Die russische Seele zum Klingen gebracht

Von: ulla
Letzte Aktualisierung:
9628221.jpg
Anastasia Kobekina und Artur Pizarro spielten auf Einladung von „Con Brio“ in der Hückelhovener Aula des Gymnasiums. Foto: Koenigs

Hückelhoven. Wieder einmal hatten die Freunde der Kammermusik con brio in die Aula des Gymnasiums eingeladen. Es spielten Anastasia Kobekina (Cello) und Artur Pizarro (Klavier) Werke von Sergej Prokofjew (1891-1953) und Sergei Rachmaninow (1873-1943).

Unter den vielen guten Konzerten, die bisher zu hören waren, gebührt diese Konzert ein Spitzenplatz. Das Thema war Russland, deshalb, wie Vorsitzender Rudolf Lengersdorf anmerkte, und wegen des internationalen Frauentages begrüßte er zuerst Anastasie Kobekina, die 20-jährige Ausnahme-Cellistin aus Jekaterinburg, der Großstadt am Uralgebirge, von der Kritik zu Recht als „Prinzessin des Violoncello“ gefeiert.

Als Vertreter aus dem westlichen Europa, aus Portugal, begrüßte Lengersdorf den Pianisten Artur Pizarro. Beide Künstler sind durch den Gewinn vieler internationaler Wettbewerbe weltweit bekannt geworden. Lengersdorf zeigte sich auch erfreut darüber, dass Christoph Parade, der Architekt der Aula, mit seiner Gattin unter den Gästen war.

Hohe Anforderungen gemeistert

Das Konzert begann mit Prokofjews „Ballade C-Moll, op. 15“ und seiner „Sonate für Violoncello und Klavier C-Dur, op. 19“. In beiden Werken kam schon zum Ausdruck, was sich durch das ganze Konzert zog. Auch bei Rachmaninows „Elegie, es-moll, op. 3 Nr.1, „Tanz Oriental, op. 2 Nr. 2 und seiner „Sonate für Violoncello und Klavier“: Heiterkeit und Düsternis, Fröhlichkeit und Schwermut wechselten einander ab. Vielleicht kann man sagen, dass diese Musik ausdrückte, was mit „russischer Seele“ gemeint ist.

Und diese russische Seele wurde von Anastasia Kobelka und Artur Pizarro zum Klingen gebracht. In einem symbiotisch zu nennenden Zusammenspiel meisterten sie sowohl die sehr hohen Anforderungen, die die russischen Komponisten an ihre Interpreten stellen, als auch brachten sie den Geist dieser Musik zum Ausdruck. Und niemand spielte sich in den Vordergrund.

Bei Prokofjew und Rachmaninow ist, neben dem hohen musikalischen Niveau ihrer Werke, auch bemerkenswert, dass sie mit und in ihrer Musik immer wieder herausfanden aus großen persönlichen Krisen. Und: Sie ließen sich in ihrer Kunst auch nicht beirren durch eine engstirnige Nomenklatura, die zu Stalins Zeiten die künstlerische Freiheit beschneiden wollte.

Natürlich gab es auch eine Zugabe, eine Romanze von Artur Rubinstein, dem großen polnischen Pianisten, der, wie zu hören war, auch als Komponist Erstaunliches leistete.

Die Begeisterung und manchmal auch Ergriffenheit, die bei den Zuhörern im gut gefüllten Saal spürbar waren, werden wohl noch lange nachklingen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert