Die Wegberger SPD steht vor einem Scherbenhaufen

Von: Norbert F. Schuldei
Letzte Aktualisierung:
6972204.jpg
Michael Stock will Bürgermeisterkandidat für die SPD werden.

Wegberg. Das ist – man kann das nicht anders formulieren – für die Wegberger Sozialdemokraten der „Gau“, der größte anzunehmende Unfall: Die Fraktionsvorsitzende Nicole von den Driesch und mit ihr die Stellvertreter Doris Brocker, Philipp Schneider, die ehemalige Vorsitzende Evelyne Feger als Mitglieder das Stadtrates sowie überdies der Internetbeauftragte Thomas Schneider und Michael von den Driesch als Beisitzer des SPD-Ortsvereins Wegberg haben mit Wirkung vom 22. Januar „alle Funktionen innerhalb der Partei niedergelegt“.

Und sind darüber hinaus „mit sofortiger Wirkung aus der SPD ausgetreten“. Nicole von den Driesch also auf den Spuren von Oskar Lafontaine? Schließlich ist sie nicht nur seit 1999 Vorsitzende der SPD Wegberg, sie ist im Unterbezirk auch Stellvertreterin des UB-Vorsitzenden – und seit wenigen Tagen auch des Europapolitischen Sprechers der SPD auf Bundesebene – Norbert Spinrath, sie ist seit seit 2008 Beisitzerin im Regionalvorstand Mittelrhein und seit 2006 Mitglied im Bundesparteirat ihrer Partei.

Nicole von den Driesch ist also nicht irgendwer in der SPD. Sie hat bei der letzten Landtagswahl für die Sozialdemokraten in Wegberg ein sensationelles Ergebnis erzielt - und sie wollte bei der Kommunalwahl im Mai Bürgermeisterin in Wegberg werden. Die Chancen stehen gut, weil es für den jetzigen Amtsinhaber Reinhold Pillich nicht so gut läuft. Und jetzt das. Warum?

Den Hut in den Ring geworfen

„Unser gemeinsamer Austritt hat nichts damit zu tun, dass Herr Stock gegen mich als Bürgermeisterkandidat der SPD Wegberg antritt“, sagt Nicole von den Driesch. Richtig: Der „Herr Stock“, Michael Stock, Fraktionschef der SPD im Kreistag, hatte Ende des Jahres den Hut in den Ring geworfen und seine Ansprüche als Bürgermeisterkandidat der SPD in Wegberg angemeldet.

Am Samstag entscheidet die Mitgliederversammlung der Wegberger SPD in Kipshoven, wer es wird. Freilich gibt es jetzt nur noch den Kandidaten Stock. „Es war seit längerem geplant, dass die Mitglieder darüber entscheiden, wer der bessere Kandidat von uns beiden ist“, sagt Michael Stock. Nein, er glaube nicht, „dass es unüberbrückbare Differenzen innerhalb des Ortsvereins gibt“.

Das sieht Nicole von den Driesch ganz anders: „Der Schritt ist uns und besonders mir nicht leicht gefallen, ist auch nicht von heute auf morgen getroffen worden. Das war ein Prozess. Es geht ein Riss durch den Ortsverein.“ Norbert Spinrath, der am Donnerstag nicht in Berlin sondern in Hückelhoven war, hat „es völlig weggehauen, als ich von den Austritten in Wegberg gehört habe“. Er habe mit von den Driesch „immer gut zusammengearbeitet. Ich werde das vermissen“.

Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Wegberg schrumpft jetzt von neun auf fünf Mitglieder, denn die Renegaten behalten ihr Mandat. „Wir werden als Alternative für Wegberg bei der Kommunalwahl antreten“, sagt von den Driesch. Dass sich die CDU jetzt die Hände reibt, an einen „Gau“ gar für die SPD glaubt Michael Stock nicht: „Wenn ich morgen zum Bürgermeisterkandidat ernannt werde, bin ich fest davon überzeugt, dass ich gegen Pillich gewinne.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert