmt.“

Ach ja. Da wäre ja auch noch die laufende Restrukturierung des Industrieparks, in die derzeit 6,1 Millionen Euro an aquirierten Landesmitteln flössen. Nuon und die Stadt brächten den nötigen Eigenanteil in Höhe von 1,1 Millionen Euro auf. „Diese Auflistung ist beileibe noch nicht vollständig, sollte aber genügen, um den unqualifizierten Vorwurf der Tatenlosigkeit in Oberbruch zu entkräften“, glaubt Dieder. „Ich hoffe und bin zuversichtlich, dass die Oberbrucher erkennen, welche Anstrengungen Rat, Verwaltung und letztlich auch der Bürgermeister für sie unternehmen. Bei einer sachorientierten Arbeitsweise, für die ich stehe, helfen populistische Forderungen nicht weiter.“

Um die Frage nach der Zukunft der Festhalle in Oberbruch möchte sich Dieder dennoch nicht drücken. „Selbstverständlich kümmern wir uns auch um die Festhalle. Mit mehreren Investoren werden Gespräche geführt. Beispielsweise erarbeitet ein

Gastronom aus der Städteregion im Moment ein gastronomisches Konzept für den Gesamtkomplex. Darüber hinaus haben wir Kontakt aufgenommen zu einem ebenfalls aus der Städteregion stammenden Betrieb aus der Gastronomie- und Event-Branche, der über ein Nutzungskonzept im Hinblick darauf nachdenkt, dass die Halle zweifellos stärker genutzt werden muss als bisher. Wir werden nicht ruhen, bis ein vernünftiges Konzept vorliegt. Einen Aufwand von 1,8 Millionen Euro für die Festhalle muss man nämlich auch mit entsprechendem Bedarf und Nutzen begründen.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert