Dieder hält Forderung nach zweitem Freibad für „Irrsinn“

Von: Rainer Herwartz
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So stellen sich die „Oberbrucher Freibadretter“ die Zukunft vor. Ob dies gelingen kann, ist fraglich. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg. Es ist nur wenige Tage her, dass die neuen Oberbrucher Freibadretter ihre Gründe für das angestrebte Bürgerbegehren zur Wiedereröffnung des Freibades in einer offenen Stellungnahme kundgetan haben. Heinsbergs Bürgermeister Wolfgang Dieder konnten sie damit jedoch nicht überzeugen. In einem Gespräch mit unserer Zeitung geht er jetzt ausführlich auf die Konsequenzen ein, die eine Wiedereröffnung parallel zum Bürgerbad in Kirchhoven in seinen Augen hätte.

„Wenn ich nicht unterstelle, dass die sogenannten Oberbrucher Freibadretter das Bad in Kirchhoven torpedieren wollen, kommen bei dem Betrieb zweier Freibäder in Heinsberg erhebliche Kosten auf die Bürger der Stadt zu. Diese Kosten ergeben sich zum einen daraus, dass für einen Parallelbetrieb zusätzliches Personal bereitzustellen ist. Denn das derzeitige Personal der Stadtwerke aus dem Schwimmbadbetrieb wird aufgrund eines bereits beschlossenen Personalgestellungsvertrages in Kirchhoven zum Einsatz kommen. In Zahlen bedeutet das, dass wir mindestens vier Vollzeitstellen einrichten müssen, die im Jahr gemeinsam mit dem weiteren erforderlichen Personal mit etwa 370 000 Euro zu Buche schlagen.“ Insbesondere das Personal mit den erforderlichen Qualifikationen müsse ganzjährig angestellt werden, da sich erfahrungsgemäß sonst niemand finden lasse“, glaubt Dieder. „Hierbei ist natürlich entscheidend, dass die Oberbrucher Freibadretter im Gegensatz zu den engagierten Kirchhovenern keine eigene Arbeitsleistung erbringen möchten, um den Betrieb des Oberbrucher Freibades zu ermöglichen. Ihre Forderungen richten sich alleine gegen die Stadtwerke und damit letztlich gegen die Stadt.“

Dieder legt in dem Zusammenhang Wert auf die Feststellung, dass es sich bei dieser Initiative nicht um die handelt, die als Wurmbad-Initiative aus der Interessengemeinschaft 2020 hervorgegangen sei. Denn diese hatte ja bekanntlich wie in Kirchhoven ein Bürgerbad angestrebt.

„Neben den Personalkosten würden auch noch Aufwendungen für technische Einrichtung anfallen, die jetzt im Freibad in Kirchhoven eingesetzt wird“, fährt Dieder fort. „Addiert man hierzu die Kosten für den regelmäßigen Betrieb, vom Materialaufwand bis zu den Abschreibungen, summiert sich der Zuschussbedarf im Jahr, bei dem schon die Eintrittsgelder berücksichtigt sind, auf rund 625 000 Euro.“

Wenn man vor diesem Hintergrund bedenke, so Dieder, dass schon das Altenburg-Gutachten den Betrieb von gleich zwei Freibädern in einer Stadt der Heinsberger Größenordnung als „teure Kuriosität“ bezeichnet habe und gleichsam die Besucherzahlen in den vergangenen Jahren betrachte, die in keiner Weise den Betrieb zweier Freibäder rechtfertigten, „wird der ganze Irrsinn dieser Forderung deutlich“.

Es gehe ihm nicht darum, hier ein Drohszenario mit hohen Kosten aufzubauen, sagt Dieder. Vielmehr sei sein Anliegen „die reine Aufklärung“.

„Derjenige, der das Bürgerbegehren unterschreibt, muss wissen, dass er mit allen anderen Bürgern der Stadt für die Kosten aufkommt. Diese müssen eins zu eins auf das Wassergeld umgelegt werden. Für eine vierköpfige Familie würde dies etwa 50 Euro im Jahr bedeuten. Wer dieses Bürgerbegehren unterschreibt, trägt auch dazu bei, dass auf Kosten der Wassergeldzahlen ein für Heinsberg viel zu hohes Freibadangebot vorgehalten wird und die funktionierende Freibadinitiative Kirchhoven mit ihrem vorbildlichen bürgerschaftlichen Engagement gefährdet wird.“

Somit liegen nun aus Sicht des Bürgermeisters die Karten auf dem Tisch und die Bürger können selbst entscheiden, ob sie sich dem Bürgerbegehren anschließen oder nicht.

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