Wassenberg - Die Stadt Wassenberg macht das Jugendzentrum vorerst dicht

Die Stadt Wassenberg macht das Jugendzentrum vorerst dicht

Von: Daniel Gerhards
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Vorerst geschlossen: Die Stadt schließt das JuZe für drei Monate. Das stößt bei den Ehrenamtlern auf Unverständnis und Verärgerung. Foto: Daniel Gerhards
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Die Arbeit der vergangenen Monate werde zunichte gemacht, kritisieren Stefan Hoffmann und Nicole Peters vom JuZe. Foto: Daniel Gerhards

Wassenberg. Die Stadt Wassenberg hat unmittelbar vor dem Weihnachtsfest angekündigt, das Jugendzentrum JuZe an der Pontorsonallee für drei Monate zu schließen. Sie begründet das mit „einer Langzeiterkrankung des Leiters der Einrichtung“ und mit der „äußerst geringen Besucherzahl“ des Jugendzentrums.

Die Stadt bedauere diesen Schritt, teilte sie mit. Ihr Vorgehen stößt bei den ehrenamtlichen Teamern des JuZe auf Unverständnis. „Wir sind vor vollendete Tatsachen gestellt worden“, sagen Nicole Peters und Stefan Hoffmann vom JuZe. Niemand habe mit ihnen gesprochen.

Allerdings heißt es von der Stadt auch, dass die in Abstimmung mit dem Kreisjugendamt erfolgte Schließung keinesfalls endgültig sei. „Die Schließungszeit soll maximal drei Monate betragen und dazu genutzt werden, eine neue Konzeption für die Einrichtung zu erarbeiten, um dann im Rahmen einer Neueröffnung mit neuer konzeptioneller Ausrichtung und mit neuen Angeboten mehr jugendliche Besucher für die Einrichtung gewinnen zu können“, so die Stadt Wassenberg.

Genau das gehe aber an der Realität vorbei, finden die Ehrenamtler des JuZe. Denn seit der Erkrankung des Leiters hätten sich Ehrenamtler und Aushilfskräfte zusammengerauft, neue Angebote konzipiert und auch die Zahl der Besucher sei wieder angestiegen. Zwischenzeitlich hätten täglich zehn bis 15 Kinder und Jugendliche das JuZe besucht. „Die Stadt sagt, dass zu wenige Besucher kommen. Aber sie kann das gar nicht belegen. Es ist niemand von der Stadt hier gewesen“, sagt Ehrenamtler Hoffmann.

Zukunft ist ungewiss

Für die Ehrenamtler ist es besonders frustrierend, dass man sie „ein paar Tage vor Weihnachten“ vor vollendete Tatsachen gestellt habe. „Ein offizielles Statement der Stadt gegenüber dem Haus, den Teamern und den Besuchern gibt es nicht“, sagt Hoffmann. Die Personalabteilung der Stadt habe lediglich die bei ihr beschäftigten Aushilfskräfte über die Schließung informiert. Und nun wisse niemand so recht, wie es weitergeht. Was ist mit Projekten, die erfolgreich angelaufen sind oder noch in der Vorbereitung waren? Wie könnte ein neues Konzept aussehen? Und: Wo sollen die Kinder und Jugendlichen nun hin?

Gerade in den Wintermonaten sei der Anlaufpunkt für die Kinder und Jugendlichen wichtig. Fehlt er für drei Monate, könne auch viel Negatives mit den Kindern geschehen, wenn sie in dieser Zeit auf der Straße statt im JuZe seien, sagt Peters, die soziale Arbeit studiert. Aus diesen Worten spricht die Furcht, dass vielleicht ein Jugendlicher abrutschen könnte.

Außerdem werde vieles, was die sieben Ehrenamtler, die zwei Aushilfskräfte und ein junger Mann, der seinen Bundesfreiwilligendienst leistet, initiiert hätten, durch die Schließung wieder kaputtgemacht, sagt Hoffmann. Die Ansätze der vergangenen Monate seien nämlich durchaus fruchtbar gewesen. „Aktuell nutzen die Kinder die Einrichtung. Wenn auf einmal die Tür zu ist, kommt nach den drei Monaten vielleicht gar keiner mehr“, sagt Peters.

Die Stadt bemerkt dazu, dass die Jugendlichen während der Schließung des JuZe das evangelische Jugendzentrum Campanushaus an der Kreuzkirche besuchen können. Ob die Jugendlichen den Weg den Berg hinauf in der dunklen und kalten Jahreszeit auf sich nehmen, bezweifelt Peters. Zudem unterschieden sich die Konzepte beider Häuser stark.

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