Diebe stehlen Hückelhovener Kirchenbücher

Von: kalauz
Letzte Aktualisierung:

Hückelhoven. „Ja, was bleibt uns denn anderes übrig?“ In der Frage von Regionaldekan Gottfried Maria Graaff klingt Hilflosigkeit mit, es scheint aber auch ein Funken Hoffnung mit hinein, wenn er fortfährt: „Wir setzen eine Belohnung von 500 Euro aus für den, der uns unsere Kirchenbücher zurückbringt.“

Die nämlich sind samt des Tresors, in dem sie aufbewahrt wurden, aus dem Pfarrhaus St. Lambertus an der Dienstühler Straße gestohlen worden. Und dieser Diebstahl war ziemlich spektakulär, wie der Regionaldekan, der zurzeit auch Pfarrer der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) Hückelhoven ist, berichtet: „Die Diebe stiegen durch das Kellerfenster des Pfarrhauses ein, packten den massiven Tresor offenbar auf eine Sackkarre und transportierten das schwere Teil durch die Eingangstür des Pfarrhauses ab.“

Die Sachgegenstände – unter anderem ein Scanner – und das Bargeld, das in dem Tresor aufbewahrt wurde, „das waren rund 1500 Euro in den drei Kassen des Jugendheimes, der Pfarramtskasse und der GdG-Kasse“, interessieren Graaff eigentlich nicht: „Dafür kommt die Versicherung auf“.

Was allerdings nicht zu ersetzen ist, sind die Kirchenbücher von St. Barbara und von St. Lambertus jeweils von 1939 bis 2009 sowie von St. Lambertus und St. Barbara für die Jahre von 2010 bis heute, die sind, so Gottfried Graaff, „nicht zu ersetzen, das ist das Gedächtnis der Kirchengemeinde“. Konkret handelt es sich um Tauf,- Sterbe,- Hochzeits,- Firm- und Kommunionregister sowie um das Register der Kirchenaustritte. „Die sind für uns unersetzbar. Wer sie findet und uns wiederbringt, bekommt 500 Euro Belohnung von uns“, sagt der Geistliche.

Obwohl nach dem Diebstahl alle Schlösser sowohl an der Pfarrkirche als auch am Pfarrhaus und am Jugendheim St. Lambertus ausgetauscht wurden, gelang den Dieben ein weiterer Coup: Mit einem Schlüssel, der im gestohlenen Tresor lagerte, wurde eine Seitentür der Pfarrkirche aufgeschlossen. Deren Schloss war nicht ausgetauscht worden, weil eine Eisenverriegelung von innen angebracht ist.

„Diese Verriegelung haben die Diebe wahrscheinlich während der Messe geöffnet, um dann nach der Messe mit dem erbeuteten Schlüssel von außen in die Kirche eindringen zu können“, sagt Graaff. Was „erbeutet“ wurde? Von zwei Kreuzen jeweils der Korpus.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert