Die SPD-Basis hält Martin Schulz für die eindeutig bessere Wahl

Von: Rainer Herwartz
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Heinsberger Land. Einige waren überrascht, andere eher nicht, doch eines eint die SPD-Basis in der Region: die Entscheidung für Martin Schulz als Herausforderer von Angela Merkel im Kampf um das Kanzleramt findet ihre volle Unterstützung.

„Ich habe darauf gehofft, dass er es wird, und das nicht erst seit gestern“, sagt Dr. Hans Josef Voßenkaul, Vorsitzender der Heinsberger SPD. „Irgendwann gab es die Diskussion um Hannelore Kraft als Kanzlerkandidatin, doch als sie gesagt hat, sie bleibe im Lande, habe ich für mich schon an Martin Schulz gedacht. Er ist ein Sozialdemokrat reinsten Wassers, ein begnadeter Redner, der die Menschen mit seinem Feuer mitnehmen kann. Er redet nicht um die Sache herum, sondern bringt die Dinge auf den Punkt. Für mich ist er der ideale Kandidat.“

Warum er und nicht Sigmar Gabriel? „Das ist schwer zu sagen“, meint Voßenkaul. „Dass er zu diesem Zeitpunkt diese Konsequenz gezogen hat, damit hat er der Partei einen großen Dienst erwiesen. Zu einem gewissen Zeitpunkt war er der richtige Mann, vor allem für die große Koalition. Aber er wird auch mit dieser identifiziert. Viele haben darauf jedoch mittlerweile keine Lust mehr – und mit diesem Gefühl verbinden sie auch Gabriel. Das schmälert allerdings in keiner Weise seine Verdienste um die SPD.“ Es gebe mittlerweile schon eine breite Basis der Zustimmung für Martin Schulz, weiß Voßenkaul.

Das sieht auch der zweite Vorsitzende der Wassenberger Sozialdemokraten so, Hans-Joachim Gossing. Er war von der Entscheidung Gabriels nicht überrascht. „Durch die Meinungsbefragungen war klar, dass Gabriel gegen Frau Merkel keine Chance hätte. Ich halte Schulz für den besseren Kandidaten. Er ist nicht ganz so sprunghaft im Wechsel seiner Meinungen zu bestimmten Themen. Ich denke da zum Beispiel an die Flüchtlingspolitik.“ Dass Schulz auf bundespolitischer Ebene noch keine Erfahrung besitzt, sieht Gossing durchaus als Vorteil an. Dafür sei er aber ein profilierter Europapolitiker, „was im Hinblick auf die Politik von Donald Trump nicht schaden kann“.

Auch Sophia Heymes, stellvertretende SPD-Vorsitzende in Hückelhoven, kann sich vorstellen, dass Martin Schulz gute Chancen hat, Merkel im Kanzleramt zu beerben. Von der Entscheidung für ihn als Kanzlerkandidat habe sie zwar erst aus den Medien erfahren, „aber meine persönliche Meinung ist, dass er die bessere Wahl ist. Ich habe ihn schon kennengelernt bei seiner Wahl zum Europaparlament“. Sie schätze vor allem seine Zuverlässigkeit.

Über die Art und Weise, wie der Verzicht auf die Kanzlerkandidatur und den Parteivorsitz von Sigmar Gabriel kommuniziert worden sei, war Selfkants SPD-Chef Josef Werny nicht nur überrascht, sondern auch ein wenig pikiert. „Doch inhaltlich stehe ich voll dahinter. Martin Schulz ist ein Mann der klaren und verständlichen Sprache. Wenn er eine Veranstaltung macht, versteht jeder, was er sagt und möchte. Das ist in der Politikersprache nicht selbstverständlich.“

Besonders schätzt Werny an Schulz, dass dieser so bodenständig geblieben sei. „Ich kenne ihn schon aus der Zeit, als er noch Bürgermeister in Würselen war. Er redet nicht rum und versteht es auch, bei Populisten klare Kante zu zeigen.“ Das habe schon sein Umgang mit Silvio Berlusconi gezeigt. „Martin Schulz wird die SPD wieder aus der Lethargie herausholen“, da ist Werny ganz sicher.

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